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Berlin

Linke-Politiker Hakan Taş betrunken am Steuer erwischt

Das schwule Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses fuhr am Freitagabend alkoholisiert gegen einen Laternenmast – und setzte seine Fahrt einfach fort. Am Nollendorfplatz musste er "pusten".


Hakan Taş, 1966 in der Türkei geboren, zog mit 14 Jahren nach Deutschland. Seit 2011 ist er für die Linkspartei Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (Bild: Promo)

Der Berliner Linke-Abgeordnete Hakan Taş ist betrunken Auto gefahren und hat einen kleinen Unfall verursacht. Dabei wurde er am Freitagabend von Polizisten beobachtet und kurz darauf kontrolliert, wie die Polizei am Samstag bestätigte. Nun werde gegen Taş wegen des Verdachts der Unfallflucht und des Autofahrens unter Alkoholeinfluss ermittelt.

Der offen schwule Politiker teilte am Samstag mit: "Ich bereue zutiefst, gestern alkoholisiert Auto gefahren zu sein." Nach einer "emotional aufwühlenden Reise in die Türkei" habe er am Freitag diesen "großen Fehler" gemacht. Er werde den Ermittlungsbehörden die Möglichkeit zur vollständigen Aufklärung geben. Seine Posten als Sprecher für Innenpolitik, Integration und Partizipation in der Fraktion der Linken im Abgeordnetenhaus und seine Mitgliedschaft im Fraktionsvorstand lasse er ruhen, schrieb Taş. Sein Abgeordnetenmandat will er aber behalten.

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Zugriff in der Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße

Taş fuhr laut Polizei in der Lennéstraße am Tiergarten in Mitte gegen einen Laternenmast und setzte dann seine Fahrt fort. Das fiel Polizisten, die außer Dienst mit einem Auto unterwegs waren, auf. Sie folgten Taş und informierten die Zentrale, die wiederum einen Streifenwagen losschickte. Die Streifenwagenbesatzung beobachtete Taş beim Einparken in der Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße in der Nähe des Nollendorfplatzes und sprach ihn an. Der Abgeordnete musste "pusten", dann wurde ihm eine Blutprobe abgenommen. Der Promillewert war noch nicht bekannt.

Hakan Taş wurde 1966 in der türkischen Stadt Kemah geboren und zog 1980 im Alter von 14 Jahren nach Deutschland. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann, später arbeitete er als Autor und setzte sich für die Rechte von Einwanderern ein. 2011 gelang ihm der Einzug ins Abgeordnetenhaus. Als Migrant und offen schwuler Politiker wird Taş immer wieder von Neonazis bedroht, im vergangenen Jahr wurde er sogar bei einem Angriff verletzt (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 Ralph
  • 16.12.2018, 10:30h
  • Linker, Migrant, Schwuler - eigentlich genug Angriffsfläche. Dass man sich dann auch noch als besoffener Autofahrer zur Schau stellt, wäre vermeidbar gewesen. Was bei einem stramm konservativen katholischen Familienvater ein verzeihliches Kavaliersdelikt wäre, wird ihm wie ein Mühlstein um den Hals hängen.
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 Patroklos
  • 16.12.2018, 12:36h
  • Ich bin auch schon einmal völlig alkoholisiert Auto gefahren und dabei nicht erwischt worden, jedoch ist das mittlerweile 30 Jahre her.

    Die Devise "Don't drink and drive" gilt weiterhin, auch für Politiker wie Herr Tas. Er hätte besser ein Taxi nehmen sollen, dann wäre das nicht passiert!
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#4 KetzerEhemaliges Profil
  • 16.12.2018, 13:56h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Mit genau solchen Kommentaren habe ich gerechnet. Also: linke Schwule mit Migrationshintergrund haben gefälligst viel vorbildlicher zu leben als der ganze restliche "Haufen", der dieses Land so besiedelt?

    Warum, zum Teufel?

    Nicht dass ich alkoholisiertes Autofahren auch nur annähernd für akzeptabel hielte - aber es kann und darf nicht sein, dass für Linke, Migranten, Schwule - Minderheiten generell - schärfere Regeln zu gelten haben als für den deutschen Standard-Michel.

    Erinnert mich ein bisschen an die unfassbare Shitstorm-Diskussion zu einem gewissen Politiker, der mit 0,6 Gramm einer "betäubungsmittelverdächtigen Substanz" aufgefunden wurde und dafür in der Community, für die er jahrzehntelang eingetreten war, verbal total zertrampelt wurde.

