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Einsatz für "Religionsfreiheit"

LGBTI-feindliche Aktivistin wird Sprecherin des US-Justizministeriums

Kerri Kupec arbeitete für die Organisation "Alliance Defending Freedom", die die Rechte von Homo- und Transsexuellen in den USA und weltweit bekämpft.


Kupec ist gefragter Interviewgast, bei Fox News zunächst für die ultrareligiöse "Alliance Defending Freedom" und inzwischen für das ultrareligiöse US-Justizministerium

Die von amerikanischen Menschenrechtsorganisationen als Hassgruppe eingestufte Organisation "Alliance Defending Freedom" wird von der US-Regierung weiter aufgewertet: Ihre ehemalige Anwältin Kerri Kupec übernimmt ab sofort die Leitung des Kommunikationsstabes des Justizministeriums.

Bereits unter dem streng religiösen, vor wenigen Wochen von Trump aus dem Amt gedrängten Justizminister Jeff Sessions arbeitete Kupec in dem Büro als stellvertretende Leiterin und assistierte dem Weißen Haus im Ernennungsverfahren des erzkonservativen Supreme-Court-Richters Brett Kavanaugh. Ihren Jura-Abschluss machte die Rechtsanwältin an der Liberty University; die private christliche Universität war vom homofeindlichen und fundamentalistischen TV-Baptistenprediger Jerry Falwell gegründet worden.

Seit 2014 arbeitete Kupec als Anwältin und Sprecherin für die Organisation "Alliance Defending Freedom", die 1993 gegründet wurde und in den USA als Lobbygruppe und vor allem vor Gerichten gegen LGBTI-Rechte ankämpft. Als der Supreme Court 2003 über die Aufhebung der letzten "Sodomie"-Verbote im Land entschied, schrieb die ADF an das Höchstgericht, homosexueller Sex sei ein "Problem der öffentlichen Gesundheit". Auch gebe es kein "Grundrecht", sich an "gleichgeschlechtlicher Sodomie" zu beteiligen.

Kampf für "Religonsfreiheit"

In den letzten Jahren hatte die ADF ihren Einsatz gegen Homo- und Transsexuelle als Einsatz für "Religionsfreiheit" dargestellt und gezielt Gerichtsentscheidungen zu erzwingen versucht, die Christen Diskriminierungen erlauben und so LGBTI-Rechte einschränken.

Als Anwältin war Kupec etwa in diesem Sommer in einen Fall involviert, in der die ADF eine Floristin vertrat, die wegen ihrer "Beziehung mit Jesus Christus" einem schwulen Paar keine Blumen verkaufen wollte. Der Supreme Court nahm den Fall nicht an (queer.de berichtete).

Die ADF vertrat auch den Bäcker Jack Phillips, der einem schwulen Paar keine Hochzeitstorte backen wollte und deswegen nach einem regionalen Antidiskriminierungsgesetz angeklagt wurde – der Supreme Court entschied in diesem Fall, ausdrücklich in keiner Grundsatzentscheidung, für den Bäcker (queer.de berichtete). Derzeit vertritt die ADF unter anderem ein Beerdigungsinstitut, das eine transsexuelle Mitarbeiterin feuerte, und christliche Studenten, die sich gegen trans-inklusive WC-Regelungen ihres Schulbezirks wehren. An den Gesetzen einiger Bundesstaaten, die entsprechende Regelungen ausschließen, hatte die ADF direkt mitgeschrieben. Auch für das Recht, Homosexuelle zu "heilen", kämpft die ADF immer wieder vor Gericht.


Der zu dem Zeitpunkt noch amtierende US-Justizminister Jeff Sessions im August auf einer Tagung der "Alliance Defending Freedom"

Unter Trump und speziell Sessions wurde der Einsatz für "Religionsfreiheit" Regierungspolitik. So stellte sich das Justizministerium in laufenden Verfahren nicht mehr wie unter Obama auf LGBTI-Seite, sondern auf die "christliche", entweder direkt oder – etwa im Streit um Toiletten bei transsexuellen Schülern indirekt – mit Verweis auf Zuständigkeit einzelner Bundesstaaten. Die Auffassung aus Obama-Zeiten, dass das Bundesrecht teilweise einen Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität enthält, wird seit der Amtsübernahme durch Sessions nicht mehr vertreten. So argumentiert das Justizministerium in dem Verfahren zum Beerdigungsinstitut, dass transsexuelle Mitarbeiter entlassen werden können (queer.de berichtete).

