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Debatte um CDU-Parteivorsitz

Klaus Wowereit kritisiert Homophobie von Friedrich Merz

Bei "Hart aber fair" erinnerte der ehemalige Regierende Bürgermeister Berlins an Äußerungen des CDU-Politikers wie: "Solange der Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal."


Bei "Hart aber fair" kommentierte Wowereit am Montag die anstehende Wahl um den CDU-Vorstand

Kurz vor der Wahl zur Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende(r) der CDU hat der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, mit Friedrich Merz einen der Bewerber um das Amt wegen homophober Aussagen in der Vergangenheit kritisiert.

Der SPD-Politiker erinnerte am Montagabend in der Sendung "Hart aber fair" an die Reaktionen auf sein Coming-out 2001 mitten im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt: "Als ich gewählt wurde hat Merz als erstes gesagt: Solange der Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal. Das war die Einstellung von Merz! Kann man nachlesen, in der 'Bunten'."

Der 65-jährige Wowereit, der Berlin danach bis 2014 regierte, führte weiter zu Merz aus: "Dann hat er noch eins draufgelegt und gesagt: Der Wowereit macht mit seiner Homosexualität Wahlkampf. Das war Friedrich Merz im Jahr 2001. Hoffentlich hat er sich da geändert".

In der TV-Sendung zu Merkels Nachfolge hatte Wowereit auf den FDP-Parteichef Christian Lindner reagiert, der von Modernisierungen innerhalb der Merkel-CDU gesprochen und als Beispiel die "Sturzgeburt der Ehe für alle" vor der letzten Bundestagswahl angeführt hatte.

Wowi greift auch AKK an

Die Nachfolge von Merkel wird voraussichtlich am Freitag im Rahmen des mehrtägigen CDU-Parteitags in Hamburg entschieden; Ende Oktober hatte die 64-Jährige bekannt gegeben, den Vorsitz beim Parteitag abzugeben und bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr als Kanzlerkandidatin anzutreten. Um den Vorsitz bewerben sich neben Merz der schwule CDU-Politiker und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die aktuelle CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin, die als Favoritin gilt, sorgte in den letzten Wochen erneut für Kritik, weil sie ihre Ablehnung der Ehe für alle in mehreren Sendungen und Interviews bekräftige und sich weiter nicht von ihrem Vergleich mit Polygamie und Inzest aus ihrer Regierungszeit distanzierte (queer.de berichtete). Jens Spahn hatte diese Aussagen in einem Interview vor wenigen Wochen kritisiert (queer.de berichtete), bei einer Vorstellung der Kandidaten vor Parteimitgliedern aber auch betont, dass eine Partei solche "unterschiedlichen Auffassungen" aushalten könne (queer.de berichtete).


V.l.n.r.: Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn Mitte November in Lübeck bei einer von mehreren CDU-Regionalkonferenzen

Bei der Ehe für alle habe Kramp-Karrenbauer eine "sehr komische Position", kritisierte auch Wowereit bei "Hart aber fair". Diese sei aus seiner Sicht heraus "überhaupt nicht haltbar" und diese "sollte sie auch aufgeben". Lindner nannte die Politikerin "in der Gesellschaftspolitik außerordentlich konservativ". Der FDP-Politiker meinte in der Sendung, die Saarländerin wolle die Ehe für alle "zurückabwickeln" – die 56-Jährige hatte allerdings auch mehrfach betont, dass die Frage nun entschieden sei (queer.de berichtete).

Die homophoben Aussagen und Haltungen von Merz sind weniger präsent als die Aussagen von AKK – der 63-Jährige hatte sich 2002 zunächst aus der Politik zurückgezogen und Posten in der Wirtschaft angenommen. Im Jahr 2000 hatte sich der damalige Unions-Fraktionschef gegen Eingetragene Lebenspartnerschaften ausgesprochen und eine Klage gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz in Karlsruhe gefordert (queer.de berichtete). In diesem Jahr sagte Merz, dass er die zwischenzeitlich erfolgte Ehe-Öffnung für "richtig" halte (queer.de berichtete). (nb)

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» Wer sollte die CDU künftig führen?
    Ergebnis der Umfrage vom 03.12.2018 bis 10.12.2018


#1 Bonifatius49Anonym
  • 05.12.2018, 12:49h
  • Erstens Jens Spahn hat letzten Sommer im Bundestag die Ehe für alle befürwortet.

    Zweitens Friedrich Merz hat vor zwei Wochen in einem Interview in der BILD die Ehe für alle in Deutschland befürwortet.

    Drittens AKK hat auch dieses Jahr erneut die Ehe für alle für einen Fehler angesehen und leht Sie im Unterschied zu ihren Kindern ab.

    Daher sind mir Jens Spahn und Friedrich Merz als Befürworter der Ehe für alle als Parteivorsitzende der CDU willkommen, aber AKK ist mir nicht willkommen.
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#2 remixbeb
  • 05.12.2018, 13:17h
  • Ich finde es immer "lustig", für welch tollen Hechte sich (oft heterosexuelle) Männer halten, als dass sie denken, schwule Männer würden ihnen gerne "nahe kommen" wollen. Weniger lustig ist es, wenn sie das dann auch noch ungefragt raus lassen. Oder sagt der Merz auch zu Merkel oder AKK, dass sie ihm nicht zu nahe kommen sollen?!
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#3 Simon HAnonym
  • 05.12.2018, 13:23h
  • Ich bin wahrlich kein Freund von Merz, aber der entscheidende Unterschied ist:

    Friedrich Merz hat dazu gelernt (was wir jedem zugestehen sollten) und findet heute die Eheöffnung richtig.

