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Evangelische Kirche

Tränen nach der "Bad Boller Bitte um Vergebung"

Gabriele Arnold, Regionalbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, in der noch immer keine homosexuellen Paare gesegnet werden, entschuldigte sich am dritten Advent bei LGBTI für das zugefügte Leid.


Gabriele Arnold leitet seit Ende November 2016 den Sprengel Stuttgart, eine von vier Prälaturen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (Bild: Gottfried Stoppel)

Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat sich bei der LGBTI-Bewegung für das durch ihre Kirche zugefügte Leid entschuldigt. Die historische Geste erfolgte am dritten Advent im Rahmen eines Gottesdienstes während der 33. Lesbentagung in der evangelischen Akademie Bad Boll zum Thema "Feminismus – viel erreicht, noch viel zu tun. Lesbische / queere* Frauen aller Generationen im Gespräch".

Die etwa hundert Teilnehmerinnen hatten mit der Entschuldigung nicht gerechnet. "Der Effekt war raumfüllend. Das gesprochene Wort verdichtete alles, was da war und wurde energetisch spürbar", heißt es in dem Bericht einer bewegten Augenzeugin auf der Homepage des Dyke March Rhein-Neckar. "Nicht nur die versammelten Emotionen, auch die weitergehenden und tiefer gelegenen Seelenschichten wurden bewegt und rührten an. Rote Köpfe, Atemstillstand, Tränen und Anderes brachten leibhaftig zum Ausduck, wie überraschend das Ganze war, ja wie unbegreifbar diese Handlung war, indem sie in das Gesetzte eingriff und dadurch veränderte."

Deutschlands homophobste Landeskirche

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg verweigert als letzte Landeskirche homosexuellen Paaren noch immer ihren Segen – in ihr sind viele Evangelikale vertreten, die unter anderem auch Homo-"Heilung" gegenüber Jugendlichen befürworten. Im vergangenen Monat stimmte die Synode lediglich der Weiterarbeit an einem Gesetzentwurf zu, der einzelnen Gemeinden öffentliche Segnungen erstmals ermöglichen soll. Über ihn könnte aber frühestens bei der nächsten Tagung der Synode im März abgestimmt werden (queer.de berichtete). Der LSVD hatte den Vorstoß als "nicht mehr als eine Farce" kritisiert (queer.de berichtete).

Gabriele Arnold, die seit Ende November 2016 den Sprengel Stuttgart – eine von vier Prälaturen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg – leitet, hatte sich entgegen der offiziellen Linie stets für die Segnung lesbischer und schwuler Paare ausgesprochen. Im Jahr 2017 wurde sie ohne Rücksprache mit dem Bischof Schirmfrau des CSD Stuttgart (queer.de berichtete). (cw)



#1 YannickAnonym
  • 18.12.2018, 09:10h
  • -----------------------------------
    "Der Effekt war raumfüllend. Das gesprochene Wort verdichtete alles, was da war und wurde energetisch spürbar", heißt es in dem Bericht einer bewegten Augenzeugin auf der Homepage des Dyke March Rhein-Neckar. "Nicht nur die versammelten Emotionen, auch die weitergehenden und tiefer gelegenen Seelenschichten wurden bewegt und rührten an."
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    Klingt das nur für mich komplett von Religion vernebelt?
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#2 KetzerEhemaliges Profil
#3 Patroklos
#4 Carsten ACAnonym
  • 18.12.2018, 09:39h
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • Tja, Religion vernebelt halt die Sinne.

    Und es gibt offenbar auch noch genug LGBTI, die am Rockzipfel solcher Leute hängen und sich über jeden Brotkrumen freuen, der ihnen gönnerhaft zugeworfen wird.
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#5 PierreAnonym
  • 18.12.2018, 09:51h
  • "Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hat sich bei der LGBTI-Bewegung für das durch ihre Kirche zugefügte Leid entschuldigt."

