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Landgericht Bochum

Bewährungsstrafen für Raubüberfälle auf Schwule

Die sechs verurteilten jungen Männer hatten ihre Opfer auf einer Gay-App kontaktiert und zu Sexdates nach Bochum eingeladen. Dort wurden sie zu abgelegenen Orten gelotst, verprügelt und ausgeraubt.


Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Wegen Raubes und Körperverletzung hat das Landgericht Bochum am Freitag sechs junge Männer zu Jugendstrafen von bis zu eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Dies berichtete Radio Bochum. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da alle Verurteilten zur Tatzeit vor zwei Jahren minderjährig waren.

Angeklagt waren mit Cihan K. (18), Adam A. (19), Dario S. (18), Aleksandr Vladimirovic P. (18), Rijad D. (18), Henri W. (18), Michael G. (21) und Khoder K. (19) acht junge Männer aus Bochum. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, mindestens drei schwule Männer unter dem Vorwand sexuellen Interesses kontaktiert, ausgeraubt und dabei schwer verletzt zu haben (queer.de berichtete).

Die Fälle ereigneten sich zwischen dem 31. Oktober und 19. November 2016. Die Raubopfer, die unter anderem aus Dortmund und Mönchengladbach anreisten, wurden von "Lockvögeln" in Empfang genommen worden und dann an abgelegene Orte dirigiert. Dort wurden sie durch Tritte und Schläge zunächst zu Boden gebracht und dann beraubt. Einer der schwulen Männer erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma erstes Grades. Erbeutet wurden Bargeld und Handys.

Ähnliche Überfälle auf Schwule auch in anderen Städten

Berichte zu ähnlichen Überfällen auf Schwule hatte es bereits vor zwei Jahren im 120 Kilometer von Bochum entfernten Gütersloh gegeben: Dort gaben mehrere schwule Männer an, dass sie offenbar von Homo-Hassern an einen abgelegenen Ort gelockt und dort angegriffen worden seien (queer.de berichtete). Die Polizei stellte allerdings die Ermittlungen wegen fehlender Beweise ein (queer.de berichtete).

Erst im November war ein 30-jähriger Planetromeo-User aus dem Landkreis Pfaffenhofen von zwei jüngeren Männern in München in eine Falle gelockt worden (queer.de berichtete). (cw)



#1 gastAnonym
  • 15.12.2018, 17:28h
  • Also bei diesem Michael G. kann das mit der Minderjährigkeit den Angaben nach nicht stimmen.
    Vor zwei Jahren müsste er 19 oder 18 gewesen sein, also nicht minderjährig. Ansonsten : Ich bin "erschüttert" über eine derart harte und hohe Haftstrafe ... (ironie off)
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#2 gastAnonym
  • 16.12.2018, 00:56h
  • Zwei Jahre bis zum Prozess. Und dann eine Bewährungsstrafe, d.h. für die Täter ein gefühlter Freispruch. Bewirkt also rein gar nichts. Schade.
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#3 Ralph
  • 16.12.2018, 10:20h
  • Die Täter lachen sich kaputt, und wir wissen mal wieder: uns überfallen, ausrauben, zusammenschlagen bleibt straffrei.
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#4 UlricoAnonym
  • 16.12.2018, 10:46h
  • Ich kenne die näheren Umstände nicht, aber vorallem nicht die Gründe dieser milden Urteile für derartige Gewaltverbrechen an ahnungslosen Opfern . Gerade die genannten Namen lassen vermuten aus welcher Richtung die Täter kommen und es sollte eine ganz klare Absage an die gerichtet werden, die Minderheiten in dieser heimtückischen Art und Weise in die Falle locken. Ähnliches wird bereits in Russland gemacht. Ich könnte Kotzen !
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#5 GronkelAnonym
  • 16.12.2018, 12:26h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • "Die Täter lachen sich kaputt, und wir wissen mal wieder: uns überfallen, ausrauben, zusammenschlagen bleibt straffrei."

