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Homophobe Hassmeldungen

Türkischer LGBTI-Verband zeigt islamistische Zeitung an

Die Tageszeitung "Yeni Akit" mit engen Beziehungen zu Präsident Erdoğan war bereits vor knapp sieben Jahren zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie Homosexuelle als "Perverse" bezeichnet hatte.


Die türkische Tageszeitung "Yeni Akit" zeigte auch schon Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hakenkreuzbinde und Hitlerbart

Seit Jahren pöbelt die türkische Tageszeitung "Yeni Akit" in kreuz.net-Manier gegen "Homo-Lumpen" und "abartige Schwule" – nun ist dem LGBTI-Verband Kaos GL der Kragen geplatzt. Wegen der homophoben Meldungen erstattete er Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung gegen das islamistische Blatt.

In einer Erklärung dokumentierte der Justiziar des Verbands Kerem Dikmen die LGBTI-feindlichen Artikel. Die Zunahme der Hassberichte führt er darin auf mangelnde Strafverfolgung zurück. Die Aktivisten von Kaos GL waren von "Yeni Akit" persönlich attackiert und u.a. als "Homos, die von westlichen Ländern und deutschen Stiftungen unterstützt werden", bezeichnet worden.

Inoffizielles Hass-Organ der Regierung

Die islamistische Zeitung mit einer Auflage von rund 55.000 Exemplaren ist eine begeisterte Unterstützerin der türkischen Regierungspartei AKP und hat enge Beziehungen zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan. In Deutschland sorgte sie mehrfach für Schlagzeilen, weil sie Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Adolf Hitler verglich. 2014 empörte sich das islamistische Blatt, dass die Berliner Şehitlik-Moschee ihre Tore für "anormale Homosexuelle" öffne (queer.de berichtete).

Vor knapp sieben Jahren hatte sich eine frühere Anzeige von Kaos GL gegen das Hetzblatt ausgezahlt: Das Oberste Berufungsgericht der Türkei verurteilte "Yeni Akit" im Januar 2012 aufgrund eines 2008 veröffentlichten Kommentars, in dem Homosexuelle als "Perverse" bezeichnet wurden, zu einer vierstelligen Geldstrafe (queer.de berichtete). (cw)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 31.12.2018, 11:51h
  • "Vor knapp sieben Jahren hatte sich eine frühere Anzeige von Kaos GL gegen das Hetzblatt ausgezahlt: Das Oberste Berufungsgericht der Türkei verurteilte "Yeni Akit" im Januar 2012 aufgrund eines 2008 veröffentlichten Kommentars, in dem Homosexuelle als "Perverse" bezeichnet wurden, zu einer vierstelligen Geldstrafe (queer.de berichtete)."

    Tja, damals gab es auch noch kemalistische Restposten in der türkischen Justiz, die einst in weiser Voraussicht Erdogans 'Karriere' blockierte.

    Die hat der lange Zeit von naiven Europäern als 'Demokratisierer' gefeierte Reaktionär Erdogan inzwischen leider alle rausschmeißen können.
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#2 ExpansionskritikerAnonym
  • 31.12.2018, 12:09h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • Ja, und diese europäische Naivität hält leider bei den Leuten an, die die Türkei immer noch irgendwann in die EU aufnehmen wollen.

    Ja, es gibt auch dort Kritiker des Systems, aber man darf nicht vergessen, dass quer durch alle Altersgruppen eine deutliche Mehrheit genau dieses System will.

    Die Türkei gehört weder politisch, noch gesellschaftlich, noch wirtschaftlich, noch kulturell in die EU. Und übrigens auch nicht geographisch, da sie nur zu weniger als 3% auf europäischem Boden liegt und zu mehr als 97% auf asiatischem Boden.
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#3 TomDarkProfil
  • 31.12.2018, 13:00hHamburg
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • Eben, 2012 gehörte noch zu einer ganz anderen Epoche.

    Seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli 2016 sind mindestens 4500 Justizbeamte entlassen worden, darunter Richter, Staatsanwälte, Militärrichter und -Anwälte.

    Dazu regiert Erdogan seit der am 9. Juli 2018 in Kraft getretenen neuen Verfassung nun regulär per Dekret.

    Da heute fast nur noch AKP-Getreue in den höheren Ämtern sitzen, kann man eigentlich froh sein, wenn so eine Klage nicht nach hinten los geht.

    Trotzalledem ein mutiger und richtiger Schritt!
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 31.12.2018, 14:34h
  • Antwort auf #2 von Expansionskritiker
  • "Ja, es gibt auch dort Kritiker des Systems, aber man darf nicht vergessen, dass quer durch alle Altersgruppen eine deutliche Mehrheit genau dieses System will."

    Na ja, diese 'deutliche' Mehrheit lässt sich mit ca, 50% klar beziffern, trotz Medienkampagnen, Druck und Wahlmanipulationen.

    Da sieht es in Russland und Ungarn z. B. bei weitem düsterer aus.
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#5 TheDadProfil
  • 31.12.2018, 15:34hHannover
  • Antwort auf #2 von Expansionskritiker
  • ""Die Türkei gehört weder politisch, noch gesellschaftlich, noch wirtschaftlich, noch kulturell in die EU. Und übrigens auch nicht geographisch, da sie nur zu weniger als 3% auf europäischem Boden liegt und zu mehr als 97% auf asiatischem Boden.""..