    Und dennoch bleibt sie Teil dieser diskriminierenden Organisation und unterstützt das damit weiterhin personell und ideell. Man könnte ja stattdessen auch dort austreten - DAS wäre mal ein starkes Zeichen.

    Naja, muss jeder für sich selbst entscheiden, was man mit dem eigenen Gewissen ausmachen kann und wie sehr man sein Rückgrat verbiegen kann und sich dennoch morgens im Spiegel betrachten kann.
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#6 Maike P aus SAnonym
  • 18.12.2018, 10:41h
  • Also ich finde es durchaus beachtlich, wenn sich eine Mitfrau der württembergischen Kirchenleitung so klar positioniert!

    Menschen wie Gabriele Arnold und andere beweisen, dass auch die Evangelische Landeskirche in Württemberg kein finsteres Tal ist!
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 18.12.2018, 11:27h
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • "Nicht nur die versammelten Emotionen, auch die weitergehenden und tiefer gelegenen Seelenschichten wurden bewegt und rührten an. Rote Köpfe, Atemstillstand, Tränen und Anderes brachten leibhaftig zum Ausduck, wie überraschend das Ganze war, ja wie unbegreifbar diese Handlung war."

    Na ja, auch ich habe nicht einen Augenblick meines Lebens an der Existenz Gottes gezweifelt.

    Aber auch für mich ist das ein zutiefst fremdes Phänomen aus einer anderen Kultur.

    Interessant auch, weil es über die Grenzen Schwabens und seiner merkwürdigen Mischung zwischen kleinkarierter Pingeligkeit und idealistischem Schwarmgeist typisch für die protestantische, also die deutsche Mentalität ist.

    Diese gefühlige Selbstergriffenheit führt auch zu Verzückungen wie Göring-Eckarts "Wir bekommen plötzlich Menschen geschenkt!" (als seien arabische Migranten Kuscheltiere).

    Oder auch zum triefenden Selbstmitleid in Dresden, wo viele wirklich der Meinung sind, sie seien die Hauptopfer des 2. Weltkriegs (obwohl die meisten schon nach '45 geboren sind).

    Das deutsche Gemüt:

    Man ist verschwiemelt und weltfremd und auch noch stolz drauf!
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#8 Simon HAnonym
  • 18.12.2018, 11:39h
  • Sorry, aber von warmen Worten haben wir genug. Damit können wir uns die Wände tapezieren.

    Fast täglich erklärt uns irgendein Religionsvertreter, irgendein Politiker, etc. dass er/sie auf unserer Seite steht, wieviel sich ändern müsse und wie leid ihm/ihr das angeblich alles tut. Aber handeln die dann auch? Ziehen die dann auch Konsequenzen?

    Nein. Immer nur Gelaber ohne wirkliche Taten.

    Sorry für die deutlichen Worte, aber davon haben wir genug und das bringt gar nichts. Das können die sich gerne behalten.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 18.12.2018, 12:24h
  • Antwort auf #8 von Simon H
  • "Immer nur Gelaber ohne wirkliche Taten."

    Jenseits des schwäbelnden Tränentals gab es diese Taten durchaus.

    In der Evangelischen Kirche im Rheinland gab es Trauungen früher als in den Standesämtern.

    Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm hat sich vor der Abstimmung im Bundestag für die Ehe für alle ausgesprochen.

    Nur, wer die kirchliche Allmacht über alle deutschen Parteien verkennt, wird das als politisch unwichtig einstufen.

    Die Wahrheit ist ja, dass ohne kirchlichen Segen hierzulande gar nichts läuft (siehe Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch etc.).
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#10 Danny387Profil
  • 18.12.2018, 12:49hMannheim
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • Naja, eigentlich vernebelt hier die Bitte um Entschuldigung, nicht die Religion, streng genommen. Aber ich hatte mich auch über diese sehr überschwängliche Formulierung der Teilnehmerin gewundert.
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