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Einstimmige Entscheidung

Kubas Parlament stimmt für Verfassung ohne Ehe für alle

Ein ursprünglich vorgesehener Paragraf zur Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe wurde nach Protesten aus der Bevölkerung wieder entfernt.


Müssen weiter kämpfen: kubanische Aktivisten an der Uferpromenade Malecón in Havanna vor der jährlichen Gay-Pride-Parade

Die kubanische Nationalversammlung hat den Entwurf einer neuen Verfassung gebilligt. 583 der 602 Abgeordneten hätten für den Entwurf gestimmt, berichtete die Zeitung der sozialistischen Regierungspartei "Granma" am Samstag. Die fehlenden 19 Stimmen seien von abwesenden Parlamentariern gewesen.

Damit ist der von der kubanischen Führung zuvor angekündigte Verzicht auf eine Formulierung, die den Weg für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geebnet hätte, offiziell. In Artikel 68 der neuen Verfassung sollte die Ehe ursprünglich als "freiwillig geschlossener Bund zwischen zwei Personen" definiert werden (queer.de berichtete). In der bisherigen Verfassung aus dem Jahr 1976 wird die Ehe als "freiwilliger Bund zwischen einem Mann und einer Frau" festgeschrieben. Der neue Entwurf enthält nun keine nähere Definition der Ehe mehr, womit die Ehe-Definition als Verbindung aus Mann und Frau aus einem Gesetz zu Familien in Kraft bleibt.

Eigenes Referendum zur Ehe für alle angekündigt

Der neue kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hatte die Ehe für alle bislang unterstützt (queer.de berichtete). In den monatelangen Debatten in Stadtteilen, Betrieben und Universitäten über das Verfassungsprojekt gab es jedoch heftigen Widerstand gegen den Artikel 68. Vor allem die katholische Kirche hatte gegen die Ehe-Öffnung Front gemacht und eine Gleichstellung homosexueller Paare als "ideologischen Kolonialismus" diffamiert (queer.de berichtete). Nun sollen in Kuba binnen zwei Jahren weitere Befragungen zur Reform des Familiengesetzes und schließlich ein Referendum zur Ehe für alle abgehalten werden (queer.de berichtete).

Über die Verfassungsnovelle sollen die Bewohner der Karibikinsel am 24. Februar 2019 abstimmen. (cw/dpa/AFP)



#1 andreAnonym
#2 Patroklos
  • 23.12.2018, 10:36h
  • Die reformierte kubanische Verfassung wird mit großer Sicherheit von der Bevölkerung mit einer deutlichen Mehrheit angenommen und auch beim Referendum über die Ehe für Alle wird eine große Mehrheit dafür stimmen. Da kann die Katholische Kirche noch so viele Veitstänze aufführen!
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#3 Klassenlos
  • 23.12.2018, 11:00h
  • Antwort an Andre #1

    Im Gegenteil- nur die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft kann die Schwulen- und Lesbenfeindschaft mit der Wurzel ausreißen. Ob die kubanische Führung die wirklich anstrebt, ist eine Frage, die hier nicht diskutiert wird.

    Im Übrigen zitiere ich den Diskussionsbeitrag von Stromboli

    www.queer.de/detail.php?article_id=32594#kommentare

    www.jungewelt.de/artikel/345864.kuba-kein-aus-f%C3%BCr-ehe-f
    %C3%BCr-alle.html

    "Dem widersprach am Mittwoch die Präsidentin des Nationalen Zentrums für Sexualerziehung (Cenesex), Mariela Castro. Die engagierte Aktivistin für die Gleichberechtigung aller Teile der Gesellschaft wies über Facebook darauf hin, dass es in diesem Punkt keine inhaltliche Differenz zwischen beiden Entwürfen gebe. Der wichtigste Unterschied sei der Ersatz des Begriffs »Personen« durch »Partner«, was aber die Möglichkeit offenhalte, dass alle Menschen Zugang zur Institution der Ehe haben. Zudem bekomme im neuen Entwurf erstmals die Partnerschaft ohne Trauschein die in Kuba die häufigste Form des Zusammenlebens sei Verfassungsrang, auch hier ohne geschlechtsspezifische Beschränkungen. »Es gibt keinen Rückschritt, der Kern des Artikels 68 bleibt, der Kampf geht weiter.« Man habe »den fundamentalistischen und rückwärtsgewandten Erpressungen derjenigen nicht nachgegeben, die sich politisch dem emanzipatorischen Projekt der Kubanischen Revolution widersetzen«. "

    Hervorhebend für uns rückständige bundesrepublikaner :
    " Zudem bekomme im neuen Entwurf erstmals die Partnerschaft ohne Trauschein die in Kuba die häufigste Form des Zusammenlebens sei Verfassungsrang, auch hier ohne geschlechtsspezifische Beschränkungen. "
    Voilà, so werden nägel mit köpfen gemacht!

    www.queer.de/detail.php?article_id=32594#kommentare
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#4 KnurrAnonym
  • 23.12.2018, 12:01h
  • Antwort auf #3 von Klassenlos
  • Tolle Regimepropaganda. Natürlich ist es ein Unterschied ob ich wie angekündigt die Ehe mit der Verfassungsreform öffne oder nur einen Zwischenschritt mache der das ermöglicht, aber nicht erzwingt. Stattdessen also jahrelanger Streit mit homophoben Botschaften, vgl. Kritik am Ehereferendum in Australien

    Der Fake-News-Vorwurfs-Ton von Castro, Junge Welt und gar blu ist auch bemerkenswert für ein Land mit eingeschränkter Pressefreiheit. Anderswo gäbe es übrigens auch echte LGBTI-Organisationen statt Castro
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#5 KnurrAnonym
#6 stromboliProfil
  • 23.12.2018, 14:21hberlin
  • Antwort auf #4 von Knurr
  • warum lassen wir die kirche nicht sprichwörtlich im dorf..

