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Kommentare zu:
Goethe und Schiller – hatten die was miteinander?


#1 Ith__Ehemaliges Profil
  • 11.12.2018, 13:31h
  • Männer in Frauenkleidern hin oder her, aber so fluide, dass mal Männer ohne angeborenen Schwanz vorkommen, wird's wahrscheinlich nicht werden, oder?

    Zum Teil natürlich Hypothese, die auf die Selbstverständlichkeit von erwünschter "Genderfluidität" im schwulen Kontext als sehr auf eine Richtung fixiert hinweisen soll, aber durchaus auch ernstgemeinte Frage für den Fall, dass ich mich irre.
    Was ich für unwahrscheinlich halte.

    Wenigstens irgendwelche Transmänner unter den Schauspielern/Darstellern, die mit dem trans*-Thema offen umgehen?

    Für euch Cis-Schwule gehört unsereins für gewöhnlich ja nicht dazu, wird nicht mitgedacht und auch nicht repräsentiert.
    Irgendein Tipp für mich, ob sich das da für mich lohnt, wenn ich eine nicht-Cis-Identifikationsfigur suche, die ohne Penis auf die Welt gekommen ist? Ein klares und ehrlich-entlarvendes Nein als Antwort wäre mir lieber als einfach keine Information. Auch wenn's wohl auf dasselbe hinausläuft, denn würde sowas vorkommen, wäre das wohl Aufreger genug, um's erwähnt zu haben.
    Das ist ja ungefähr so wie mit schwulen, alltagstauglichen Selbstverständlichkeiten im Mainstream. Der Großteil des Zielpublikums wird sich unangenehm berührt fühlen davon, sich damit nicht identifizieren zu können, und ein Teil wird gar angewidert und ablehnend reagieren, und das wollen wir bitte vermeiden. Wenn's nicht schon die Grundhaltung bei den Verantwortlichen ist.
    Ist nicht so, dass ich's nicht verstehen würde. Wenn man schon Leute nicht dazu bringen kann, in den Produktionen Rücksicht drauf zu nehmen, könnte man aber bitte wenigstens bei der Berichterstattung und Werbung dafür und darüber Leute wie mich mitdenken.

    Ich bin vielleicht der einzige schwule Transmann, der sich hier halbwegs regelmäßig per Buchstaben zu Worte meldet und damit u.a. der öffentlichen Diskussion darüber aussetzt, ob sowas wie ich sein darf, und dann auch noch ohne GA-OP. Aber ich bin nicht der einzige schwule Transmann ohne vollständige OPs, der hier mitliest.
    Nur mal so als Hinweis.
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#2 LarsAnonym
  • 11.12.2018, 17:36h
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • "Ich bin vielleicht der einzige schwule Transmann, der sich hier halbwegs regelmäßig per Buchstaben zu Worte meldet und damit u.a. der öffentlichen Diskussion darüber aussetzt, ob sowas wie ich sein darf, und dann auch noch ohne GA-OP."

    Literaturhistorische Antwort auf diese Frage: Selbstverständlich "darf" "so was wie Du" sein und Transmänner und -frauen kann man in der Literatur nicht selten finden.

    Es gibt bei Goethe eine sehr berühmte Figur, die man als schwulen Transmann lesen kann: Mignon, Liebhaber (was für ein schönes Wort übrigens) von Wilhelm.

    de.wikipedia.org/wiki/Mignon_(Figur)

    Es wird beim Definieren allerdings oft das gleiche Problem auftauchen, wie bei den anderen schwulen Männern, die vor dem 19. Jahrhundert lebten: Die Idee der sexuellen Orientierung existierte damals noch nicht, insofern sind die klaren Etiketten etwas, dass wir den Menschen und Figuren aus heutiger Sicht verpassen.
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#3 Ith__Ehemaliges Profil
  • 12.12.2018, 11:16h
  • Antwort auf #2 von Lars
  • Oh, wenn du so schöne literaturhistorische Antworten hast, mögen wir uns dann mal einen Account auf den Blauen Seiten teilen, und du gibst mir dann nach dem Erstellen und ein paar Wochen sortieren grünes Licht fürs einloggen, sobald du genügend Leute gefunden hast, die das gelten lassen?
    Das wär doch praktisch: Das Stigma im Profil stehen haben und die Reaktionen darauf, die Resignation darüber, als Schwanzmädchen einsortiert zu werden, sowie auch die unangenehmen Diskussionen über Genitalien einfach mal jemandem überlassen, der sich nicht persönlich betroffen, missverstanden oder abgewertet fühlen braucht.

    Wobei ich gestehen muss, es geht mir da mit dem Existenzrecht, was ebendieses schwule Einwohnermeldeamt betrifft, vielleicht ein bisschen so wie schwulen Männern, die dem Braten noch nicht ganz trauen, dass sie wirklich nicht im Knast landen werden, wenn man sie "erwischt": Wer oder was mal jahrelang systematisch ausgeschlossen wurde, und auch heute erlebt, dass viele User sich wünschen, dem wäre noch immer so, tut sich schwer damit, sich wirklich erwünscht und akzeptiert zu fühlen. (Im Klartext, falls es nicht bekannt sein sollte: Vor ein paar Jahren wurden Profile von Transmännern ohne rechtlich gültige Vornamensänderung noch aus Prinzip gelöscht.)
    Geduldet vielleicht gerade so, knapp über der Grenze dessen, was zu verschwinden hat, und möglicherweise begründet durch gesellschaftliche Trends.
    Abneigung und Nicht-Akzeptanz gibt's allerdings auch auf diesem Portal hier gratis, und daran wird deine literaturhistorische Antwort nicht viel ändern.
    Wobei das Vorschieben der Literatur dich freundlicherweise ja davon entbindet, die Frage selbst beantworten zu müssen. Und ich fürchte, derartige Diplomatie hat man wohl nur nötig, wenn man selbst die Frage anders beantworten würde.

    Ich finde's in mancherlei Hinsicht halt schade. LARP-Bezug habe ich genügend, um mich fürs Thema interessieren zu können. Aber das ist da halt wie auf sonstigen Kommunikationskanälen auch. Der Preis ist für die zu erwartende Ausbeute einfach zu hoch.
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#4 LarsAnonym
  • 12.12.2018, 16:18h
  • Antwort auf #3 von Ith_
  • "Wobei das Vorschieben der Literatur dich freundlicherweise ja davon entbindet, die Frage selbst beantworten zu müssen. Und ich fürchte, derartige Diplomatie hat man wohl nur nötig, wenn man selbst die Frage anders beantworten würde."

    Ich bin nicht auf den blauen Seiten, aber ich schließe im realen Leben niemanden davon aus, ihn oder sie attraktiv zu finden oder umgekehrt attraktiv gefunden zu werden.
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