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Hollywood

Darren Criss will keine Schwulen mehr spielen

In "Glee" und "American Crime Story" stellte der heterosexuelle Kalifornier schwule Männer dar. Damit soll jetzt Schluss sein, damit homosexuelle Schauspieler an die Reihe kommen.


Darren Criss wurde für seine Darstellung des schwulen Serienkillers Andrew Cunanan mit einem Primetime Emmy Award ansgezeichnet (Bild: FX)

Der 31-jährige Schauspieler Darren Criss hat im Interview mit dem Frauenmagazin "Bustle" angekündigt, keine queeren Personen mehr darzustellen. Zwar sehe er viele dieser Rollen als "einfach wunderbar" an. "Aber ich will sichergehen, dass ich nicht wieder ein weiterer heterosexueller Junge bin, der die Rolle einem schwulen Mann wegnimmt."

In der Serie "Glee" spielte Criss mehrere Jahre lang den offen schwulen Schüler Blaine Anderson. Dieses Jahr wurde er für seine Darstellung des schwulen Serienkillers Andrew Cunanan in der neunteiligen Serie "Der Mord an Gianni Versace: American Crime Story" von Kritikern hoch gelobt – und unter anderem mit dem Emmy als bester Schauspieler in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm ausgezeichnet (queer.de berichtete). Außerdem spielte er am Broadway die Rolle der genderqueeren Figur Hedwig im Kultmusical "Hedwig and the Angry Inch".

Debatte um LGBTI-Rollen in Hollywood

In Hollywood gibt es derzeit eine Debatte um die Darstellung queerer Figuren durch cis- oder heterosexuelle Schauspieler. Dies wird als unfair empfunden, weil insbesondere schwule Darsteller oft nur als Schwule gecastet werden, Lesben als Lesben und transsexuelle Schauspieler nur als Transpersonen. Cis-Heterosexuelle, die in queere Rollen schlüpfen, erhalten dagegen oft Lob von Kritikern für ihre "mutige" Darstellung – etwa Cate Blanchett in "Carol", Jared Leto in "Dallas Buyers Club", Heath Ledger und Jake Gyllenhaal in "Brokeback Mountain" oder zuletzt Timothée Chalamet and Armie Hammer in "Call Me By Your Name".

Immer wieder gibt es daher Proteste gegen heterosexuelle Schauspieler, die inzwischen auch reale Auswirkungen haben: So verzichtete Scarlett Johansson nach scharfer Kritik vor einem halben Jahr darauf, im Film "Rub & Tug" einen Transmann darzustellen (queer.de berichtete). Nun ist unklar, ob der Film überhaupt gedreht wird.

Im Sommer gab es auch Kritik am heterosexuellen Schauspieler Jack Whitehall, der die erste schwule Figur in einem Disney-Film spielen soll (queer.de berichtete). (dk)



#1 Ketzer
  • 21.12.2018, 14:10h
  • Tja. Fürs Publikum bleibt da halt doch noch ein Unterschied... wenn Heteros Homos mimen, kann man immer noch sagen "der tut ja nur so, in Wirklichkeit ist aber alles in Ordnung mit ihm".

    Bei realen Schwulen müsste das Publikum dann, im Gegenteil, endgültig akzeptieren, dass es uns WIRKLICH gibt. Nicht nur als irgendwelche Phantasiegestalten, sondern ganz real, im echten Leben.

    Davor wird das Publikum in vielen Fällen bewahrt, damit es nicht abgeschreckt wird und den Kinos fernbleibt (und somit den monetären Erfolg schmälert).

    Mit Vorspiegelung falscher Tatsachen und "Beschönigung" (weil es für so viele Menschen "schöner" wäre, wenn es uns nicht wirklich gäbe) ist eben immer noch deutlich besser Kasse zu machen als mit der echten Realität.

    Gut, dass es jetzt mehr und mehr Auflehnung gegen diese Strömung gibt. Danke, Darren Criss.
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#2 NickDanielAnonym
  • 21.12.2018, 19:28h
  • Antwort auf #1 von Ketzer
  • Ist es nicht egal, welche sexuelle Orientierung der/die Darsteller haben. Es sind nun Schauspieler. Das ist ihr Job: eine Rolle vorspielen. In erster Linie interessiert mich, ob derjenige mich mit der Darstellung überzeugt. Ich erwarte ja auch nicht, dass Anthony Hopkins ein Kanibale oder Russell Crowe ein Mathematik-Genie ist. Und hat Neil Patrick Harris nicht auch sehr erfolgreich Barney Stinson dargestellt?

    Vielleicht liegt der Wunsch ja vielmehr darin, dass es auch anspruchsvollere Filme, Drehbücher etc. geben sollte, in denen die homosexuellen Charaktere nicht immer nur Klischees bedienen. Wäre es nicht schöner zu sehen, dass Charakter XY die Welt gerettet oder uns zum Lachen gebracht hat und zufällig auf das gleiche Geschlecht abfährt? Nur mal so zum Überlegen...
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#3 FaktencheckAnonym
#4 Bobby1Anonym
#5 FaktencheckAnonym
  • 21.12.2018, 23:18h
  • Antwort auf #4 von Bobby1
  • Und weil es eine kleine Handvoll Ausnahmen gibt, kann es ja sicher überhaupt keine Diskriminierung geben? *augenroll*

    Wer hier bei queer.de regelmäßig mitliest, weiß, wovon ich rede.
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#6 NickDanielAnonym
  • 22.12.2018, 00:22h
  • Antwort auf #5 von Faktencheck
  • Es ist ja auch nicht so, als würde das Kino- bzw. das Filmangebot aus einem großen homosexuellen Markt bestehen. Brokeback Mountain, A Single Man, Carol waren gute und wichtige Filme, die aber auch nur zu einem größeren Publikum fanden, weil die Darsteller einen gewissen Wiedererkennungswert und damit auch Marktwert haben. Die Produktionsfirma muss ja auch zusehen, dass sie Gewinn macht.

