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"Im Interesse des Kindes"

Gericht in Singapur erlaubt Schwulem Adoption von Leihmutter-Kind

In Singapur ist Homosexualität zwar nach wie vor verboten. Jetzt erlaubt aber erstmals ein Gericht einem Mann, der in einer schwulen Beziehung lebt, die Adoption eines Kindes.


In Singapur stehen auf männliche Homosexualität immer noch Gefängnsistrafen (Bild: ProjectManhattan / wikipedia)

Ein Gericht in Singapur hat einem homosexuellen Mann erlaubt, sein von einer Leihmutter in den USA ausgetragenes Kind zu adoptieren. Das Urteil vom Montag ist eine Sensation in dem asiatischen Stadtstaat, in dem Leihmutterschaften sowie die Ehe für alle und Sex zwischen Männern verboten sind.

Der 46-jährige Kläger, der in einer langjährigen Beziehung lebt, hatte wegen der schlechten Aussichten, als Schwuler ein Kind adoptieren zu können, eine Leihmutter in den USA beauftragt. Diese trug sein Kind für 200.000 Dollar (175.000 Euro) aus. Der Junge ist mittlerweile fünf Jahre alt.

Der Mann nahm den Jungen mit nach Singapur. Er beantragte offiziell die Adoption, um die Einbürgerung seines Sohnes zu erleichtern. Ein Bezirksrichter lehnte den Antrag jedoch vor einem Jahr ab, woraufhin der Mann Berufung am Obersten Gericht einlegte – und Recht bekam.

Richter spricht von Einzelfallentscheidung

Richter Sundaresh Menon sagte, die Adoption sei "im Interesse des Kindes", das es nun leichter habe, die Singapurer Staatsbürgerschaft zu bekommen. Das sorge für Stabilität im Leben des Kindes. Zugleich betonte der Richter, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handle. Das Urteil sei keine Zustimmung für das Verhalten des Klägers und seines Partners. Der Anwalt des 46-Jährigen, Ivan Cheong, sagte, sein Mandant sei "überglücklich". "Am Ende geht es darum, was im Interesse des Kindes liegt."

Singapur ist in vielerlei Hinsicht ein moderner Staat, jedoch betrifft dies nicht den Umgang mit Homosexualität. Auch wenn es kaum angewendet wird, gilt noch immer ein Gesetz aus der britischen Kolonialzeit, das Geschlechtsverkehr zwischen Männern verbietet – Homosexuellen drohen demnach bis zu zwei Jahre Haft. Das Gesetz stieß in den letzten Jahren immer mehr auf Kritik. Unterstützung kommt jedoch von der katholischen Kirche, die erst im September dafür warb, die Gefängnisandrohung für schwule Männer aufrecht zu erhalten (queer.de berichtete). (AFP/dk)