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Medien

"neues deutschland" feuert homophoben Autor

Weil Martin Leidenfrost gegen die "Privilegierung" von Lesben und Schwulen wetterte, stellt die sozialistische Tageszeitung dessen Kolumne ein – zuvor hatte bereits "Die Presse" die Zusammenarbeit aufgekündigt.


Eine Ausgabe der Tageszeitung "neues deutschland" (hier noch mit altem Schriftzug) in einem Berliner Zeitungsladen (Bild: Karl-Ludwig Poggemann / flickr)

Nach der Wiener Tageszeitung "Die Presse" hat nun auch die sozialistische Tageszeitung "neues deutschland" aus Berlin die Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten Martin Leidenfrost beendet. Anstelle dessen wöchentlicher Kolumne "Expedition Europa" veröffentlichte der amtierende Chefredakteur Wolfgang Hübner in der Samstagsausgabe eine ausführliche Erklärung, in der die Absetzung begründet wurde.

Leidenfrost war vor zwei Monaten in die Kritik geraten, weil er in einem Gastkommentar für "Die Presse" mit homophoben Sprüchen Stimmung gegen die Ehe für alle machte. Nach Leserbeschwerden beschäftigt sich derzeit der österreichische Presserat mit dem Artikel (queer.de berichtete).

"Auflehnung des Menschen gegen die Natur"

In seinem Kommentar hatte Leidenfrost unter anderem geschrieben: "Mich verstört die Willkür, mit der ausgerechnet den Homosexuellen das Los zugefallen ist, die Speerspitze in der Auflehnung des Menschen gegen die Natur abzugeben." Das Tempo, mit der sich diese "exotische Ideologie" durchsetze, sei "erschreckend", so der 46-Jährige aus dem Burgenland.

Der Einsatz für LGBTI-Rechte sei eine neue Religion, für die viel "propagandistische[r] Aufwand" betrieben werde, so Leidenfrost weiter. Gleichstellungsgegner würden in ihrer Meinungsfreiheit einschränkt: "Filmindustrie und Medien massieren uns mit homosexuellen Rührdramen, die Privilegierung einer im Westen wohlsituierten Minderheit wird als 'Ehe für alle' verkauft, Andersdenkende werden an Schandpfähle gebunden. Aus einer lustigen Travestie ist eine todernste Staatsdoktrin geworden."

Weitere Autorenschaft "nicht mehr vereinbar"

Martin Leidenfrost vertrete Positionen, "die weit außerhalb des politischen Selbstverständnisses der nd-Redaktion liegen", heißt es in der Stellungnahme von Chefredakteur Wolfgang Hübner. "So weit außerhalb, dass sie mit einer weiteren Autorenschaft im 'neuen deutschland' nicht mehr vereinbar sind. Deshalb trennen sich unsere Wege."

Es spiele keine Rolle, dass Leidenfrost in seinen Kolumnen für die sozialistische Tageszeitung keine homophoben Positionen geäußert habe, so Hübner weiter. "Die mediale Welt in Zeiten des Internets ist klein. Und es ist ja auch gut so, dass man sich ein umfassendes Bild von Vorgängen und Personen machen kann. Das kann allerdings – und muss gelegentlich – Konsequenzen haben."

Sein christlicher Glaube und seine Meinung seien Martin Leidenfrost unbenommen, stellte der "nd"-Chefredakteur klar. "Eine Zeitungsredaktion aber muss abwägen, was mit ihrem Verständnis von Toleranz vereinbar ist und wo Pluralismus in Beliebigkeit umschlägt."

"Die Presse" dankte Leidenfrost für seine "Unerschrockenheit"

Die Wiener Tageszeitung "Die Presse" hatte bei der Absetzung von Leidenfrosts Samstagskolumne 'Der letzte Kreuzritter' weniger deutliche Worte gefunden. "Wir konnten uns mit Martin Leidenfrost über Form und Inhalt auf keine gemeinsame Linie für das Format einigen", schrieb Chefredakteur Rainer Nowak (queer.de berichtete). Die Zeitung habe sich die Trennung nicht leicht gemacht. Man danke dem Autor "für seine Unerschrockenheit und für viele Debatten". (mize)



#1 la_passanteAnonym
#2 olfwobAnonym
  • 09.12.2018, 23:25h
  • Klagen über die angebliche Intoleranz der Schwulen eingehend in 3,2...1
    Traurigeweise wird der Typ sich durch diese Reaktion nicht ändern, sondern das nur als Bestätigung seines Geschreibsels sehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 TheDadProfil
#5 Patroklos
  • 11.12.2018, 12:04h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Auch freie Journalisten müssen sich bewerben, da die Printmedien nicht jeden nehmen:

    de.wikipedia.org/wiki/Journalist#Arbeitsverh%C3%A4ltnisse

    "Neben den angestellten Journalisten gibt es auch rund 40.000 freiberufliche Journalisten. Besonders bei den themenspezifisch arbeitenden Hauptstadt-Journalisten (z. B. Wirtschaftsjournalisten) ist dies häufig der Fall, da sich viele kleinere Zeitungen keine eigenen Redakteure in der Hauptstadt bzw. keine für jedes einzelne Ressort leisten können. Diese arbeiten auf Honorar-Basis oder handeln Pauschalverträge aus. Sie bekommen jedoch keine regelmäßigen Aufträge und müssen ein eigenes Büro unterhalten, dazu müssen sie sich an ihren Kunden und deren Themenwünschen orientieren. Ein freier Journalist im Pressewesen wird in der Regel nach gedruckten Zeilen (Zeitungen) oder Seiten (Zeitschriften) honoriert. Viele Moderatoren im Fernsehen sind freie Journalisten."
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#6 TheDadProfil
  • 12.12.2018, 21:04hHannover
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • Das ist hübsch recherchiert..
    Dann mußt Du nur noch mal nach dem Unterschied zwischen tariflicher Beschäftigung und dem Schreiben in einem Außertariflichem Verhältnis schauen, in denen Journalisten dann zum Teil pro Wort oder Zeile über einen Honorarvertrag entlohnt werden..
    Quasi Schreiben als "Selbstständiger" mit allen Konsequenzen..
    Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Steuern..
    Alles selbst organisieren und vor allem selbst bezahlen von dem was man erarbeitet..

    Da bestehen erhebliche Unterschiede zwischen "Bewerbung" und "Bewerbung"..
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