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Polizeibericht

Paderborn: Mann wegen Tötung von transsexueller Prostituierter in Paris festgenommen

Der 21-Jährige soll Mitglied einer Bande gewesen sein, die in Paris Prostituierte und ihre Kunden ausnahm, und Vanesa Campos bei einem Überfall erschossen haben.


Der Mord an Vanesa Campos hatte im August Frankreich bewegt (Bild: ECP / twitter)

  • 5. Dezember 2018, 16:07h, noch kein Kommentar

In Paderborn ist bereits vor wenigen Wochen der mutmaßliche Mörder einer transsexuellen Prostituierten in Paris festgenommen worden. Das gaben die Kreispolizeibehörde Paderborn und die Generalstaatsanwaltschaft Hamm am Mittwoch bekannt. Der Tod der 36-jährigen Vanesa Campos hatte in Frankreich große Wellen geschlagen.

Beamte hätten dem Bericht zufolge am 24. November in einer Asylbewerberunterkunft in Paderborn einen dort wohnhaften 21-jährigen ägyptischen Staatsangehörigen festgenommen. Auslöser der Festnahme sei ein bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm gegen den Verfolgten geführtes Auslieferungsverfahren Frankreichs – ihm werden in einem Strafverfahren zum jetzigen Zeitpunkt Totschlag und bandenmäßiger Diebstahl vorgeworfen.

Der Verdächtige soll am 16. August 2018 in Paris im Bereich des Parks Bois de Boulogne eine transsexuelle Prostituierte erschossen haben, ergänzt die Nachrichtenagentur AFP. Die Erschossene sei Opfer einer Bande gewesen, die über Monate hinweg sie und andere transsexuelle Prostituierte bestohlen habe. Zu dieser Bande habe auch der jetzt festgenommene 21-jährige gehört.

"Gerechtigkeit für Vanesa"

Ursprünglichen französischen Medienberichten zufolge wurde die aus Peru stammende Campos durch den Schuss getötet, als sie einem Klienten zur Hilfe eilen wollte, der sich gegen eine Bande zur Wehr setzt. Rund zehn Männer seien an dem Überfall in dem Park, der zur Anbahnung von Prostitution dient, beteiligt gewesen; sie seien mit Messern, Stöcken und einer Handfeuerwaffe bewaffnet gewesen.

Laut einem Interview des Magazins "tetu" mit Augenzeugen habe Champos noch mit einem vereinbarten Not-Kennwort andere Prostituierte um Hilfe rufen können, bevor der tödliche Schuss auf die Brustregion fiel; insgesamt wurden mehrere Schüsse abgegeben. Acht Männer wurden zunächst festgenommen und fünf von ihnen später der Tötung und des Raubes beschuldigt.

Am Freitag nach der Tat waren hunderte Menschen, darunter Prostituierte und LGBTI-Aktivisten, durch Paris marschiert und hatten "Gerechtigkeit für Vanesa" gefordert. Sie forderten eine Rücknahme eines Gesetzes aus dem Jahr 2016, das Prostitution kriminalisiert und Sexarbeiter zur Arbeit in unsicheren Gegenden zwinge und so Gefahren aussetze. Laut der Zeitung "Le Parisien" waren in der Gegend um den "Bois de Boulogne" in den letzten Jahren mindestens zwölf Sexarbeiterinnen getötet worden.

Direktlink | Eindrücke vom Gedenken an Vanesa Campos

Der Tatverdächtige wurde am 25. November 2018 dem Amtsgericht Paderborn vorgeführt, welches eine Festhalteanordnung nach dem Gesetz über die Internationale Rechtshilfe in Strafsachen erließ. Gegenwärtig prüft der zuständige Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft den Erlass eines förmlichen Auslieferungshaftbefehls. (nb/afp/pm)