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Homophobe Hassmeldungen
Türkischer LGBTI-Verband zeigt islamistische Zeitung an
Die Tageszeitung "Yeni Akit" mit engen Beziehungen zu Präsident Erdoğan war bereits vor knapp sieben Jahren zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie Homosexuelle als "Perverse" bezeichnet hatte.

Die türkische Tageszeitung "Yeni Akit" zeigte auch schon Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hakenkreuzbinde und Hitlerbart
- 31. Dezember 2018, 10:22h 2 Min.
Seit Jahren pöbelt die türkische Tageszeitung "Yeni Akit" in kreuz.net-Manier gegen "Homo-Lumpen" und "abartige Schwule" – nun ist dem LGBTI-Verband Kaos GL der Kragen geplatzt. Wegen der homophoben Meldungen erstattete er Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung gegen das islamistische Blatt.
In einer Erklärung dokumentierte der Justiziar des Verbands, Kerem Dikmen, die LGBTI-feindlichen Artikel. Die Zunahme der Hassberichte führt er darin auf mangelnde Strafverfolgung zurück. Die Aktivisten von Kaos GL waren von "Yeni Akit" persönlich attackiert und u.a. als "Homos, die von westlichen Ländern und deutschen Stiftungen unterstützt werden", bezeichnet worden.
Inoffizielles Hass-Organ der Regierung
Die islamistische Zeitung mit einer Auflage von rund 55.000 Exemplaren ist eine begeisterte Unterstützerin der türkischen Regierungspartei AKP und hat enge Beziehungen zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan. In Deutschland sorgte sie mehrfach für Schlagzeilen, weil sie Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Adolf Hitler verglich. 2014 empörte sich das islamistische Blatt, dass die Berliner Şehitlik-Moschee ihre Tore für "anormale Homosexuelle" öffne (queer.de berichtete).
Vor knapp sieben Jahren hatte sich eine frühere Anzeige von Kaos GL gegen das Hetzblatt ausgezahlt: Das Oberste Berufungsgericht der Türkei verurteilte "Yeni Akit" im Januar 2012 aufgrund eines 2008 veröffentlichten Kommentars, in dem Homosexuelle als "Perverse" bezeichnet wurden, zu einer vierstelligen Geldstrafe (queer.de berichtete).
In der Türkei hatte sich das Klima gegenüber in den letzten Jahren brisant verschlechtert: Die zwischenzeitlich sehr erfolgreichen Pride-Paraden u.a. in Istanbul wurden zuletzt immer wieder verboten; die Polizei setzte die jeweiligen Verbote zumeist mit Tränengas, Gewalt und Festnahmen um. (cw)















Tja, damals gab es auch noch kemalistische Restposten in der türkischen Justiz, die einst in weiser Voraussicht Erdogans 'Karriere' blockierte.
Die hat der lange Zeit von naiven Europäern als 'Demokratisierer' gefeierte Reaktionär Erdogan inzwischen leider alle rausschmeißen können.