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West-Sumatra

Wegen Taschentüchern mit Sperma: Zwei Männer verhaftet

Zur "Bekämpfung der Unmoral" nahm die Polizei der indonesischen Stadt Padang ein von Nachbarn angeschwärztes mutmaßlich schwules Paar in Gewahrsam – und führte es der Öffentlichkeit vor.


Die Polizei veröffentlichte dieses Bild von der Festnahme, die Verpixelung wurde von queer.de vorgenommen (Bild: Humas Satpol PP Padang)

Die Staatshomophobie in Indonesien hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden stürmte die Polizei der in West-Sumatra liegenden Stadt Padang die Wohnung eines mutmaßlich schwulen Paares. Die beiden Männer wurden festgenommen, nachdem die Beamten in ihrem Bett Taschentücher mit feuchtem Sperma entdeckten.

Homosexualität ist in Indonesien, dem mit 250 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten mehrheitlich muslimischen Land der Welt, eigentlich nicht illegal. Dennoch feierte die Polizei die Hausdurchsuchung auf ihrer Facebookseite als Erfolg in ihren Bemühungen zur "Bekämpfung der Unmoral" – und postete ein Foto der Festnahme, das auch an die lokalen Medien weitergegeben wurde. Der Polizeieinsatz sei nach Hinweisen aus der Nachbarschaft erfolgt.

Staatlicher Feldzug gegen LGBTI

Seit 2016 hat sich das Klima für LGBTI in Indonesien dramatisch verschlechtert. Im Dezember vergangenen Jahres verurteilte ein Gericht etwa zehn Männer, die zusammen mit über 100 weiteren Männern bei einer Razzia in einer Schwulensauna in der Hauptstadt Jakarta aufgegriffen worden waren, zu Haftstrafen zwischen zwei und drei Jahren (queer.de berichtete). Sie waren nach einem Gummi-Paragrafen gegen Pornografie verfolgt worden.

In der nordindonesischen Provinz Banda Aceh, in der Scharia-Recht gilt, wurden mehrfach queere Menschen ausgepeitscht (queer.de berichtete). Derzeit überlegt das nationale Parlament, gleichgeschlechtliche "Unzucht" landesweit unter Strafe zu stellen – im regulären Strafgesetzbuch (queer.de berichtete). Für aktuelle Ängste in der LGBTI-Community sorgt zudem eine offizielle App der Staatsanwaltschaft Jakarta, mit der Bürger Beschwerden über "abweichende religiöse Überzeugungen" melden können.

Die inzwischen weit verbreitete Stigmatisierung und Diskriminierung habe dazu geführt, dass die HIV-Rate unter Männern, die Sex mit Männern haben, seit 2007 um das Fünffache angestiegen sei – von fünf auf 25 Prozent, warnte erst im Juli ein neuer Bericht von Human Right Watch (queer.de berichtete). "Die beißende Hass-Rhetorik gegen LGBT durch indonesische Amtsträger seit 2016 schafft ein Klima, in dem Gewalt und Diskriminierung sozial akzeptiert und politisch gedeckt sind", erklärte dessen Autor Kyle Knight. (cw)



#1 YannickAnonym
  • 22.12.2018, 16:39h
  • Barbarenstaat...

    Ich verstehe nicht, wie Menschen in solchen Staaten Urlaub machen können und damit solche Verfolgung indirekt finanziell unterstützen.

    Und als LGBTI bringt man sich in solchen Staaten auch noch selbst in Gefahr.
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#2 Gerlinde24Profil
  • 22.12.2018, 17:47hBerlin
  • Wer in so einem Land lebt, sollte vorsichtig sein. Warum haben die nicht gelogen, und gesagt, dass beide nacheinander im selben Raum onaniert hätten? Das Gegenteil hätten sie nicht beweisen können.
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#3 stromboliProfil
  • 22.12.2018, 22:17hberlin
  • soll uns das bild noch mehr sagen als nur die ohnehin praktizierte erniedrigung..
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#4 TomDarkProfil
  • 23.12.2018, 01:06hHamburg
  • LGBTI sind in Indonesien zum Spielball der Politik geworden, seit sich in den letzten Jahren der salafistische Islam immer mehr ausgebreitet hat, und die muslimischen Extremisten aus dem säkularen Land einen islamischen Staat machen wollen.

