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Seifenoper aus Grevenbroich

Drama bei den "Freundinnen": Ist Klaus schwul?

In der neuen Seifenoper "Freundinnen" befürchtet Nadine, dass ihr Verlobter auf Männer steht – sie hatte ihn in flagranti beim Schmusen mit seinem Tanzlehrer entdeckt.


"Freundin" Nadine ist nicht amused, als sie die Zunge ihres Verlobten im Mund des Tanzlehrers entdeckt (Bild: RTL)

Die erst Ende August gestartete Nachmittags-Soap "Freundinnen – Jetzt erst recht" wartet mit einer dramatischen "Ist er's oder ist er es nicht"-Handlung auf: Nadine (Sarah Victoria Schalow) hat in der am Montag erstmals ausgestrahlten 75. Folge ihren Verlobten Klaus (Ben Engel) dabei erwischt, wie er seinen schwulen Tanzlehrer Sandro küsst – gerade, als sie ihm von ihrer Schwangerschaft erzählen will.


Klaus (re.) mit seinem Tanzlehrer Sandro (Bild: RTL)

Der Kuss setzt Nadine zu – in den Folgen in dieser Woche nimmt der Kuss einen Großteil des Handlungsstrangs der Seifenoper um die vier Freundinnen Tina, Kaya, Nadine und Heike aus Grevenbroich ein.

In der Mittwochsfolge stellt Nadine etwa Sandro zur Rede, der ihr zufällig über den Weg läuft: "Du lässt ab jetzt die Finger von Klaus! Ich will nicht, dass du ihn nochmal triffst. Klaus ist nicht schwul. Merk dir das", lautet ihre Ansage. Laut dem Tanzlehrer habe es zwischen ihm und Klaus wirklich geknistert ("Ich hab Klaus nicht angemacht – ich hab ihn zu nichts gezwungen"). Doch Nadine glaubt ihm kein Wort: "Das würde ich jetzt auch sagen." Sie könne sich einfach nicht vorstellen, dass Klaus auf Männer steht. Immerhin sind sie doch seit fünf Jahren glücklich zusammen. "Klaus ist nicht schwul, merk dir das!"

Auch die Freundinnen debattieren, was mit Klaus los ist: "Also erzähl mir doch nicht, dass er zufällig mit seiner Zunge in Sandros Mund gefallen ist", sagt etwa Heike. Kaya nimmt dagegen eine andere Position ein: "Meinst du allen Ernstes, Klaus hat versucht, den Mann zu küssen, der ihm den Hochzeitswalzer beibringen soll? Für die Hochzeit mit der Frau seines Lebens?" Es habe sich ja schließlich nur um einen Kuss gehandelt.

Klaus zu seiner Verlobten: Ich küsse keine Männer mehr

Klaus selbst gibt sich unschuldig: "Ich war total überrumpelt. Das hat mich total überrascht", erzählt er Nadine. Klaus verspricht seiner Verlobten, dass eine solche Sache nie wieder vorkommen werde.


Nadine (Sarah Victoria Schalow), Kaya (Shirin Soraya), Tina (Franziska Arndt) und Heike (Katrin Höft) meistern in der Seifenoper ihren Alltag gemeinsam (Bild: MG RTL D)

"Freundinnen – Jetzt erst recht" wird bei RTL wochentäglich um 17.00 Uhr ausgestrahlt. Es handelt sich dabei bereits um die vierte Soap des Senders neben "Unter uns" (17.30 Uhr), "Alles was zählt" (19.05 Uhr) und "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (19.40 Uhr). Alle Seifenopern behandeln immer wieder schwule oder lesbische Handlungsstränge. "Unter uns" sorgte etwa im Frühjahr für Aufregung, als die seit vielen Jahren in der Serie integrierten Figuren Ringo (Timothy Boldt) und Easy (Lars Steinhöfel) ihre Liebe zueinander entdecken (queer.de berichtete). (cw)

TV-Tipp

"Freundinnen – Jetzt erst recht" – immer montags bis freitags um 17.00 Uhr bei RTL – Wiederholungen jeweils um 9.30 Uhr


#1 Lizfriede MohnspringerAnonym
#2 dellbronx51069Anonym
#3 panzernashorn
  • 13.12.2018, 02:16h
  • Das Verhalten der Dame ist doch ganz typisch:

    Sie gibt die (einseitige) Order und der Partner hat zu gehorchen.
    Auf die Idee, dass man sein Gegenüber mit einer derartigen Erpressung eher vertreibt anstatt (zurück)gewinnt, kommen die meisten weiblichen Hirnwindungen nun mal nicht.
    Die so gestrickten Damen fühlen sich in einer angeblichen Machtposition, die sie in vielen Fällen schlicht und einfach völlig überschätzen.

    Aus dem oft folgenden Erwachen könnte immerhin die Chance auf eine minimale Erweiterung des eigenen beschränkten Horizontes erwachsen...........
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#4 Homonklin44Profil
  • 13.12.2018, 09:00hTauroa Point
  • Ich bin zwar kein TV-Gucker, aber :

    ""Klaus ist nicht schwul, merk dir das!""

    Ginge es um richtige Menschen, wäre die Idee von Bisexualität vielleicht schon mal durch den Kopf gegangen. Natürlich fraglich, ob die Rolle als "dumme Tuhse" oder Damsel in distress definiert ist.
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#5 stromboliProfil
  • 13.12.2018, 09:06hberlin
  • Antwort auf #1 von Lizfriede Mohnspringer
  • die sendung ist die karikatur heteroweiblicher bedürfnisse, im streben um die besitzansprüche, die ihnen als ersatz einer emanzipativen
    Lebensgestaltung die gesellschaft zugesteht.

