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München

Trauer um Alexander Miklosy

Der Rosa-Liste-Politiker und langjährige Bezirksausschussvorsitzende im Münchner Szeneviertel ist am Mittwoch im Alter von 69 Jahren gestorben.


Alexander Miklosy war seit 2002 "Bürgermeister" des Münchner Szenebezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (Bild: Susie Knoll)

München trauert um den wichtigsten Mandatsträger und Repräsentanten der queeren Wähler*innenvereinigung Rosa Liste: Nach langjähriger Krankheit ist Alexander Miklosy, seit 2002 Vorsitzender des Bezirksausschusses 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, am Mittwoch im Alter von 69 Jahren gestorben.

Miklosy kam durch sein Engagement beim schwulen Radio "Uferlos" zur Rosa Liste und wurde 1996 erstmals in den Bezirksausschuss des Szene-Stadtteils gewählt. "Das selbstverständliche Miteinander im Viertel, in dem jede und jeder gut leben können sollte, lag ihm besonders am Herzen", würdigte ihn die Rosa Liste in einem Nachruf auf Facebook. "Er war durch und durch Kommunalpolitiker, der zuhören und mit seiner ruhigen und diplomatischen Art vermitteln und bewegen konnte."

"Kampf um Gleichberechtigung ein Gesicht gegeben"

Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl beklagte Miklosys Tod als schweren Verlust für die gesamte Stadt: "Seit über 30 Jahren lebte er in der Isarvorstadt und engagierte sich hier nicht nur für die Rechte Homosexueller, sondern für alle Belange 'seines' Stadtviertels." Als offen schwul lebender Politiker an der Spitze eines Bezirksausschusses habe er "die große LGBTI-Minderheit in Münchens Zentrum sichtbar gemacht und ihrem Kampf um Gleichberechtigung ein Gesicht gegeben", so Niederbühl. "Mit seiner stets liebenswürdigen und ausgleichenden Art konnte er politische und ideologische Gräben überwinden und Menschen zusammenführen. Sein Tod reißt eine schmerzhafte Lücke. Wir werden uns immer mit Respekt und Dankbarkeit an ihn erinnern."

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der mit Miklosy die jährliche CSD-Demo anführte, zeigte sich betroffen. "Er wird uns fehlen", sagte er gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Die Stadt verliere einen engagierten Stadtteilpolitiker.

Alexander Miklosy, der im Münchner Stadtteil Haidhausen aufwuchs, in der Ludwigsvorstadt auf das Theresiengymnasium ging und anschließend an der Ludwig-Maximilians-Universität Forstwirtschaft studierte, hinterlässt seinen Mann Walter, mit der er seit 1996 zusammenlebte. (cw)