    Dagegen hat Frau Kramp-Karrenbauer nichts dazugelernt und weigert sich nach wie vor, sich für ihre Vergleiche mit Inzest und Polygamie zu entschuldigen.
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#4 TomDarkProfil
#5 Bonifatius49Anonym
  • 05.12.2018, 15:18h
  • Antwort auf #4 von TomDark
  • "Heute scheint er sich etwas gewandelt zu haben, oder es ist zumindest unter Altersmilde zu verbuchen.

    Er wäre der bessere Vorsitzende, weil nur er die Stimmen von der AfD zurück holen kann. "

    --> Genauso ist es.

    Merz hat sich in bezug auf LSBTI-Themen verändert und hat in der BILD-Zeitung in einem Interview die Ehe für alle für richtig bewertet.

    UND in der Tat im Unterschied zu AKK hat er das Potential, die AfD wieder "kleiner" zu bekommen. Mit AKK gibt es keine Veränderung, und Sie wird es sicherlich nicht schaffen, die AfD wieder kleiner "zu bekommen". Mit AKK bleibt die AfD uns leider dauerhaft weiter im Bundestag erhalten.
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#6 AFD-WatchAnonym
  • 05.12.2018, 15:58h
  • Antwort auf #4 von TomDark
  • Naja... die plötzliche Zustimmung wird sicher nicht aus der innerlichen Überzeugung zur Ehe für Alle erfolgt sein, sondern viel eher aus der Erkenntnis, dass das Thema durch ist und man damit nichts mehr gewinnen kann. Außerdem werden viele in der CDU keine Lust mehr haben, sich damit noch länger auseinanderzusetzen, sondern heimlich froh sein, dass Thema abgehakt ist und man sich anderen wichtigeren Dingen als den Widerstand dagegen widmen kann.

    Dass scheint bei AKK und Karlidingsbums wohl noch immer nicht angekommen zu sein, die die Diskussion seit der Jahrtausendwende verpennt haben. Peinlich für eine ach so moderne Politikerin und für eine ach so gebildete Ministerin, die lieber verprügelte Kinder in klassischen Ehen sieht. Hauptsache, dass sie das "Spannungsfeld von Vater und Mutter" erleben.
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#7 CrioAnonym
  • 05.12.2018, 16:13h
  • Naja, wenn noch mehr soziale Einschnitt und Altersarmut will, ist er dee Richtige.
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#8 MerzenbecherAnonym
  • 05.12.2018, 16:15h
  • Antwort auf #5 von Bonifatius49
  • Merz wird wahrscheinlich einen massiv Neo(liberalen) Kurs einschlagen, der uns genau in die Lage gebracht hat, in der wir uns befinden: Gigantische Vermögen auf er einen Seite (gepaart mit meist unbegrenzter Gier nach noch viel mehr) und bittere Armut (garniert mit massiven Abstiegsängsten) auf der anderen Seite.
    Wahrscheinlich wird der Kurs nicht nur Neo-Liberal, sondern sogar Neo-Konservativ.
    Hauptsache seine alten Freunde bei Blackrock machen kasse. Sein Vorstoß mit der steuerfreien Aktien-"Rente" sollte Zeichen genug sein. Es spricht nichts dagegen, Kapitalerträge zu besteuern. Sogar höher als Erträge aus unmittelbarer Arbeit. Aber das Gegenteil ist der Fall. 25% Pauschalsteuer und genug Steuersparmodelle, um selbst diese zu umgehen.
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#9 Bonifatius49Anonym
  • 05.12.2018, 16:18h
  • Antwort auf #6 von AFD-Watch
  • [..]"die plötzliche Zustimmung wird sicher nicht aus der innerlichen Überzeugung zur Ehe für Alle erfolgt sein, sondern viel eher aus der Erkenntnis, dass das Thema durch ist " [...]

    --> Reine Spekulation Ihrerseits.. Wir wissen es schlichtweg nicht.

    Frau Merkel beispielsweise, die zwar weiterhin die Ehe füralle alehnt, hat zumindest ihre Haltung zum Adoptionsrecht verändert, nachdem Sie in ihrem Wahlrkeis ein Frauenpaar mit mehreren Kindern persönlich kennengelernt hat.

    IHR Einwand, AfD-Watch, ist reine Spekulation und ist eher durch ihre linke Haltung geprägt: sie mögen die Person Merz schlichtweg nicht. Dann seien Sie doch auch so ehrlich und schreiben dies, anstatt hier mit Spekuilationen über die Motivation von Merz hier "rumzuposaunen".
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#10 FeuchteTräumeAnonym
  • 05.12.2018, 16:19h
  • Antwort auf #5 von Bonifatius49
  • "UND in der Tat im Unterschied zu AKK hat er das Potential, die AfD wieder "kleiner" zu bekommen."

    Indem er aus der CDU eine zweite AfD macht, die zwar die Ehe für alle geradeso duldet, aber sonst genauso rassistisch und neoliberal ist und auf andere queere Interessen scheißt.
    Schon klar, dass es genau das ist, was du dir wünschst.

    Es wird aber strategisch nicht aufgehen. Rassisten werden weiterhin die AfD wählen.
    Und wenn man Rassismus stärkt, dann werden es immer mehr.
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