    Über den besitzanspruch werden dann all jene opfergedanken, die frau als objekt gesellschaftlicher verhältnisse in sich trägt, in eine gefühlige selbstbespiegelung projiziert...
    Warum nach so viel anstrengung dem ( männlichen?) partner gefallen zu wollen, hier mit einem lebenden fragezeigen ( steht er nun auf mich oder doch auf den friseur- barkeeper-tanzlehrer etc.) zusammen sein .
    Woran denkt der, wenn er mit ihr schläft!
    An sie, oder doch an den nächstbesten mann um die ecke...
    Sieht der mann denn nicht die gemachten anstrengungen...
    Wo man sich doch mittels verführungstechnik die dem weiblichen zugesprochen wird, und nach heteronormativer pflichterfüllung sowie erfolgten eisprung, nun eine hervorhebung des weiblichen opferganges ( schwangerschaft..) folgen darf.
    Und ist die zusammenführung all jener mühsam erkämpften fakten, nicht auch gleich ein freibrief hin auf ein versprechen, dass nur der tod noch scheiden kann...

    Hier zeigt sich nebenbei auch die banalität in der überschätzung der eigenen rolle im geschlechtermiteinander zwischen mann & frau.

    Wichtiger aber ist die konservative kulturrolle die da dem publikum vorgetragen wird: eine im kern erz reaktionäre sicht auf die beziehung zwischen mann&frauen und wie sich publikum doch gefälligst sie sich vorstellen solle.

    Die pseudoemanzipatorischen gespräche der frauen über ihr umgehen mit sexualität,-gefühlen,und existenzkampf, ermüden sich in den erfolgsberichten über aus ihrer sicht domestizierte männer.
    Groß dann das geschrei, wenn wer da aus der "rolle" springt.
    Das hatte schon bei "sex& the city" einen schalen beigeschmack.

    Hier wird teutonisch mit schlechten texten & schlechtem schauspiel, noch der hammer hinzugefügt, der so paarbilduung als ideologisch- fundamentalistischen erzählstrang in die gemüter der zuschauenden einfließen lässt.
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#6 QueerHaltAnonym
  • 13.12.2018, 09:56h
  • Antwort auf #3 von panzernashorn
  • Die Einforderung romantischer bzw sexueller Treue ist kein Erpressungsversuch.

    Wie viele andere Menschen auch hat die hier dargestellte Dame eine ganz bestimmte Ansicht von einer funktionierenden Beziehung, die da auf eben jener Treue beruht. Für solche Menschen ist es empfehlenswert einen Partner zu finden, der diese Ansichten ebenfalls vertritt. Das Problem ist hier viel eher, dass es mehr als genug Leute gibt, die zwar gerne den monogamen/ treuen Partner mimen aber eigentlich besser für offene Beziehungen/ Single Dasein geeignet sind; oder schlimmer noch die Forderung der Monogamie vertreten aber selber einen anderen Maßstab an sich anlegen.
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#7 Viel Spass damitAnonym
  • 13.12.2018, 10:48h
  • Antwort auf #6 von QueerHalt
  • Nein kein Erpressungsversuch, aber in sehr vielen Fällen der Anfang vom Ende einer sonst vielleicht harmonischen Beziehung.
    Insbesondere Frauen verwechseln immer wieder mangelnde sexuelle Treue mit mangelnder Liebe.
    Gibt's bei uns natürlich auch, ist aber erfahrungsgemäß generell etwas entspannter.
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#8 Frank030Anonym
  • 14.12.2018, 12:47h
  • Als Soap-Fan habe ich mir gestern mal die letzten fünf Folgen online angesehen und muss sagen, dass die Geschichte eigentlich nett und für Seifenoper-Verhältnisse sogar einigermaßen vielschichtig dargestellt wurde. Dass die Dame (Nadine) geschockt ist, ihren Verlobten (Klaus) mit einem Mann (Sandro) küssend zu sehen, ist nachvollziehbar erklärt. Sie ist seit fünf Jahren mit ihm zusammen, erfährt kurz vorher von ihrer Schwangerschaft. Just in dem Moment, wo sie ihm die frohe Botschaft mitteilen will, sieht sie ihn umschlungen mitten in einem Kuss zwar völlig jugendfrei, aber schön und sehr ästhetisch inszeniert. Der Verlobte erlebt ein Gefühlschaos, was glaubhaft und keineswegs überdramatisch dargestellt wird. Zwar wird die Handlung vorwiegend aus der Perspektive von Hetera-Frauen erzählt und kommentiert. Aber da wird nichts skandalisiert, sondern behutsam und wie ich finde halbwegs realistisch dargestellt: Es gibt eben keinen Vorwurf , dass Sandro Klaus verführt habe; dass man es hätte innerhalb der letzten fünf Jahren eventuell merken müssen wird ironisiert von den Damen (Ein lakonisches: Woher denn bitte? wird hier von einer der Freundinnen in den Raum geworfen.) Auch wird übrigens, anders als in den Kommentaren geäußert, kurz spekuliert, ob der Verlobte bisexuell sein könnte. Alles in allem kann ich bisher nichts Schlechtes oder Peinliches an dieser Darstellung finden und bin sogar tatsächlich ein wenig gespannt gespannt, wie es weiter gehen wird.
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