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Niedersachsen

Weihnachts-Graffiti gegen "Homoheiler"

Unbekannte sprühten "Schwul und stolz gegen Kirche und Gero" an die evangelische Martinskirche des Hohnhorster Pastors Gero Cochlovius, der sich für die "Heilung" von Homosexuellen ausspricht.


Die evangelische Martinskirche in Hohnhorst (Bild: Tortuosa at German Wikipedia im Juli 2005 / wikipedia)

  • 28. Dezember 2018, 09:14h 11 2 Min.

Rund um die Weihnachtsfeiertage haben Unbekannte den Eingang der evangelischen Martinskirche in Hohnhorst mit dem Spruch "Schwul und stolz gegen Kirche und Gero" besprüht. Die Botschaft richtete sich an Pastor Gero Cochlovius, der Homosexualität als "Sünde" verurteilt und sich für eine "Heilung" von Lesben und Schwulen ausspricht. Die Gemeinde Hohnhorst liegt im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen.


Pastor Gero Cochlovius im NDR-Interview (Bild: NDR)

Wie die Polizei mitteilte, wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag Anzeige auf der Wache erstattet. Die Beamten ermitteln nun wegen Sachbeschädigung. Das Graffiti wurde inzwischen wieder entfernt. Als erste Maßnahme hatte Cochlovius laut einem Medienbericht den Zusatz "und Gero" mit einer Pappe verdeckt.

"Hilfe zur Heilung" im Gottesdienst gepredigt

Die homophobe Haltung des Hohnhorster Pastors wurde vor drei Jahren durch die NDR-Reportage "Die Schwulenheiler 2" bekannt. Nach den Recherchen des Teams rund um Christian Deker predigte Cochlovius in einem Gottesdienst, dass man Homosexuellen "Hilfe zur Heilung" anbieten solle. Es gebe Lesben und Schwule, die sich eine Veränderung wünschten, erklärte der Pastor in der Sendung. "Praktizierte, ausgelebte Homosexualität" sei eine Sünde und entspreche nicht dem Willen Gottes.

Direktlink | Die NDR-Reportage auf Youtube
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Einen aktuellen Anlass für die Sprühaktion soll es nicht gegeben haben. In seinen Weihnachtspredigten habe Cochlovius keine homophoben Äußerungen gemacht, berichteten Zeugen. "Das war in keiner Weise Thema", sagte der Pastor der "Bild"-Zeitung. Das Graffiti verurteile der 48-Jährige: "Ich hätte es schöner gefunden, wenn derjenige mit mir offen darüber gesprochen hätte. Ich hätte auch Pizza und Bier spendiert." (cw)

-w-

#1 GerritAnonym
  • 28.12.2018, 11:49h
  • Dieser Akt zivilen Ungehorsams wäre nicht nötig, wenn Homoheilung und das Werben dafür endlich verboten würde.

    Denn es ist längst wissenschaftlich belegt, welche schweren psychischen Schäden sowas verursacht und dass das bis zum Tod führen kann.

    Aber dennoch weigern Union und SPD sich weiterhin, die wissenschaftlichen Fakten anzuerkennen und ihre Bürger vor religiösen Fanatikern zu schützen, sondern kriechen lieber weiterhin religiösen Fanatikern in den Arsch.
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#2 FinnAnonym
  • 28.12.2018, 12:27h
  • Ich bin strikt gegen solche Sachbeschädigungen. Denn sie geben solchen Pfaffen die Möglichkeit, sich als arme Opfer einer "zu allem bereiten Homo-Lobby" zu stilisieren.

    Aber letztlich muss man auch sagen, dass dieser Schaden natürlich viel geringer ist als das, was "Homoheiler" bei ihren Opfern anrichten.

    Das soll keine Rechtfertigung für solche Aktionen sein, aber sie zumindest ein wenig einordnen.
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#3 Taemin
  • 28.12.2018, 15:32h
  • Da gibt es nichts zu bereden. Es ist ja gerade der große Fehler, mit solchen hassfixierten Fanatikern diskutieren zu wollen. Dadurch werden sie nur aufgewertet und erhalten eine weitere Pressemeldung. Im Übrigen: Schon Martin Luther soll seinen Protest an den Eingang einer Kirche gesetzt haben. Da es damals noch keine Sprühfarbe gab, mit Papier und Nägeln. Die Sprayer stehen also in gut reformatorischer Tradition.
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