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Porträt

Das bewegte Leben des bisexuellen Howard Hughes

Der 1976 gestorbene Millionär, Flugpionier, Filmproduzent und Erfinder gehörte zu den exzentrischsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.


Das bewegte Leben von Howard Hughes wurde bereits viermal verfilmt (Bild: wikipedia)
  • 3. Dezember 2018, 13:24h, noch kein Kommentar

Er gehörte zu den exzentrischsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Millionär, Flugpionier, Filmproduzent und Erfinder Howard Hughes (1905-1976). Zu seiner Lebenszeit produzierte Hughes Filme wie Scarface und Outlaw, stellte mehrfache Flieger-Rekorde auf und übte großen Einfluss auf die US-amerikanische Politik aus. Bekannt für seinen unaufhaltsamen Unternehmergeist, sein charismatisches Auftreten und seinen frivolen Lebensstil, lebte Hughes jedoch ein heimliches Doppelleben. Neben seinen regelmäßigen Affären mit berühmten Hollywood-Starlets, hegte er auch romantische Beziehungen zu verschiedenen Männern. Dies gelang erst kurz nach seinem Tod an die Öffentlichkeit und wurde in biografischen Verfilmungen bislang ignoriert.

Howard in jungen Jahren

Als einziger Sohn des wohlhabenden Geschäftsmannes und Ölsuchers Howard Robard Hughes und dessen Frau Allene Stone Gano, wurde Hughes im Jahr 1906 in Iowa geboren. Von Geburt an litt Howard an einem Hörfehler, der sich im Alter noch stärker ausprägte. Aus Scham und Eitelkeit weigerte er sich jedoch bis an sein Lebensende, ein Hörgerät zu tragen. Im Alter von 16 Jahren verlor Hughes bereits seine Mutter, die an einer ektopen Schwangerschaft starb. Lediglich zwei Jahre später erlitt sein Vater einen tödlichen Herzinfarkt. Als 18-Jähriger Vollwaise verließ der junge Millionenerbe und Wissenschaftsfanatiker die Rice University und übernahm die Hughes Tool Company seines Vaters.

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Ein Geschäftsmann in Hollywood


Howard Hughes 1948 auf dem Cover des Magazins "Time" (Bild: Time Inc. / wikipedia)

Anstatt sich nur dem lukrativen Geschäft seines verstorbenen Vaters zu widmen, hatte Hughes viel größere Pläne: In einem vertrauten Gespräch mit seinem Generalbevollmächtigten Noah Jones erwähnte er, dass er der beste Flugzeugpilot und berühmteste Filmproduzent aller Zeiten werden wolle. Kurz darauf zog der 20-Jährige nach Los Angeles und begann Kontakte in Hollywood zu knüpfen. Seine ersten zwei Filme, Everybody's Acting (1927) und Two Arabian Knights (1928) bescherten ihm sofortige finanzielle Erfolge. Im Laufe der Jahre produzierte Hughes weitere Kassenschlager und agierte nebenbei als gewiefter Geschäftsimmobilien-Händler, der zu den größten Arbeitgebern in Las Vegas zählte.

Gefährliche Fliegerei

Neben dem Filmgeschäft hegte Hughes eine weitere große Leidenschaft: das Fliegen. Da ihm das alleinige Steuern eines Flugzeuges nicht reichte, beschloss er, seine eigenen Flieger zu entwickeln. In Los Angeles County kaufte der junge Unternehmer eine Baracke, in der er Flugzeuge bauen ließ und anschließend selber als Pilot testete. Dabei zahlte sich seine Risikofreudigkeit mehrfach aus: Von 1935 bis 1938 brach Hughes mit seinen selbstentwickelten Flugzeugen mehrere Geschwindigkeitsrekorde. Unter anderem schaffte er eine Weltumrundung in 91 Stunden. Hughes fand außerdem immer wieder Wege, seine zwei Leidenschaften miteinander zu verbinden. In einem waghalsigen Flugzeug-Stunt für seinen Film Hell's Angels (1930) kam er bei einem Absturz beinahe ums Leben.

Sein Liebesleben

Seine Faszination für Filme war bei Hughes direkt mit einer ausgeprägten Schwärmerei für berühmte Hollywood-Stars verknüpft. Im Laufe seines Lebens heiratete er drei Frauen, unter anderem die Schauspielerinnen Jean Peters und Terry Moore. Als erfolgreicher Filmproduzent hatte er außerdem unzählige Affären mit aufstrebenden und bereits etablierten Schauspielerinnen, wie zum Beispiel Marilyn Monroe, Marlene Dietrich und Katharine Hepburn. Hughes fühlte sich jedoch auch Männern hingezogen und soll Beziehungen zum Filmproduzenten David Bacon und dem britischen Filmstar Cary Grant gehabt haben. Während heutzutage gerade in westlichen Medien Bisexualität immer mehr normalisiert wird, galt sie damals auch in der etwas aufgeschlosseneren Hollywood-Szene als ein großes Tabu.

Ein einsamer Tod

Nach einem schweren Fliegerunfall im Jahr 1946, litt Hughes unter chronischen Schmerzen und entwickelte eine Medikamentenabhängigkeit. Mitte der 50er Jahre zog er sich fast komplett aus der Öffentlichkeit zurück und hielt sich ausschließlich mit einem kleinen Stab von Mormonen oder in völliger Einsamkeit auf. Grund für seine Isolation war seine panische Angst vor Viren und Bakterien. Als nicht-diagnostizierter Mysophobier schloss sich Hughes vier Monate lang in einem Kinosaal ein und schaute ununterbrochen Filme. Im Laufe der Zeit entwickelte er noch mehr Zwangsneurosen und bizarre Verhaltensweisen. Mit einem Körpergewicht von nur 41kg starb er im Jahr 1976 in einem Flugzeug über Texas an Nierenversagen.

Hughes war ohne Zweifel ein größenwahnsinniges Genie: Er lebte ein von Leidenschaft getriebenes Leben und strebte vor allem nach Anerkennung. Nicht selten nutzte er seine Machtposition und sein Charisma aus, um seinen Willen durchzusetzen. Seine Neigung zu Frauen und Männern war dabei nur eine Facette seiner vielschichtigen Persönlichkeit, die von den Main-Stream-Medien kaum oder noch nie beleuchtet wurde. (ak)