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Debatte um CDU-Parteivorsitz
Klaus Wowereit kritisiert Homophobie von Friedrich Merz
Bei "Hart aber fair" erinnerte der ehemalige Regierende Bürgermeister Berlins an Äußerungen des CDU-Politikers wie: "Solange der Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal."

Bei "Hart aber fair" kommentierte Wowereit am Montag die anstehende Wahl um den CDU-Vorstand
- 5. Dezember 2018, 11:39h 3 Min.
Kurz vor der Wahl zur Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende(r) der CDU hat der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, mit Friedrich Merz einen der Bewerber um das Amt wegen homophober Aussagen in der Vergangenheit kritisiert.
Der SPD-Politiker erinnerte am Montagabend in der Sendung "Hart aber fair" an die Reaktionen auf sein Coming-out 2001 mitten im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt: "Als ich gewählt wurde hat Merz als erstes gesagt: Solange der Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal. Das war die Einstellung von Merz! Kann man nachlesen, in der 'Bunten'."
Der 65-jährige Wowereit, der Berlin danach bis 2014 regierte, führte weiter zu Merz aus: "Dann hat er noch eins draufgelegt und gesagt: Der Wowereit macht mit seiner Homosexualität Wahlkampf. Das war Friedrich Merz im Jahr 2001. Hoffentlich hat er sich da geändert".
In der TV-Sendung zu Merkels Nachfolge hatte Wowereit auf den FDP-Parteichef Christian Lindner reagiert, der von Modernisierungen innerhalb der Merkel-CDU gesprochen und als Beispiel die "Sturzgeburt der Ehe für alle" vor der letzten Bundestagswahl angeführt hatte.
Wowi greift auch AKK an
Die Nachfolge von Merkel wird voraussichtlich am Freitag im Rahmen des mehrtägigen CDU-Parteitags in Hamburg entschieden; Ende Oktober hatte die 64-Jährige bekannt gegeben, den Vorsitz beim Parteitag abzugeben und bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr als Kanzlerkandidatin anzutreten. Um den Vorsitz bewerben sich neben Merz der schwule CDU-Politiker und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die aktuelle CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin, die als Favoritin gilt, sorgte in den letzten Wochen erneut für Kritik, weil sie ihre Ablehnung der Ehe für alle in mehreren Sendungen und Interviews bekräftige und sich weiter nicht von ihrem Vergleich mit Polygamie und Inzest aus ihrer Regierungszeit distanzierte (queer.de berichtete). Jens Spahn hatte diese Aussagen in einem Interview vor wenigen Wochen kritisiert (queer.de berichtete), bei einer Vorstellung der Kandidaten vor Parteimitgliedern aber auch betont, dass eine Partei solche "unterschiedlichen Auffassungen" aushalten könne (queer.de berichtete).

V.l.n.r.: Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn Mitte November in Lübeck bei einer von mehreren CDU-Regionalkonferenzen
Bei der Ehe für alle habe Kramp-Karrenbauer eine "sehr komische Position", kritisierte auch Wowereit bei "Hart aber fair". Diese sei aus seiner Sicht heraus "überhaupt nicht haltbar" und diese "sollte sie auch aufgeben". Lindner nannte die Politikerin "in der Gesellschaftspolitik außerordentlich konservativ". Der FDP-Politiker meinte in der Sendung, die Saarländerin wolle die Ehe für alle "zurückabwickeln" – die 56-Jährige hatte allerdings auch mehrfach betont, dass die Frage nun entschieden sei (queer.de berichtete).
Die homophoben Aussagen und Haltungen von Merz sind weniger präsent als die Aussagen von AKK – der 63-Jährige hatte sich 2002 zunächst aus der Politik zurückgezogen und Posten in der Wirtschaft angenommen. Im Jahr 2000 hatte sich der damalige Unions-Fraktionschef gegen Eingetragene Lebenspartnerschaften ausgesprochen und eine Klage gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz in Karlsruhe gefordert (queer.de berichtete). In diesem Jahr sagte Merz, dass er die zwischenzeitlich erfolgte Ehe-Öffnung für "richtig" halte (queer.de berichtete). (nb)


















Zweitens Friedrich Merz hat vor zwei Wochen in einem Interview in der BILD die Ehe für alle in Deutschland befürwortet.
Drittens AKK hat auch dieses Jahr erneut die Ehe für alle für einen Fehler angesehen und leht Sie im Unterschied zu ihren Kindern ab.
Daher sind mir Jens Spahn und Friedrich Merz als Befürworter der Ehe für alle als Parteivorsitzende der CDU willkommen, aber AKK ist mir nicht willkommen.