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Segen für alle
Bischof Bode fordert Wertschätzung für homosexuelle Paare
Die katholische Kirche müsse das "gute, verantwortungsvolle und in echter Bindung sich vollziehende Zusammenleben" von Lesben und Schwulen würdigen, verlangt Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode.

Franz-Josef Hermann Bode ist seit 1995 Bischof des Bistums Osnabrück. Im September 2017 wurde er zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt (Bild: Bistum Osnabrück)
- 24. Dezember 2018, 05:05h 2 Min.
Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, hat sich erneut für mehr Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare von Seiten der Kirche eingesetzt. Lesbischen und schwulen Partnerschaften müsse man mit Respekt begegnen, forderte er. "Das kann man nicht einfach ignorieren, dass das Lebensformen sind, die wir wertschätzen müssen", sagte Bode der Deutschen Presse-Agentur dpa in Osnabrück.
"Seitdem es die Ehe für alle staatlicherseits gib, müssen wir darüber nachdenken, wie wir solche doch sehr verantwortungsbewussten und bindungsbereiten Lebensgemeinschaften begleiten, pastoral und liturgisch", sagte der 67-Jährige. Wie weit aber die kirchliche Begleitung schwuler und lesbischer Paare gehe, sei noch eine offene Frage.
Segen vielleicht, aber kein Absegnen
"Das Wort Segnung bedeutet vieles, es unterscheidet sich von der Trauung, das ist der Vorteil des Wortes", sagte der Bischof. Es dürfe nicht den Charakter des Absegnens haben. Gewürdigt werden solle das gute, verantwortungsvolle und in echter Bindung sich vollziehende Zusammenleben, dem der Zuspruch Gottes zuteilwerden solle. "Wenn das so verstanden wird, glaube ich, dass man darüber auch hinfinden und positive Wege finden kann."
Vor wenigen Wochen war es zum Konflikt zwischen dem Rektor der Jesuitenschule Sankt Georgen in Frankfurt, Ansgar Wucherpfennig, und dem Vatikan gekommen. Der Vatikan hatte nach liberalen Äußerungen des Jesuiten zu Homosexuellen und Frauen in der Kirche gezögert, ihm die Unbedenklichkeitserklärung für sein Amt zu gewähren (queer.de berichtete). "Ich sehe das so, dass die jetzige Einigung kein Schweigegebot ist", sagte Bode zu dem Fall.
Wucherpfennig wolle die Lehre der Kirche darstellen, aber auch in der Diskussion halten. "Das, meine ich, ist der Impuls, der positiv aus der römischen Intervention kommt, dass wir diese Diskussion noch vertiefter führen", sagte Bode.
Erster Vorstoß bereits vor knapp einem Jahr
Der Bischof von Osnabrück hatte bereits Anfang des Jahres eine Debatte in der katholischen Kirche über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen gefordert (queer.de berichtete). Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, lehnte es jedoch ab, auf der Frühjahrskonferenz über das Thema zu diskutieren (queer.de berichtete).
Erst vor wenigen Tagen hatte die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) jeweils 100 Postkarten an die 27 katholischen Bischöfe in Deutschland geschickt, auf denen Segnungsfeiern für lesbische und schwule Paare gefordert wurden (queer.de berichtete).
Franz-Josef Bode nimmt nach langer Krankheit und mehreren Operationen zu Weihnachten seine Amtsgeschäfte wieder auf. (cw/dpa)















Warte, warte... irgendwie hieß das doch etwas anders? Wie wäre es mit Wertschätzung für homosexuelle Menschen ganz generell? Oder überhaupt für Menschen ganz generell? Ohne irgendwelche Vorbedingungen oder Einschränkungen?
Natürlich viel zu revolutionär gedacht...