Im letzten Jahr hatte das Haus neue Richtlinien zum Umgang mit "Religionsfreiheit" erlassen, an deren Erstellung die ADF mitgewirkt hatte (queer.de berichtete). In diesem Jahr erlaubte die Regierung religiös begründete Diskriminierung in der Bundesverwaltung (queer.de berichtete). Sessions richtete eine "Religious Liberty Task Force" in seinem Ministerium ein (queer.de berichtete); in diesem und im letzten Jahr hatte der Justizminister Tagungen der ADF besucht und Reden gehalten.

Weltweiter Kampf

Die "Alliance Defending Freedom" engagiert sich auch international und bekämpfte etwa in Jamaika oder Indien die Aufhebung des Verbots homosexueller Kontakte. Indien solle besser "die Gesellschaft als ganzes schützen statt einer lautstarken Minderheit homosexueller Rechtsanwälte klein beizugeben", sagte etwa Benjamin Bull, der internationale Präsident der Organisation. Medienkritik daran bezeichnete Kupec als "Fake News", obwohl es zahlreiche Belege für den Einsatz für die Kriminalisierung Homosexueller weltweit gibt.

Direktlink | Im rechten Haussender Fox News beklagte Kupec, dass der Sender ABC ihre Organisation als "Hassgruppe" bezeichnet hatte

Auch in Europa ist die ADF aktiv, war etwa an der Gründung des länderübergreifenden Homo-Hasser-Netzwerks "Agenda Europe" beteiligt und unterstützte homofeindliche Referenden in Osteuropa. In Rumänien hielt die ADF eine Pressekonferenz im Parlament mit den Organisatoren des – inzwischen gescheiterten – Referendums ab, das das Ehe-Verbot für Homo-Paare in der Verfassung festschreiben sollte. In einem Verfahren vor dem Höchstgericht des Landes um die Anerkennung eines binationalen schwulen Paares schaltete sich die ADF schriftlich ein

In Großbritannien strengte die ADF mehrere Gerichtsprozesse an, u.a. für eine Standesbeamtin, die keine Lebenspartnerschaften eintragen lassen wollte; in Schweden kämpft die Organisation für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die keine Abtreibungen vornehmen lassen wollen. Auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte war die Organisation zuletzt mehrfach tätig. Laut ihrem letzten Jahrebericht war die ADF 2017 in 580 Rechtsverfahren in 51 Ländern beteiligt; 2013 hatte die steuerbefreite Organisation Einnahmen in Höhe von 43,5 Millionen Dollar und gab 42,7 Millionen davon aus.


Mit einer deutschen Aktivistin an der Spitze ist die ADF auch in Europa aktiv

Im Mai 2014 hatte ein europäischer Vertreter der Organisation in einem Schreiben queer.de Strafanzeige und Zivilklage angedroht, sollte die katholische Publizistin Gabriele Kuby weiter unter anderem als "Homo-Hasserin" bezeichnet werden. Auch seien alle (Leser-)Kommentare zu ihr zu unterbinden. Das EU-Büro der ADF in Brüssel wird von Kubys Tochter Sophia geleitet. (nb)

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#1 MariposaAnonym
  • 06.12.2018, 13:46h
  • Wenn ich schon jemanden von diesem reaktionären pseudokatholischen Kuby-Clan sehe, kommt mir das Essen hoch.... Nein, diese Schreckschrauben repräsentieren in keinster Weise die Kirche als solche, sondern lediglich ein kleines, aber leider gut vernetztes Grüppchen innerhalb (hat mir kürzlich sogar ein katholischer Pfarrer bestätigt).