    Ja, genau so ist es hier. Nicht nur für diese Taten, sondern für viele viele mehr. Das ist der Gedanke der Resozialisierung. Der Selbsterkenntnis. Der Warnschüsse. Genau aus so einem Gedanken heraus erwachsen Intensivtäter.
    Und das Lustige ist, wenn ein Gedanke offensichtlich gescheitert ist, wird in Deutschland mehr davon gefordert.
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#6 michael008
  • 16.12.2018, 12:58h
  • Antwort auf #5 von Gronkel
  • Wenn dem so wäre gäbe es in den USA weniger Straftaten und weniger Intensivtäter.
    In kaum einem anderen zivilisatorisch so weit entwickeltem Land wird Strafvollzug so wenig unter Resozialisierungsgesichtspunkten betrieben wie dort.
    Trotzdem sind die Gefängnisse randvoll und die Kriminalität höher als bei uns.
    Bitte nicht missverstehen, auch ich bin der Ansicht, dass einige Straftäter zu lasch bestraft werden, aber das Hauptproblem ist die viel zu lange Zeitspanne zwischen Tat und Sanktion und eben auch die viel zu späte Reaktion von Behörden und "Erziehern" auf kriminelle Entwicklungen in der Jugend.
    Ist ein Jugendlicher erst mal so weit gegangen, wie diese Herrschaften hier, ist Resozialisierung viel schwieriger als bei Jüngeren.
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#7 GronkelAnonym
  • 16.12.2018, 15:01h
  • Antwort auf #6 von michael008
  • "Bitte nicht missverstehen, auch ich bin der Ansicht, dass einige Straftäter zu lasch bestraft werden, aber das Hauptproblem ist die viel zu lange Zeitspanne zwischen Tat und Sanktion und eben auch die viel zu späte Reaktion von Behörden und "Erziehern" auf kriminelle Entwicklungen in der Jugend."

    Ja, die Probleme haben viele Väter. Vielleicht wäre beides Sinnvoll. Schnellere, direktere und härtere Strafen mit mehr verpflichtende Resozialisierung in den Vollzugsanstalten.
    Ich bekomme jedes Mal eine Kravatte wenn ich höre, dass es im Gefängnis nicht möglich ist ein Drogenverbot durchzusetzen, also in einem 100 % staatlich überwachten System können grundlegende Gesetze nicht durchgesetzt werden, oder sich Kleinkriminelle im Gefängnis erst radikalisiert haben.
    Da wünscht man sich manchmal ein Boot-Camp nach Ami Manier, in denen die Rückfallquoten wohl maßgeblich geringer sein sollen.
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#8 FaktencheckAnonym
  • 16.12.2018, 15:10h
  • Antwort auf #7 von Gronkel
  • "Da wünscht man sich manchmal ein Boot-Camp nach Ami Manier, in denen die Rückfallquoten wohl maßgeblich geringer sein sollen."

    Die einen sagen so, die anderen so:

    "Vielfach wird von großen Erfolgen der Bootcamps berichtet, die darin bestehen, dass die Rückfallquote im Vergleich zu anderen Einrichtungen niedriger sei. Dies ist jedoch nach neueren Studien von Camp zu Camp unterschiedlich. So meldet beispielsweise die Kommune Miami-Dade, dass nur 6,6 % aller Insassen rückfällig wurden, wobei das Camp der Kommune Pinella County mit knapp 90 % eine weit höhere Rückfallquote aufweist."

    de.wikipedia.org/wiki/Bootcamp_(Strafvollzug)

    Für mich stellt sich die Frage, wie man mit gewaltvollen, teils inhumanen Methoden jemanden zu mehr Friedfertigkeit und Menschlichkeit "erziehen" will.
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#9 FaktencheckAnonym
  • 16.12.2018, 15:13h
  • Antwort auf #7 von Gronkel
  • "wenn ich höre, dass es im Gefängnis nicht möglich ist ein Drogenverbot durchzusetzen, also in einem 100 % staatlich überwachten System können grundlegende Gesetze nicht durchgesetzt werden,"

    Zu "Sicherheit und Kontrolle" in Bootcamps:

    "Mindestens 30 Jugendliche sind seit 1980 in amerikanischen Bootcamps zu Tode gekommen. Für das Jahr 2005 gäbe es mehr als 1600 dokumentierte Fälle von Kindesmissbrauch in Bootcamps. Hinzu kommen zahllose Fälle von schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen bei den extrem belastenden täglichen Aktivitäten, die die Häftlinge bis an ihre Grenzen strapazieren."

    de.wikipedia.org/wiki/Bootcamp_(Strafvollzug)
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#10 michael008
  • 16.12.2018, 15:31h
  • Antwort auf #8 von Faktencheck
  • Die Frage stelle ich mir auch.

    Mit den amerikanischen Methoden des Strafvollzuges, egal ob Bootcamp oder regulärer Knast, kann ich wirklich nicht anfreunden.
    Überhaupt muss ich das amerikanische Wertesystem, gerade im Bezug zu Strafe und Wiedereingliederung von Straftätern, aber auch insgesamt mit ihrer religiös verbrämten Moral und ihren restriktiven aber unproduktiven Jugendschutzgesetzen in Frage stellen.
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