    Wieviel mehr gleichstellung haben wir denn erreicht gegenüber dem kubanischen projekt siehe :

    www.queer.de/detail.php?article_id=32620

    "Damit griff die HuK einen Aufruf des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode vom Anfang dieses Jahrs auf, über die Segnung solcher Paare nachzudenken (die jedoch nicht mit einer Trauung zu verwechseln sei). Es sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am 10. Januar 2018: "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten."

    Das ist das ergebnis unterm strich...
    Viel gedöns und doch weiter gegenwind oder zweitklassige herabwürdigung.

    "Anderswo gäbe es übrigens auch echte LGBTI-Organisationen statt Castro.."
    Wenn nur alle hier im parlament für unsere eintretenden politiker so viel vorangetrieben hätten wie duich frau castro, hätten wir eine großteil unserer homoelitenvertretungsverbände nicht gebraucht.
    Zudem die von denen getragene politische richtung, sich nun als belastetes handicap für weitere schritte richtung emanzipation weg vom kleinbürgerlichen heteromief erweist.

    Selbst du erkennst das dillema ohne die richtigen schlüsse ziehen zu wollen:
    "Stattdessen also jahrelanger Streit mit homophoben Botschaften, vgl. Kritik am Ehereferendum in Australien"

    Castro: "Der wichtigste Unterschied sei der Ersatz des Begriffs »Personen« durch »Partner«, was aber die Möglichkeit offenhalte, dass alle Menschen Zugang zur Institution der Ehe haben. Zudem bekomme im neuen Entwurf erstmals die Partnerschaft ohne Trauschein die in Kuba die häufigste Form des Zusammenlebens sei Verfassungsrang, auch hier ohne geschlechtsspezifische Beschränkungen. »Es gibt keinen Rückschritt, der Kern des Artikels 68 bleibt, der Kampf geht weiter.« "

    noch mal zum langsam mitlesen:
    "Zudem bekomme im neuen Entwurf erstmals die Partnerschaft ohne Trauschein die in Kuba die häufigste Form des Zusammenlebens sei Verfassungsrang, auch hier ohne geschlechtsspezifische Beschränkungen."
    Ich weiß nicht , was an einem so deutlich konstruierten satz weiter missverständlich sein soll.

    Ich bin zunehmend dafür, jene die am konstrukt "ehe" unbedingt kleben, denen ihren marsch durch ihre frustationskrämpfe mit reaktion und klerus doch gefälligst alleine durchziehen zu lassen.
    Es gibt andere konstrukte, die weitaus mehr an rechtssicherheiten schaffen würden als die "ehe für alle", in die ein paar tausend heiratswütige sich in einen clinch mit religioten zerren lassen.

    Es sei denn, man würde EfA tatsächlich als ein kampfmittel gegen die überholte "ehe" erkennen.
    Teile der heteros haben dies ja getan.. siehe die scheidungsraten.
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#7 Gerlinde24Profil
  • 23.12.2018, 14:42hBerlin
  • Und wieder mal die Katholensekte mit ihren pädophilen Priestern! Das dieser Verein selbst in Kuba noch Macht hat, wundert, stört und ärgert mich als Kommunistin.
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#8 seb1983
  • 23.12.2018, 15:08h
  • Eigentlich fast schon lustig:

    Monarchien wie die Niderlande, Belgien, Spanien und und und.... Sie alle haben längst die Ehe geöffnet und auch sonst einiges bewegt, ohne Zweifel ist weiter viel zu tun.

    Kuba, die sozialistische Erbmonarchie unter Castro dem Zweiten, Speerspitze der Menschenrechte in ständiger Bedrohung der pösen kapitalistischen Welt, bekommt seit Jahren nichts als leere Worte zustande.

    Wo sind die Zeiten als die Partei noch wusste was richtig ist und konterrevolutionäre Elemente die sich gegen eine neue Verfassung gestellt haben ausgemerzt und auf den richtigen Weg gebracht wurden.
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#9 YannickAnonym
  • 23.12.2018, 15:09h
  • Die sollten sich was schämen, dass sie dermaßen vor dem Druck des von der katholischen Kirche aufgehetzten Mobs einknicken.

    Offenbar ändert sich auf Kuba nichts an der alten Gesinnung. Dann haben die auch nichts besseres verdient als weiterhin in Armut zu kauern...
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#10 Carsten ACAnonym
  • 23.12.2018, 15:44h
  • "Vor allem die katholische Kirche hatte gegen die Ehe-Öffnung Front gemacht und eine Gleichstellung homosexueller Paare als "ideologischen Kolonialismus" diffamiert"

    Wen wundert das:
    wann immer irgendwo auf der Welt gehetzt wird, steckt letztlich Religion dahinter.

    Freiheit und Liebe sind eine Gefahr für Religion, weil nur unglückliche Menschen ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen.

    Aber manche glauben immer noch, unter dem aktuellen Papst würde es besser... Träumt weiter... Ihr seid idealen Kanonenfutter für die Kirche...
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