    Immer die gleiche Kacke - bräunliches Zeug absondern und sich dann auf Jesus Christus berufen......
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#2 AFD-WatchAnonym
  • 06.12.2018, 13:54h
  • Antwort auf #1 von Mariposa
  • Auch das ist für einen gewissen Trump-Arschkriecher wieder kein Grund gegen Trump und seine Partei zu sein, weil die Eheöffnung ja durch ist und nicht rückgängig gemacht wird. Reicht ja vollkommen, um dann pro-Trump zu sein. *Augenroll*
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#3 LenorgewissenAnonym
#4 Simon HAnonym
  • 06.12.2018, 14:18h
  • Immer wenn man denkt, es ginge nicht noch schlimmer, wird man eines besseren belehrt...

    Eine schlimme Entwicklung, die noch auf Jahrzehnte nachwirken wird....

    Umso wichtiger ist es, dass wir dafür sorgen, dass Deutschland und Europa nicht dasselbe Schicksal ereilt...
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#5 swimniAnonym
  • 07.12.2018, 08:05h
  • welt-und realitätsfremde sekten rüsten immer mehr auf.

    es werden lehren verbreitet, die völlig abstrus sind und gleichzeitig menschen aus der Gesellschaft ausgegrenzt.

    eine Gefahr für die Öffentlichkeit schlechthin.
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#6 alter schwedeAnonym
  • 07.12.2018, 08:38h
  • Eine der ungelösten Fragen der Menschheit ist für mich, woher diese ständig im Kampfmodus agierenden, religiotischen Sektierer immer solche himmelschreienden, mit Sagrotan und Weihwasser gereinigten, bigotten Frauendarstellerinnen herkriegen. (Gibts da eine Zuchtstelle bei den einschlägigen Bibelkreisen?) Von der irgendwo zwischen Bethlehem und Nazareth im Gebenedeit-Modus schwebenden und vor Heiteitei-Heilsfreude glühenden Kerri Kupec würde ich mir doch noch nicht mal die Funktionsweise einer Barbie-Puppe erklären lassen wollen. Nun denn, als hochgekrochene Leiterin des Kommunikationsstabes des Justizministeriums wird sie vermutlich auch nicht in die Bredoullie kommen solch schwierige Dinge erklären zu müssen. Dort sitzt nämlich der selbe frömmelnde, von Papa Trump autorisierte Gebetskreis, welcher zwischen seinen Bibel- und Kontauszugslesungen in der Hauptsache damit beschäftigt ist aus Wasser Brot zu machen, Homosexuelle und Andersartige zu heilen, Religionsfreiheit einzuklagen und auf Nachschub aus der Hauskantine zu warten. Dort muß man nichts erklären, dort muß man nur auf wundersame, gottgefällige Weise Geld vermehren und den nicht in diesem Konzert mitspielenden Teil der Menschheit falls es irgendwann einmal möglich sein sollte, wie früher einen Kopf kürzer machen oder nach fortschrittlicher Art heilen.
    Heilen vom Menschsein, heilen von der Liebe, heilen von Selbstbestimmung, heilen von Freigeistigkeit, heilen von Solidarität mit den schwächeren, heilen von Lebensfreude. Deshalb heißt die Botschaft dieser von innen heraus ausgetrockneten Kirchenbank-Leichen auch Heilsbotschaft.
    Ich muß zwischenzeitlich kotzen, wenn ich diesen verwesenden und stinkenden Misthaufen der Menschlichkeit nur sehe. Kupec soll uns nun wohl als flammendes Fanal und Speerspitze dieser Kräfte Angst machen. Mein Statement: Ich vögle weiter mit Männern Frau Kupec. Und wenn ich heterosexuell wäre würde ich bei ihrem Anblick und ihren Aussagen sofort schwul werden, nur um Sie und die vertrockneten Stinkesocken um Sie herum zur Weißglut zu bringen. Hallelujah.
    (Ich habe grade gespürt, wie mir da einer von ganz weit oben zustimmend und sehr kräftig auf die Schulter geklopft hat).
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#7 TheDadProfil