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Polizeibericht
Neukölln: Schwules Paar homophob beleidigt
Ein 25-Jähriger, der mit seinem Partner am Dienstagnachmittag händehaltend über die Straße lief, wurde aus einer Gruppe heraus angepöbelt.

Die Berliner Polizei macht mutmaßlich homo- oder transphob motivierte Taten gezielt öffentlich (Bild: Polizei Berlin / Youtube)
- 26. Dezember 2018, 10:23h 2 Min.
Ein junger Mann wurde am Dienstag, am ersten Weihnachtsfeiertag, in Berlin-Neukölln aus einer dreiköpfigen Personengruppe heraus homophob beleidigt. Wie der Polizeibericht vom Mittwoch vermerkt, lief der 25-Jährige in der Weserstraße mit seinem Freund gegen 15 Uhr händehaltend an der Gruppe unbekannt gebliebener junger Männer vorbei. Dann habe die Gruppe den 25-Jährigen zunächst lautstark in arabischer Sprache beleidigt.
Einer der Tatverdächtigen soll danach versucht haben, den 25-Jährigen zu schlagen, sei jedoch von seinen Komplizen daran gehindert worden. Als der Mann mit seinem Freund weiterlief, seien weitere homophobe Beleidigungen von den Pöblern gefolgt. Der 25-Jährige erstattete über die Internetwache der Polizei Berlin Anzeige gegen die drei Unbekannten. Wie bei mutmaßlichen Hassverbrechen üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen übernommen.
Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Nach kürzlich vorgestellten vorläufigen Zahlen wurden von der Berliner Polizei im Bereich der Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität in den ersten drei Quartalen diesen Jahres insgesamt 105 Fälle statistisch erfasst, darunter 30 Gewaltdelikte (queer.de berichtete). Im Vergleichszeitraum waren 2017 139 Fälle registriert worden. Die Zahl beinhaltet Nachmeldungen und ist daher nur begrenzt vergleichbar, auch wird von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten ausgegangen. Das Überfalltelefon Maneo kommt, auch aufgrund anderer Tatdefinitionen, jährlich zu deutlich höheren Fallzahlen (queer.de berichtete).
Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg; wie bereits frühere Untersuchungen zeigten, haben die Tatverdächtigen die unterschiedlichsten Hintergründe. In der vorläufigen Polizeistatistik haben die meisten ermittelten Verdächtigen eine deutsche Staatsbürgerschaft (2017: 44 von 75, 2018: 33 von 56, jeweils erstes bis drittes Quartal), gefolgt von Personen aus osteuropäischen und arabischen Ländern. (cw/pm)













