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Debatte um Regenbogenfamilien

Karliczek nimmt nicht zu ihrem homophoben Interview Stellung

Bei einer Fragestunde im Bundestag wollte Kai Gehring die Bundesbildungsministerin zur Rede stellen – doch Anja Karliczek schickte ihren Staatssekretär vor, der sich nur schwammig äußerte.


Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek weckt pauschale Zweifel daran, ob Kinder in Regenbogenfamilien gut aufwachsen (Bild: J.-H. Janßen / wikipedia)

Die CDU-Politikerin Anja Karliczek, seit Mitte März Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat bei einer Fragestunde im Bundestag am Mittwochnachmittag nicht zu ihren homophoben Ausführungen in einem n-tv-Interview vom 20. November Stellung genommen, sondern ihren Staatssekretär vorgeschickt.

Die Ministerin hatte in dem Interview wegen der Öffnung der Ehe vor einer "Verschiebung der Strukturen" gewarnt, ihre Ablehnung der Gleichbehandlung im Ehe-Recht verteidigt und erneut Zweifel am Wohlergehen von Kindern in Regenbogenfamilien geäußert. So forderte sie dazu eine Langzeitstudie – obwohl dutzende Untersuchungen zu dem einhelligen Ergebnis kommen, dass es Kindern in Regenbogenfamilien genau so gut geht wie in traditionellen Familien (queer.de berichtete).

Der Abgeordnete Kai Gehring (Grüne) wollte daher von der Ministerin im Plenum des Bundestages mit einer vorab vorgelegten Frage unter Verweis auf entsprechende Studien wissen, ob sie "inzwischen den Forschungsstand zur Kenntnis genommen" habe und ob sie weiter an ihren Einschätzungen festhalte. Karliczek war allerdings nicht anwesend, so dass der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (CDU) die Antworten gab.

Rachel äußerte sich darauf und auf Nachfragen von Gehring und seinen Parteifreundinnen Steffi Lemke und Katharina Dröge nur sehr allgemein. Er betonte, dass sein Ministerium "für Respekt gegenüber den vielfältigen Formen von Familienstrukturen" eintrete. Auf konkrete Nachfragen, wie das Ministerium auf Mobbing an Kindern aus Regenbogenfamilien oder an LGBTI-Schülern reagieren wollte, verweigerte er aber eine Antwort.

Direktlink | Die Antworten von Staatssekretär Thomas Rachel

Bereits vor zwei Wochen hatte Gehring Karliczek nach diesem Thema befragt. Damals wollte die Ministerin ebenfalls nicht zur Sache antworten – stattdessen attackierte sie den Grünen als intolerant: "Ich bin nach einer Meinung gefragt worden in dem Interview, die Grundlage einer Entscheidung war, die wir im Juli 2017 getroffen haben. Und Meinungsvielfalt und Toleranz ist normalerweise immer Ihr Ding, und ich finde, hier geht's grad nicht, oder?"

Gehring: Karliczek müsste es als Forschungsministerin besser wissen

Kai Gehring zeigte sich nach dem zweiten Versuch einer Frage an die Ministerin verwirrt: "Als Abgeordnete diskriminiert Karliczek Regenbogenfamilien, obwohl sie es als Forschungsministerin besser wissen könnte, dass es Kindern gleichgeschlechtlicher Paare bestens geht."

Besonders getroffen gefühlt habe sich Gehring über das fehlende Bekenntnis, stärker gegen Diskriminierung vorzugehen. "Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern geht es genauso gut wie Kindern, die mit verschiedengeschlechtlichen aufwachsen. Viel größer ist aber die Gefahr, in der Schule oder in Jugendclubs gemobbt zu werden. Wenn es Karliczek und Rachel wirklich ernst ist mit dem Kindeswohl, werden sie Anti-Mobbing-Initiativen stärken müssen." (dk)



#1 GeorgB
#2 Rechtsruck-WatchAnonym
  • 13.12.2018, 16:37h
  • Die stramm römisch-katholische Diplomkauffrau im Amt einer Bundesbildungsministerin befürchtete vielleicht, dass sie den Fragen intellektuell nicht standhalten kann. Daher schickte sie lieber ihren brachial-bewährten Mitchristen und Schwulenhasser Rachel in den Ring, der übrigens auch im Rat der evangelischen "Kirche" Deutschlands EKD seiner bronzezeitlichen Religionsideologie frönt und aus dieser Pressionsgruppe in die heutige weltliche Politik hineinträgt.

    Womit wir einmal mehr sehen, dass Christen sich nicht scheuen, ihr "gläubiges" Unwissen durch politische Ämter hemmungslos und ohne Rücksicht auf jede Realität durchzuboxen. Und wenn sie sich rechtfertigen sollen, ziehen sie den Schwanz ein und verkriechen sich hinter einem, der lauter kläffen kann.
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#3 AfD-WatchAnonym
#4 schwachAnonym
  • 15.12.2018, 11:38h
  • Typische Reaktion eines CDU Mitglieds. Zuerst was äußern, was weder Hand noch Fuß hat, und danach lässt man sich verteten und versteckt sich dahinter.
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#5 Ralph
  • 16.12.2018, 10:25h
  • dumm, dreist, feige - die Qualifikation, die man in Deutschland als Hinterbankminister(in) offenbar braucht
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#6 YannickAnonym
  • 16.12.2018, 17:44h
  • Dass eine Person, die dermaßen renitent Forschungsergebnisse ignoriert und stur das Gegenteil behauptet, überhaupt Bildungs- und Forschungsministerin ist, ist schon traurig genug.

    Dass die dann aber auch nicht mal zu ihren Aussagen steht und die Rechenschaft verweigert, wie sie zu ihren Schlüssen kommt, zeugt von extrem schlechtem Stil. Hatte ich aber auch nicht anders erwartet.

    Und die SPD macht auch das weiter brav mit und hält auch diese Person weiterhin in der Regierung.
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