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Prozess
Schweiz: Bande erpresste schwulen Priester mit angeblichen Sexbildern
Die beiden Männer sollen es der Staatsanwaltschaft zufolge auf ältere und teilweise demente Homosexuelle abgesehen haben.

Die Kirche hatte den Priester nach Bekanntwerden der Vorfälle freigestellt (Bild: flickr / Cjames Fotografia / by 2.0)
- 6. Dezember 2018, 17:47h 3 Min.
Vor dem Bezirksgericht im schweizerischen Andelfingen hat laut einem Bericht der NZZ ein Prozess gegen zwei Männer begonnen, die beschuldigt werden, ältere homosexuelle Männer ausgenommen und erpresst zu haben. Der Fall erweckte auch deswegen Aufsehen, weil einer der Männer als katholischer Pfarrer einer Gemeinde im Bezirk Andelfingen arbeitete – zumindest bis die Geschichte publik wurde.
Der Mann im Pensionsalter soll den beiden Männern über Jahre Geld gegeben haben, bis fast die gesamten Ersparnisse aufgebraucht waren. Laut Anklageschrift hätten die Männer ihm zuletzt gedroht, ansonsten Bilder publik zu machen, die ihn angeblich beim Sex mit Männern zeigten. Der Lebenspartner des Pfarrers rief schließlich die Polizei, der die beiden Männer in dessen Wohnung festnahm.
Laut dem Partner sei sich der Pfarrer zwar sicher gewesen, dass keinerlei entsprechenden Bilder existierten. Er sei aber "verängstigt" gewesen, dass die Geschichte und seine Homosexualität publik werden könnte. Die erste Begegnung mit einem der beiden Männer hatte sich Jahre zuvor an der Pfarrhaustüre abgespielt: Der Pfarrer hatte den Mann und später auch Bekannte in angeblicher Not aufgenommen.
Notlagen vorgetäuscht
Im Laufe der Ermittlungen war ein zweiter Fall publik geworden: Ein 79-jähriger pensionierter Gemeindeschreiber hatte den beiden Männern ebenfalls hohe Geldsummen gegeben. Beiden Geschädigten hatten die Männer offenbar andauernde Notlagen vorgetäuscht und so jeweils insgesamt sechsstellige Summen als vermeintliche Darlehen ergaunern können – bei dem zweiten Mann die höhere Summe von rund 300.000 Franken (265.000 Euro). Auch der zweite Geschädigte, ebenfalls Katholik, wollte sein Privatleben geheim halten – zugleich sei er auch von den Beschuldigten und von Personen aus deren Umfeld bedroht worden. Auch Zeugen berichteten vor Gericht von einschüchternden Telefonaten aus dem möglichen Umfeld der Beschuldigten.
Die Staatsanwaltschaft fordert laut der Zeitung wegen Erpressung und gewerbsmäßigen Betrugs 40 Monate Freiheitsstrafe für den einen und 15 Monate Haft sowie zusätzliche 15 Monate auf Bewährung ("bedingte Strafe" nach Schweizer Recht) für den anderen Beschuldigten. Die beiden Roma mit slowakischer Nationalität seien zudem für fünf Jahre des Landes zu verweisen. Ein Urteil soll nächste Woche fallen.
Kirche ließ Priester fallen
Laut dem NZZ-Bericht hatte einer der beiden Verdächtigen zwei Monate vor der Erpressung im Pfarrhaus angerufen und der Sekretärin des Pfarrers von kompromittierenden Bildern erzählt. Die Frau informierte die Kirchenleitung, die den Pfarrer kurz vor der Pension freistellte.
Laut NZZ hätte dieser lieber "in einem kleinen Pensum weitergearbeitet": "Seine berufliche Existenz scheint ebenso ruiniert wie seine finanzielle". Das Portal katholisch.de der Deutschen Bischofskonferenz, das ebenfalls über den Fall berichtete, schreibt, die Freistellung sei "in gegenseitigem Einverständnis" erfolgt. (cw)














Wie scheinheilig und zutiefst böse das ist, wird deutlich, wenn man an die vielen Priester denkt, die Kinder missbraucht haben und einfach nur weitervermittelt wurden.
Diese Kirche ist nicht mehr zu retten. Ich haltende für innerlich vollkommen verrottet.
Allerdings denke ich doch, dass die Pension nicht komplett ausfällt, sondern nur gekürzt wird, wenn sie jetzt früher beantragt wird.