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Raub und Körperverletzung

Prozessbeginn: Schwule in die Falle gelockt

Den acht Angeklagten zwischen 18 und 21 wird vorgeworfen, mindestens drei Männer auf einer Gay-App kontaktiert, nach Bochum zum Sex eingeladen, dann aber ausgeraubt und schwer verletzt zu haben.


Landgericht Bochum: Das Urteil wird noch im Dezember erwartet (Bild: Frank Vincentz / wikipedia)

Seit Freitag müssen sich acht junge Männer zwischen 18 und 21 Jahren vor dem Bochumer Landgericht u.a. wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Sie sollen vor zwei Jahren mindestens drei schwule Männer unter dem Vorwand sexuellen Interesses nach Bochum gelockt und dort ausgeraubt und schwer verletzt haben (queer.de berichtete).

Die Fälle ereigneten sich nach Angaben des Gerichts zwischen dem 31. Oktober und 19. November 2016. Die mutmaßlichen Täter, die alle aus Bochum stammen, sollen dabei immer nach derselben Masche vorgegangen sein: Die Raubopfer, die unter anderem aus Dortmund und Mönchengladbach anreisten, seien von "Lockvögeln" in Empfang genommen worden, die sie dann an abgelegene Orte dirigierten.

Schläge, Tritte und Pfefferspray

Dort seien die schwulen Opfer von mindestens fünf Personen "durch Tritte und Schläge zunächst zu Boden gebracht" worden, heißt es in der Prozessankündigung des Landgerichts. "In einem Fall soll Pfefferspray zum Einsatz gekommen, in einem weiteren Fall soll dem Geschädigten eine Softairpistole vorgehalten worden sein."

Die weiteren Angeklagten hätten Schlagstöcke und ein Messer mit sich geführt. Einer der schwulen Männer soll durch die Schläge und Tritte unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma erstes Grades erlitten haben. Bei den Überfällen seien überwiegend Bargeld und Handys erbeutet worden.

Das Urteil wird noch für Dezember erwartet. Aufgrund des Alters der Angeklagten gilt das Jugendstrafrecht.

Ähnliche Fälle auch in anderen Städten

Berichte zu ähnlichen Überfällen auf Schwule hatte es bereits vor zwei Jahren im 120 Kilometer von Bochum entfernten Gütersloh gegeben: Dort gaben mehrere schwule Männer an, dass sie offenbar von Homo-Hassern an einen abgelegenen Ort gelockt und dort angegriffen worden seien (queer.de berichtete). Die Polizei stellte allerdings die Ermittlungen wegen fehlender Beweise ein (queer.de berichtete).

Erst im November war ein 30-jähriger Planetromeo-User aus dem Landkreis Pfaffenhofen von zwei jüngeren Männern in München in eine Falle gelockt worden (queer.de berichtete). (cw)