    Ich denke, dass Backstage sowieso jeder über den anderen Bescheid weiß, auch wenn die Darsteller nicht medial geoutet sind. Und über diesen Schritt sollte jeder Mensch (auch öffentliche Personen) selbstständig entscheiden dürfen.

    Vielleicht sollte nicht zwanghaft nach Diskriminierung gesucht werden. Und damit Stimmung gemacht werden.

    Ich finde es allerdings fragwürdig, dass sich ein Schauspieler wie Darren Criss, der maßgeblich von den Rollen in Glee und American Crime Story profitiert hat (finanziell und einen erhöhten Bekanntheitsgrad), nun gönnerhaft hinstellt und queere Rollen nicht mehr annehmen will. Vermutlich eher, weil er nicht auf diese Rollen festgelegt werden will. Den angeblichen Aktivismus nehme ich ihm nicht ab.

    Und ein Nachtrag: als Scarlett Johansson-Fan hätte ich sie gerne in einer solchen Rolle gesehen.
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#7 Ketzer
  • 22.12.2018, 00:38h
  • Hier geht es wohl eher darum, dass ein Hetero dafür eintritt, schwule Rollen nicht schwulen Schauspielern wegzunehmen.

    Also weniger darum, ob Heteros Schwule spielen können oder Schwule Heteros.

    Wie ich in #1 bereits erläuterte, könnte eine der Hauptproblematiken diesbezüglich darin bestehen, dass bei "zu viel Schwulsein" sozusagen "zu viel Realität" aufs Tapet kommt.

    Spielt ein Homo einen Hetero, kann man immer noch sagen, "der spielt ja nur". Genauso umgekehrt. Es bleibt also immer noch jemand "übrig", der spielt, was er eigentlich nicht ist. Das erscheint nur halb so wild. Ein Homo, der einen Hetero mimt, wirkt "wenigstens noch einigermaßen normal". Ein Hetero, der einen Homo mimt, ist "wenigstens in Wirklichkeit normal".

    Nur wenn ein Homo auch einen Homo mimt, kann der Zuschauer nicht mehr ignorieren oder halb ausblenden, was da vor sich geht. Ein realer Schwuler spielt einen realen Schwulen - da ist nichts mehr "wenigstens noch halbwegs hetero" - nichts mehr "wenigstens noch halbwegs normal". Man kann sich da nichts mehr "schön"- oder wegdenken. Deshalb ist das so "gefährlich".

    Ich habe für diesen Gedankengang keinen psychologischen Beweis durch irgendwelche Studien. Nennen wir es "Ketzer-Küchenpsychologie".

    Aber ich denke, ganz falsch werde ich damit nicht liegen.
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#8 FaktencheckAnonym
  • 22.12.2018, 13:06h
  • Antwort auf #6 von NickDaniel
  • "Vielleicht sollte nicht zwanghaft nach Diskriminierung gesucht werden."

    Da muss man nicht lange suchen, sondern nur Insidern zuhören. Aber wenn Diskriminierung einfach geleugnet wird, obwohl sie von Betroffenen immer wieder berichtet wird, dann erübrigt sich jede Diskussion.
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#9 JarJarProfil
  • 23.12.2018, 13:01hKiel
  • Es ist völlig unerheblich welche sexuelle Ausrichtung ein Schauspieler hat. Heterosexuelle sollten Schwule & Heten spielen, Schwule, Heten und Schwule.
    Es sind Schauspieler die schlüpfen in andere Rollen. Das ist ihr Job, wenn man danach geht könnte kein Schauspieler mehr ein Mörder oder PSychopathen spielen, außer er ist selbst einer.
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#10 TheDadProfil
  • 23.12.2018, 17:18hHannover
  • Antwort auf #1 von Ketzer
  • ""Tja. Fürs Publikum bleibt da halt doch noch ein Unterschied... wenn Heteros Homos mimen, kann man immer noch sagen "der tut ja nur so, in Wirklichkeit ist aber alles in Ordnung mit ihm".

    Bei realen Schwulen müsste das Publikum dann, im Gegenteil, endgültig akzeptieren, dass es uns WIRKLICH gibt. Nicht nur als irgendwelche Phantasiegestalten, sondern ganz real, im echten Leben. ""..

    Es ist immer wieder interessant welche Gedankengänge sich dann angeblich beim Publikum so alles breit machen sollen..

    Denn ich würde von Anthony Hopkins nicht erwarten "im richtigem Leben" Leber mit Bohnen als Delikatesse zu verspeisen..

    Ein Darstellender Mensch ist deshalb, was er schon immer war, und auch immer bleiben wird :

    Ein Mensch der auf der Bühne oder im Film vorgibt zu sein, was er im privatem Leben nicht ist..
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