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  • 09. August 2005 26 2 Min.

Berlin Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat am Dienstag die Antworten der Parteien auf seine Wahlprüfsteine vorgelegt. Deutschland stehe vor einer "Richtungsentscheidung" erklärte der Verband und forderte erneut unter anderem die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe, wogegen sich vor allem die Union strotzt, die trotz gegenteiligem Urteils aus Karlsruhe noch immer mit dem Schutz von Ehe und Familie des Grundgesetzes argumentiert. Ein Ausbau des LPartG ist nicht angedacht, unklar ist, was aus der Stiefkindadoption werden soll. Die Union spricht sich allgemein dagegen aus: "Die Adoption richtet sich nach dem von der Natur vorgegebenen Grundprinzip, dass jedes Kind eine Mutter und einen Vater hat, was für die Entwicklung des Kindes seine spezielle Bedeutung hat." Die FDP will hingegen eine Gleichstellung und ein komplettes Adoptionsrecht, wie auch die Grünen, die zudem für eine Öffnung der Ehe plädieren. Der größere Koalitionspartner SPD will in beiden Bereichen hingegen "Schritt für Schritt" vorgehen. Die PDS ist für eine Öffnung der Ehe samt Adoptionsrecht, will aber auch Nichteheleute besserstellen. Gegen die Forderung nach einem umfassenden Antidiskriminierungsgesetz sträuben sich FDP, die sich auf die Vertragsfreiheit beruft, und Union ("Die Diskriminierung, unter der viele Schwule und Lesben leiden, ist Arbeitslosigkeit"). Ein Denkmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus wird von allen Parteien unterstützt, Grüne und FDP bringen erneut eine Magnus-Hirschfeld-Stiftung ins Spiel. Mehrere Parteien, auch die das zur Regierungszeit ablehnenden Grünen, fordern erneut eine Rehabilitierung der Verurteilen aufgrund des Paragrafen 175 nach 1945. Eine Reform des Transsexuellengesetzes wird allgemein von allen Parteien befürwortet, wenngleich oft deutlicher als bei der CDU: "Die CDU tritt für berechtigte Anliegen von Minderheiten ein. Wenn sich hier Handlungsbedarf ergibt, wird die CDU handeln." In weiteren Fragen ging es um Menschenrechte für Homosexuelle in Europa und weltweit, aber auch um den Punkt Migration und Integration, wobei der LSVD nach Integrationskursen und ähnlichem fragte, nicht etwa nach Asyl für verfolgte Schwule. Auch der Punkt "Rechtsextremismus und Hassverbrechen entgegentreten" bot den Parteien die Möglichkeit, Law-and-Order-Thesen aufzustellen, so etwa die Union: "Die CDU Deutschlands will u.a. das Jugendstrafrecht – z.B. durch Ausweitung des Strafrahmens und durch Maßnahmen wie den 'Warnschussarrest' – verschärfen". PDS und WASG hatte der LSVD getrennt befragt, die WASG fällt dabei unter anderem durch keine klare Antwort zum Adoptionsrecht auf. (nb)

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#1 eichhornAnonym
  • 09.08.2005, 16:45h
  • "Die PDS ist für eine Öffnung der Ehe samt Adoptionsrecht, will aber auch Nichteheleute besserstellen. "

    Die PDS hat sich durchweg begrüßenswert zu den Wahlprüfsteinen geäußert. Wieso man diesen Satz extra in den News schreiben muss, ist mir zutieftst suspekt.
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#2 SaschaAnonym
  • 09.08.2005, 17:01h
  • Wieso? Kann doch auch positiv gemeint sein.
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#3 gerdAnonym
  • 09.08.2005, 17:10h
  • 1) Gleiche Rechte von Paaren:
    Wie die Linkspartei.PDS sich wirklich zur rechtlichen Gleichstellung stellt, werden wir noch gut in Mecklenburg-Vorpommern beobachten können, wo es um die augenblickliche Anpassung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft an das Landesrecht geht, und der Gesetzesentwurf sehr enttäuschen war.

    SPD/PDS werden uns in Schwerin offenbaren, ob sie genauso stark sich für die Gleichstellung einsetzen, wie dies SPD/Grüne in der Vergangenheit auf Bundesebene, in NRW und in Schleswig-Holstein gemacht haben.

    Immer noch warten wir im SPD/FDP geführten Rheinland-Pfalz auf die Anpassung des Landesrechts...soviel zur Tatkraft der FDP in Regierungsverantwortung bei der Eingetragenen Lebenspartnerschaft. Von Niedersachsen und Baden-Württemberg wollen wir erst gar nicht reden, wo CDU/FDP regieren und nichts geschehen ist..

    Und Bayerns CSU mit seiner herabwürdigenden Notarlösung sollten wir alle in Erinnerung haben.

    2) Denkmal
    Erfreulich ist die insgesamt gute Positionierung aller Parteien zum Denkmal in Berlin.

    3) Transsexuelle
    Auf die Reform warten wir schon lange und SPD/Grüne haben nichts unternommen: es kann doch nicht so schwer sein, das Passrecht zumindest zu ändern, damit Transsexuelle ihre Geschlechtsangabe mit dem Vornamen in Übereinstimmung bringen können. Da schlafen eigentlich alle Parteien....

    4) Antidiskriminierung
    Bekommen wir Rot/Grün gibt es mehr an Schutz im Zivilrecht, bekommen wir Schwarz/Gelb oder Schwarz/Rot gibt es weniger an Schutz nur im Arbeitsrecht.

    ....

    Interessant an diesem Wahlkampf ist nach meiner Beobachtung, dass die Grünen als erste Partei auf Bundesebene mit der Wahlaussage "Eheöffnung" starten.
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