Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32543

Wer kennt diesen Mann?

Fotofahndung: Leipziger Polizei sucht nach brutalem Trans-Hasser

Knapp ein halbes Jahr nach einer brutalen transphoben Gewalttat bitten die Behörden in der größten sächsischen Stadt die Bevölkerung mit einem Fahndungsfoto um Mithilfe.


Das Bild des mutmaßlichen Täters wurde entfernt, weil sich der Mann der Polizei gestellt hat (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

  • 11. Dezember 2018, 15:40h 18 2 Min.

Die Polizei in Leipzig hat am Dienstag das Foto eines mutmaßlichen Gewalttäters veröffentlicht, der im Frühsommer eine transsexuelle Studentin in Uni-Nähe angegriffen und verletzt haben soll. Die Frau war durch den Angriff verletzt worden und musste im Krankenhaus behandelt werden (queer.de berichtete).

Den Behördenangaben zufolge handle es sich bei der gesuchten Person um einen zirka 35 Jahre alten Mann. Der Unbekannte ist ungefähr 1,80 bis 1,85 Meter groß, hat einen normalen Körperbau und trug zum Tatzeitpunkt keinen Bart. Seine Haarfarbe wird als braun beschrieben, außerdem habe er "stechende Augen".

Zeugen, die den Mann anhand der Beschreibung oder des Bildes erkennen, werden gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden. Hinweise sollen an die Kriminalpolizei (Dimitroffstr. 1) oder jede andere Polizeidienstelle gerichtet werden. Telefonische Hinweise werden an 0341-966 4 6666 erbeten.

Mann schlug Studentin aus Hass ins Gesicht

Der Vorfall hatte sich am Abend des 25. Juni ereignet. Der Mann hatte die 22-Jährige in Anwesenheit einer befreundeten Kommilitonin vor der Moritzbastei zunächst nach ihrem Geschlecht gefragt und aufgefordert, ihren Intimbereich zu entblößen. Die Angesprochenen versuchten das Gespräch zu beenden. Der Täter reagierte darauf unvermittelt mit einem gezielten Schlag in das Gesicht der jungen Frau. Die gesamte Eskalation spielte sich in einem Zeitraum von weniger als einer Minute ab.

Die Angegriffene hatte sich durch den Schlag das Nasenbein gebrochen. Sie hatte laut Polizei erhebliche Schmerzen und Nasenbluten. Kurz nachdem die 22-Jährige sich in die Notaufnahme der Leipziger Uni-Klinik begeben hatte, wurde dort auch der Unbekannte gesehen. Die Freundin des Opfers konnte damals mit ihrem Handy ein Foto des Mannes vor dem Krankenhaus schießen. (cw)

#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 11.12.2018, 23:58h
  • Frage: Wie ist dieser blanke Hass der so oft in Gewalt gegen Transpersonen endet psychologisch zu erklären?

    Bei Schwulen sind es eigene homosexuelle Anteile die solche Täter bekämpfen wollen. Nicht wenige homophobe Arschlöcher sind selbst verkappt schwul oder bisexuell.

    Doch bei Transpersonen? Ich kann mir wie wohl 99% der Bevölkerung nicht wirklich vorstellen wie es ist, sich im falschen Körper zu fühlen, geschweige denn mir meine Genitalien wegoperieren zu wollen.

    Dieses nicht hineinversetzen können erklärt jedoch in keinster Weise diesen Hass.

    Gibt es hierzu schlüssige Erklärungen?
  • Direktlink »
#2 SarahAnonym
  • 12.12.2018, 01:29h
  • Antwort auf #1 von FinalmSposato
  • "Gibt es hierzu schlüssige Erklärungen?"

    Ja - die Ursachen dieses Handelns sind bekannt.

    Fragile masculinity.

    Worüber definieren sich Männer als Mann?
    Die meisten (hetero-) Männer definieren sich über die Ablehnung von allem Femininen. Die größte denkbare Provokation für diesen Typ Mann ist folglich ein - in ihren Augen - anderer "Mann", der in konsequentester Weise nicht für diese "Männlichkeit" steht und - in ihren Augen - maximal konsequent in frage stellt und sie in ihrer "Männlichkeit" verunsichert.

    Transfrauen.

    Die Mörder der zahllosen Transfrauen jedes Jahr sind ausschließlich dieser Typ heterosexueller Mann.

    Diese Morde sind deshalb auch meist nicht nur "einfache" Morde. Die wenigsten Transfrauen werden einfach "nur" erschossen, sondern die meisten werden zu Tode gefoltert. Ihre Genitalien und Brüste werden mit Messern zerstört, ihre Gesichter werden zerstört, sie werden enthauptet, zerstückelt und verbrannt. Auch Häutungen kommen vor.

    Die Tötungen von Transfrauen sind nicht einfach nur Morde, sondern immer Ritualmorde. Es geht um die ritualisierte VERNICHTUNG von Femininem. Daher werden in einigen südamerikanischen Ländern Morde an Transfrauen behördlich als Femicide - nicht Homocide - geführt. Weil das Motiv für den Mord ausschließlich die Femininität der Frau war.

    Viele Transfrauen werden darüber hinaus von ihren eigenen cis-heterosexuellen männlichen Partnern getötet - z.B. häufig dann, wenn die Öffentlichkeit oder das soziale Umfeld des Mannes erfärt, daß sie trans sind. Die Männer sehen den Mord dann als konsequentesten "Beweis" dafür an, daß sie nicht "schwul" sind.

    Deshalb ist der cis-Narrativ, dass Transfrauen "ja eigentlich" oder "in Wahrheit" Männer sind, ja so unmittelbar tödlich für Transfrauen. Im wörtlichsten Sinne.

    Es geht um Intersektion: bei Transfrauen kreuzen sich 4 Intersektions-Linien. Sie befinden sich auf dem Kreuzungspunkt von Misogynie, Transphobie, Homophobie und Sexismus. Bei Transwomen of Color kommt als 5. Linie noch Rassismus verstärkend hinzu. Diese Intersektion ist der Grund, warum Transfrauen die am meisten von Gewalt betroffene Menschengruppe sind.
  • Direktlink »
#3 SarahAnonym
  • 12.12.2018, 01:39h
  • Antwort auf #1 von FinalmSposato
  • "...geschweige denn mir meine Genitalien wegoperieren zu wollen."

    Korrektur:
    Genitalien werden nicht "wegoperiert". Da ist hinterher nicht "Nichts". Genitalien werden bei Transmenschen angeglichen.
  • Direktlink »