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Hugh Grant als schwuler Politiker

Sony Channel zeigt "A Very English Scandal"

Im kommenden Jahr kommt die schwule BBC-Miniserie mit Hugh Grant und Ben Whishaw ins deutsche Pay-TV.


Hugh Grant und Ben Whishaw sind die Hauptdarsteller im Drama um die Thorpe-Affäre (Bild: BBC)

  • 14. Dezember 2018, 11:43h, noch kein Kommentar

Der Fernsehsender Sony Channel hat sich die deutschen Ausstrahlungsrechte für die britische Miniserie "A Very English Scandal" gesichert. Die drei Teile sollen im kommenden Jahr ausgestrahlt werden, ein genauer Termin steht noch nicht fest. Die Produktion war im Mai und Juni im ersten Programm der BBC gezeigt worden.

Hollywoodstar Hugh Grant spielt in der auf wahren Begebenheiten basierenden Serie den schwulen Politiker Jeremy Thorpe, der beschuldigt wird, einen Killer auf seinen Liebhaber angesetzt zu haben. Der junge Lover wird vom offen schwulen Schauspieler Ben Whishaw dargestellt, der unter anderem auf Netflix in der Thriller-Serie "London Spy" und als Waffenmeister Q in den James-Bond-Filmen zu sehen ist.

Thorpe-Affäre hielt England in den Siebzigerjahren auf Trab

Die sogenannte Thorpe-Affäre gehörte in den Siebzigerjahren zu den größten politischen Skandalen im Königreich – und beendete die Karriere eines der angesehensten Politiker Großbritanniens. Jeremy Thorpe führte die aufstrebende Liberale Partei seit 1967 an. In der Öffentlichkeit wusste man aber nicht, dass der verheiratete Politiker ein Doppelleben führte; nach außen hin gab er sich als treuer Ehemann, lebte aber seine Homosexualität heimlich mit dem elf Jahre jüngeren Stalljungen Norman Scott (Whishaw) aus – zu einer Zeit, als Homosexualität in England noch illegal war.

In den Siebzigern fühlte sich Scott von Thorpe schlecht behandelt und immer mehr Details zur Affäre kamen in die Öffentlichkeit. Schließlich wurde Scott 1976 von einem Mann mit einer Waffe bedroht, der dann dessen Hund erschoss – laut Scott habe der Mann auch ihn umbringen wollen, seine Waffe habe aber Ladehemmungen gehabt. In Folge dieses Verbrechens kamen immer mehr Details über die Affäre ans Tageslicht, wodurch Thorpe im trotz der Legalisierung von gleichgeschlechtlichem Sex noch immer extrem homophoben England der Siebzigerjahre schließlich zum Rücktritt gezwungen wurde. 1979 wurde Thorpe wegen Anstiftung zum Mord angeklagt, aber von einer Geschworenenjury freigesprochen. Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 sprach Thorpe nie öffentlich über seine sexuelle Orientierung.

Das von Russell T. Davies ("Queer as Folk") mit viel Humor verfasste "A Very English Scandal" wurde von Kritikern hochgelobt. Unter anderem erhielt die Produktion eine Nominierung als beste Mini-Serie für den amerikanischen Filmpreis Golden Globes (queer.de berichtete).

Der Sender Sony Channel, in dem der Dreiteiler gezeigt wird, ist über verschiedene Plattformen und Kabeldienstleister zu empfangen – etwa über den IPTV-Dienst Entertain der Deutschen Telekom, über Vodafone, Kabel Deutschland, Unitymedia, KabelKiosk und Magine TV. (dk)