    Ein politisch-religiös motivierter Machtkampf, der auf dem Rücken der Ungläubigen und Minderheiten ausgetragen wird, um dem wachsenden Einfluss der Islamisten gerecht zu werden.

    www.taz.de/!5522617/

    Dazu zeigt dieser Rückwärts-Trend in Indonesien auf, wie sich schnell eine ehemals tolerante Gesellschaft ändern kann, wenn Extremismus sich ausbreitet.
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#5 Religioten-WatchAnonym
  • 23.12.2018, 02:07h
  • JEDE*R, der*die in diesen Ländern Urlaub macht, hat Blut an den Händen kleben.

    Schämt euch.
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#6 Ncc 1701Anonym
  • 23.12.2018, 08:39h
  • Antwort auf #2 von Gerlinde24
  • Es wäre naiv zu glauben , dass so ein Regim auch nur im geringsten sein Handeln auf mögliche Fehler hinterfrägt. Man demonstriert bei solchen Fällen auch die Macht des Staates. Das Bild spricht aber irgendwie sowieso Bände.
    Da steht eine muslimische Frau , die ja bekanntlich in islamischen Ländern wegen des Geschlechtes diskriminiert wird im Kopftuch als staatlich ausführende Gewalt vor einer anderen Minderheit und sanktioniert. Es wäre im Islam mal eine dringende Reformation erforderlich , doch die ist nach der Scharia unter Todesstrafe verboten.
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#7 alter schwedeAnonym
  • 23.12.2018, 08:52h
  • Wer sagt denn, daß die Polizei die belastenden Tücher nicht mitgebracht hat? Wäre ja nicht das erstemal, daß unliebsame Kritiker, Politiker oder Menschenrechtsaktivisten auf diese Art reingelegt werden. Dazu die ERSTÜRMUNG der Wohnung in den frühen Morgenstunden. Das dürfte dann irgendwann zwischen 4 und 8 Uhr morgens gewesen sein. Wenn die beiden keine Sexautomaten sind und nicht jeden Tag 12 Stunden lang durchmachen, müssten sie um diese Zeit geschlafen und der Sex dann irgendwo vor 4 Uhr früh stattgefunden haben.
    In der Regel dürfte dann auch das widerstandsfähigste Sperma in einem Papiertaschentuch eingetrocknet sein und das was dann noch zu erahnen ist kann auch von einem ordentlichen Schnupfen stammen. Zum Papiertaschentuch fällt mir dazu noch ein, daß zumindest bei mir diese Tücher nach der Benutzung in der Toilette entsorgt werden. Ich gehe hierbei davon aus, daß die meisten Menschen auf dieser Welt ebenfalls keine benutzten Papiertaschentücher sammeln.

    Wie wärs denn mit einem DNA-Test? Ist in Indonesien vermutlich zu teuer, oder es wurde von den Beamten noch keine Möglichkeit gefunden, belastende DNA von den Beschuldigten auf den Tüchern unterzubringen.

    Erste-Klasse-Kandidaten für eine bewußt gesetzte Falschinformation wären für mich auch die sicherlich anonymen Hinweisgeber aus der Nachbarschaft. (Der schlimmste Lump im ganzen Land, daß ist und bleibt der Denunziant). Da reicht oftmals schon die Begehrlichkeit auf Nachbars Garten um ins Nachbarhaus einzudringen und dort belastendes Material zu deponieren. Auch hier der Hinweis auf die frühen Morgenstunden. Sind diese Nachbarn eigentlich die ganze Nacht wach um mitzukriegen wann und wo in der Nachbarschaft gepimpert wird?

    Die ganze Nummer stinkt also gewaltig und passt hervorragend ins Bild eines repressiv gegen LGBTI vorgehenden Staates. Dazu kommt die Vorführung der Beschuldigten in der Öffentlichkeit. Der eigentliche Skandal dürfte allerdings die Veröffentlichung der durchschaubaren, durch die Behörden inszenierten Straftat auf der FACEBOOKSEITE der Polizei sein.