    Reflex-artiger Unsinn dem man immer dann widersprechen muß, wenn er aufs Tablett kommt..

    Denn :
    Politisch ist es eine Frage die sich in der Zukunft klärt, denn auch ein inzwischen über 60-Jähriger Erdogan lebt nicht ewig..

    Gesellschaftlich ist es eine Frage dessen, was man als Gesellschaft eigentlich haben will, etwa eine durch und durch "christlich", oder auch "islamisch", oder eben auch säkular organisierte Gesellschaft, und insofern sind die Unterschiede zwischen der Türkei und Polen, oder Italien da gar nicht so groß..

    Wirtschaftlich wickelt die Türkei 80 Prozent ihres Außenhandels mit der EU ab.
    Dementsprechend ist die Türkei längst wirtschaftlich mit der EU so verwoben, daß ein Ausstieg aus diesem Handel die gleichen Konsequenzen für die EU hätte, wie es der Brexit haben wird..

    60 Prozent von diesem Außenhandel wickelt die Türkei wiederum allein mit der BRD ab, und hier insbesondere mit der Automobil-Industrie und dem Maschinenbau..
    Ein Wegbruch des Außenhandels wäre also für den Deutschen Maschinenbau und die Deutsche Automobil-Industrie katastrophal..

    Kulturell stellt sich eigentlich die gleiche Frage wie bezüglich der Gesellschaft, denn hier kommt es darauf an, was man eigentlich als "Kultur" bezeichnen will..
    Wieso aber die unterschiedliche "Kultur" etwa zwischen der BRD und Frankreich oder Belgien innerhalb der EU ein "verbindendes Element" ist, während es zwischen der BRD und der Türkei als "störfaktor" beschrieben wird, darauf geben "Kritiker wie Du niemals eine Antwort..

    Was dann den angeblich "stärksten" argumentatorischen Fakt betrifft, nämlich die Lage der Türkei auf der Weltkugel, so muß man hier immer wieder darauf verweisen :

    Das RECHT Mitglied der EU zu werden hat auch, aber nicht nur, JEDES Land welches Mitglied im Europarat ist, und dort ist die Türkei schon länger Mitglied, als die BRD..

    Zudem beschreibt der Begriff "Europäische Union" einfach nur den Gründungs-Kontinent einer Gemeinschaft der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit, und gibt selbst dann nicht, wenn man sich auch noch so verbiegt, irgendwie vor, das alle Mitglieder Länder sein müssen, deren Territorien sämtlich auf dem Kontinent Europa liegen müssen !
    Vor allem nicht, weil das die Anzahl der Mitglieder unnötig beschränkt, und die Aufnahme Zyperns damit auch schon verhindert hätte..

    Das Vorurteil der "Lage auf dem Kontinent" trifft dann übrigens auch auf Russland zu..

    Faktisch könnte also auch Länder wie Kanada oder Mexiko Mitglied der EU werden. ebenso wie Israel oder auch Russland, denn alle diese Länder sind mit dem Europarat verbunden, sind zum Teil Mitglied des Europarates, oder könnten es werden, und auf diesem Weg das Recht erhalten VORRANGIG Mitglied auch in der EU zu werden..

    Nun also die entscheidende Frage :
    Hast Du auch nur EINEN Grund, nur einen einzigen, der dazu berechtigte eine solche Auffassung des
    "nie und nimmer"
    überhaupt nachvollziehbar zu vertreten ?

    Dann wäre ich echt gespannt diesen endlich mal lesen zu dürfen !
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#6 dellbronx51069Anonym
  • 31.12.2018, 22:55h
  • Ich will keine Türkei in der EU sehen, schon die Aufnahme der osteuropäischen Länder ist aus meiner Sicht ein gewaltiger Fehler gewesen.
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#7 SoSoAnonym
  • 01.01.2019, 18:09h
  • Antwort auf #6 von dellbronx51069
  • Es fragt aber zum Glück keiner was Du willst oder nicht.
    Die sehr wahrscheinliche Nichtaufnahme der Türkei in die EU ist schlicht und ergreifend ihrer derzeitigen politischen Situation geschuldet.
    Dieser ganze Quatsch von wegen falsche Religion, falscher Kontinent etc pp. ist vorgeschobener rassistischer Unfug.
    Man hat der Türkei in den 60er Jahren die Mitgliedschaft versprochen.
    Natürlich bei entsprechender staatlicher Eignung.
    Wirklich ernsthaft darum gekümmert haben sich die westlichen Staaten Jahrzehnte lang nicht.
    Hinhaltetaktik.
    Was die Osteuropäer angeht, war die EU sehr daran interessiert, sie nach dem Mauerfall schnell aufzunehmen.
    Man (wir, unsere Regierungen besonders auch Deutschland) hat aber leider versäumt, die EU vorher !! zu einem wirklichen Staatenbund mit einer demokratisch gewählten Regierung aufzurüsten, anstelle den bisherigen Mauschelvereins der Staats- und Regierungschefs von Einzelstaaten mit Einstimmigkeitsprinzip beizubehalten.
    Das Problem mit den Osteuropäern liegt in dem Fehler unseres Systems!
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#8 Patroklos
#9 TheDadProfil
#10 Patroklos