    Ihr wollt doch immer alle, dass Schwule als "normal" gelten? Dann setzt an sie auch keine höheren Maßstäbe an als an alle anderen. Und nein: auch dass er links und Migrant ist, vervielfacht seine Schuld NICHT. Nicht im Geringsten.
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#5 NachfrageAnonym
  • 16.12.2018, 15:07h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • "Ketzer" hat da schon einen Punkt.

    Es wird leider nicht ganz klar, ob du hier einfach nur die gängigen diskriminierenden Doppelstandards beschreibst, oder ob du nicht mit dieser Aussage selbst dazu beiträgst, diese aufrechtzuerhalten.

    Muss sich jemand, der weiß, dass an ihn aus z.B. rassistischen und/oder homophoben Gründen strengere Maßstäbe angelegt werden, wirklich selbst nach diesen strengeren Maßstäben richten? Ist er womöglich noch selbst schuld an der unverhältnismäßigen Skandalisierung, wenn er es nicht tut?

    Ich hätte mir deinerseits eine klarere Aussage dazu gewünscht. Was du schreibst, ist mindestens missverständlich.
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#6 andreAnonym
  • 16.12.2018, 15:07h
  • Fahrerflucht hat, eigentlich, nichts mit dem Parteiabzeichen zu tun. Außer AfD, da wärs ein Anschlag von rechts und das Geschrei wäre groß. Spaß beiseite. Ist allerdings ein Strafdelikt und keine Ordnungswidrichkeit mehr. Wird relativ hart bestraft. Mir auch schon passiert. Eine C-Klasse angefahren. Bei mir innen im Auto gabs einen Riesenknall. Da gehen einem ziemlich chaotische Sachen durch den Kopf. Man bekommt Panik. Weiter gefahren, um die Ecke. Zurückgelaufen und geschaut, nichts passiert. Trotzdem Fahrerflucht. Die folgenden 2 Wochen, konnte ich nicht schlafen vor Angst. Das war Strafe genug. Ist jetzt lange her. Und dann habe ich mal Fahrerflucht gemacht, weil ich wußte, 100m weiter war ein Telefon und ich wollte Hilfe holen. Handys waren, vor 20 Jahren noch nicht so verbreitet. Mein damaliger großer Geländewagen hat, auf Raureif, einen Golf im Gegenverkehr, in tausend Teile zerlegt. Mit 275 Latschen, wird man immer schneller wenns glatt ist und man kann nichts dagegen tun.
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#7 DalilizzAnonym
  • 16.12.2018, 16:53h
  • Das war ja klar, dass die üblichen Verdächtigen eine "schwulenfeindliche Diskriminierung" bei der Feststellung der Fahrerflucht wittern ...Peinlich peinlich peinlich....Fahren unter starkem Alkoholeinfluss , Sachbeschädigung und Fahrerflucht ist eine Straftat. ..Ganz egal ob links und homo ist...
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#8 YannickAnonym
  • 16.12.2018, 17:30h
  • Sorry, aber das muss Konsequenzen haben.

    Das hätte auch Invalide oder Tote zur Folge haben können.

    Ja, es sollte niemand härter bestraft werden, weil er schwul, links oder was auch immer ist. Aber eben auch nicht weniger hart deswegen.

    Mit vielen Dingen kann man noch leben oder ein Auge zudrücken.

    Aber wenn jemand MENSCHENLEBEN GEFÄHRDET darf man da nicht mehr tolerant sein. Dass das bei manch anderem Politiker passiert, macht es nicht weniger verwerflich.
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#9 Homonklin44Profil
  • 16.12.2018, 17:55hTauroa Point
  • Vielleicht hat er die Idee von bürgernaher Politik ein bisschen falsch interpretiert. Oder besoffen mit dem Auto rumkurven, ist halt nicht grade vorbildhaft, aber wenigstens bürgernah in dem Sinne, dass es zig Allerweltshansel täglich so machen. Und er sich so halt dafür verantworten muss, wie jeder andere auch. Macht er ja.

    Froh sein, das ihm und anderen nix dabei passiert ist, kann man auch.
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#10 Ralph
  • 16.12.2018, 20:04h
  • Antwort auf #4 von Ketzer
  • Ich weise lediglich darauf hin, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Da werden interessierte Kreise bei Hakan Tas keine Ausnahme machen. Und nein - das hat nichts mit höheren Ansprüchen zu tun, die an ihn gestellt werden sollen, sondern mit der Gefahr für seine Karriere, die bei ihm als Linkem, Migranten und Schwulem größer ist, weil die rechte Meute nur darauf lauert, dass so einer mal mit Drogen oder bei der Fahrerflucht oder beim Rumhuren erwischt wird. Das ist in diesem Lande nun mal so. Leider, aber wir wissen es doch alle. Anständige Leute stürzen über derartige Regelverstöße, unanständige meist nicht mal über große Affären.
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