    Skandal nicht wegen der kriminellen Behörden, sonder hier ist wieder mal FACEBOOK der Unterstützer eines seltsamen homophoben Staatsvereines. Beschuldigte denen eine nicht eindeutig juristisch verfolgbare oder belegbare Straftat untergeschoben wird, werden auf den Seiten dieses feinen SOCIAL-Portals weltweit präsentiert und fertig gemacht. Selbst wenn die beiden schwul sind und täglich rund um die Uhr vögeln, dürfte sich FACEBOOK nicht zum Handlanger der hier agierenden, weltweiten homophoben Populisten-Mafia machen. Das ist nicht SOCIAL sonder klipp und klar ASOCIAL, auf Deutsch asozial. Die Methodik welche hier angewandt wird ist übrigens dem Faschismus entlehnt.

    Ich habe meinen Facebook-Account bereits vor Jahren komplett aufgelöst. Facebook ist für mich ein Befürworter und Unterstützer weltweiter Homophobie und damit für mich eine der führenden Kotz-Adressen im Netz.
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#8 Patroklos
#9 stromboliProfil
  • 23.12.2018, 13:39hberlin
  • Antwort auf #7 von alter schwede
  • "Dazu kommt die Vorführung der Beschuldigten in der Öffentlichkeit. Der eigentliche Skandal dürfte allerdings die Veröffentlichung der durchschaubaren, durch die Behörden inszenierten Straftat auf der FACEBOOKSEITE der Polizei sein."
    Ja, da spielen sich "institutionen und öffentliche plakatierung heteronomativer "wertvorstellungen einander die "argumente& bilder zu.
    Man beachte die perfide spitzfindigkeit der "gegenüberstellung von zwei männlichen homos und einer disziplinierten frau als symbolischen wink.
    So werden unterdrückte und marginalisierte gegeneinander ausgespielt.
    Aber so eckelerregend wie das verhalten von facebook gegenüber männlicher homosexualität, ist auch das kollaborieren der frau
    Metaphern, die gelesen & verstanden sein wollen!
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#10 TheDadProfil
  • 23.12.2018, 17:53hHannover
  • Antwort auf #6 von Ncc 1701
  • ""Es wäre im Islam mal eine dringende Reformation erforderlich , doch die ist nach der Scharia unter Todesstrafe verboten.""..

    Wo steht denn das ?
    Ich wäre mal sehr daran interessiert in WELCHER Scharia das stehen soll, denn es gibt beinahe dutzende Auslegungen der Gesetzes-Sammlungen, die man unter dem Begriff "Sharia" zusammenfasst, und die Gesetze enthalten, die weit älter sind als der Islam selbst..

    Für einen entsprechenden Hinweis dazu wäre ich dann schon mal dankbar..

    Mal völlig davon abgesehen das eine "Reformation", wenn man sich die Bedeutung des Begriffes einmal vor Augen führt, und endlich begreifen will, daß die Bemühungen eines Martin Luther oder auch John Wyclif, Huldrich Zwingli oder Johannes Calvin, durch die damit verbundene erneute Spaltung oder Abspaltung von der RKK in diverse andere Klein-Sekten, gründlich schiefgegangen ist..

    Im Islam gibt es 4 große Schulen..
    Allein der Evangelische Teil der "Welt-Religion Christentum" ist in über 400 Einzel-Kirchen zerstritten, und eine "ähnliche Reformation" wie im "Christentum" kann im Islam exakt den gleichen Unsinn anrichten..

    Man braucht also keine solche "Reformation"..
    Was man braucht ist die stringente Unterordnung der "Religionen" unter staatliche Gesetze, und damit verbunden das Verschwinden von "Staatsreligionen" aus den Ländern Asiens, verbunden mit einem Übergang in einen strikten Säkularismus..
    Denn erst dieser Säkularismus kann die Gesellschaften befreien, und dafür sorgen über entsprechende Gesetze des Staates die Bürger-Rechte und damit verbunden auch die Menschenrechte zu schützen..
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