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NRW
Queeres Filmfest "homochrom" gibt auf
Nach der Januar-Filmreihe in mehreren Kinos in Nordrhein-Westfalen stellt der Verein mangels Unterstützung durch Land und Bund seine Arbeit ein.

Martin Wolkner mit "homochrom" 2016 beim CSD in Köln (Bild: nb)
- 10. Dezember 2018, 16:59h 2 Min.
Eines der größten queeren Fimfestivals Deutschlands, "homochrom", stellt im Januar seine Arbeit ein. Das kündigte der Organisator des in Köln sitzenden Projekts, Martin Wolkner, am Montag in einer Pressemitteilung an.
Die 2009 gegründete Reihe homochrom bestand aus zwei Standbeinen: Einem jährlichen Filmfestival, das zuletzt im Oktober in Köln und Dortmund stattfand, und einer monatlichen Filmreihe in mehreren Städten von NRW. Im Januar werde die Filmreihe in sechs Städten noch den Teddy-Gewinner "Hard Paint", Vorpremieren des deutschen Films "Luft" sowie in Köln noch eine letzte Vorpremiere des Dezemberfilms "My Big Crazy Italian Wedding" zeigen "und dann nach über 9 Jahren und 210 Filmen zusammen mit dem Filmfest homochrom eingestellt", so Wolkner.
"Die finanzielle Unterstützung durch die Städte und die Film- und Medienstiftung NRW, welche 2018 auf jeweils 10.000 Euro erhöht wurde, reicht nicht aus, um die Qualität des Premieren-Festivals längerfristig zu gewährleisten", so Wolkner. Köln sei damit seines Wissens nach die "weltweit erste Stadt der Welt, die zum zweiten Mal ein queeres Filmfestival verliert". Der Organisator erinnert damit an die 1991 Reihe "Verzaubert", die bis 2011 in Köln, Frankfurt und München queere Filme zeigte.
Mangelnde Unterstützung durch Städte, Land und Bund beklagt
Das laut Wolkner zweitgrößte queere Filmfestival in Deutschland beklagte schon länger Schwierigkeiten mit der Finanzierung: 2016 hatte der Bundestag zwar die Förderung mehrerer queerer Filmfestivals mit jährlich insgesamt 230.000 Euro beschlossen (queer.de berichtete), doch das zuständige Haus der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), verzögerte und blockierte die Mittel an die im Verein QueerScope organisierten Vereine. Offizielle Förderzusagen sollen bis heute nicht vorliegen.
In diesem Jahr hatte Wolkner zudem beklagt, dass die neue CDU-geführte Landesregierung die bisherige Förderung des Vereins homochrom eingestellt hatte und auch die Stadt Köln das Festival weniger als erhofft unterstützte (queer.de berichtete). Wolkner gibt nun auf; ein Nachfolger für die Arbeit ist nicht in Sicht.
Im Herbst hatte er noch das achte homochrom-Festival mit 18 Deutschland-Premieren organisiert, laut eigenen Aussagen mit einem Besucherrekord von über 3.000 Filmbesuchen und mit einem Spendenplus. (nb/pm)















Die haben immer ein hochwertiges Filmprogramm an LGBTI-Filmen zusammengestellt und die kulturelle Vielfalt gefördert, da es dort auch Filme zu sehen gab, die man selbst in vielen Programmkinos (und erst recht nicht in den ganzen Multiplexen) selten bis gar nicht zu sehen bekam.
Da sieht man wieder mal, welchen Stellenwert Kultur hat.
Und man sieht auch, dass dieses völlig fehlende Verständnis für den Wert von Kultur sich durch alle Parteien und Ebenen zieht - von der kommunalen über die Landes- bis hin zur Bundesebene.
Traurig...
Und ein Armutszeugnis für eines der 5 reichsten Länder der Welt, dass sich aber keine Kulturförderung (zumindest nicht für LGBTI-Kultur) leisten kann oder will.
Aber warum in einem der reichsten Länder der Erde manche Menschen zu Tafeln gehen müssen, um überhaupt was zu essen zu haben, verstehe ich auch nicht... Wie immer: von dem ganzen Reichtum profitieren Oberschichten, während die anderen arm gehalten werden. Und die Politik ist williger Helfer... Aber ich schweife ab...