Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32655

"Noch zu viele Tabubereiche"

2019 wird das queere Sportjahr

Die neue Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Bremens Senatorin Anja Stahmann, will Homosexualität im Profisport enttabuisieren – und über die Unterteilung nach Frauen und Männern diskutieren.


Anja Stahmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit dem 30. Juni 2011 Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen der Freien Hansestadt Bremen (Bild: Senatsverwaltung für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport,)

Über sexuelle Orientierungen im Spitzensport wird öffentlich wenig gesprochen. Bremens Senatorin für Sport, Anja Stahmann (Grüne), will dies als Vorsitzende der Konferenz der Sportministerinnen und Sportminister (SMK) ändern. "Gibt es keine Homosexualität im Profi-Fußball? Oder verstecken die Spitzenspieler ihre sexuelle Identität aus Angst vor Ausgrenzung?", fragte Stahmann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Sie verwies darauf, dass nach Umfragen rund fünf bis sechs Prozent der Deutschen homosexuell sind. In der Fußball-Bundesliga habe sich aber nur Thomas Hitzlsperger geoutet – nach dem Ende seiner Profi-Laufbahn. "Der Sport hat eine wichtige gesellschaftliche Funktion, aber es gibt noch zu viele Tabubereiche, mit denen wir uns künftig intensiver befassen müssen", sagte Stahmann. Das Land Bremen hat zum Jahreswechsel für zwei Jahre den Vorsitz der Konferenz übernommen.

Geschlechtervielfalt im Sport reflektieren

Gesprächsbedarf gibt es der Senatorin zufolge auch mit Blick auf die Unterteilung nach Frauen und Männern im Sport. "Wir kommen zunehmend zu der Erkenntnis, dass es auf dieser Welt nicht nur zwei Geschlechter gibt", sagte die Senatorin. Die Konsequenzen für den Sport seien bislang kaum reflektiert.

Als weiteres wichtiges Thema für ihre Amtszeit als SMK-Vorsitzende sieht Stahmann den Schutz vor sexuellen Übergriffen. "Im Sport entsteht Nähe, es entstehen Räume und Machtgefüge, die grundsätzlich ein Gefährdungspotenzial mit sich bringen." Wichtig sei, dies zu beleuchten und herauszufinden, wo Systeme verbessert werden könnten. "Wir müssen Trainerinnen und Trainer in ihrer Ausbildung sensibilisieren, Athletinnen und Athleten ernst nehmen und die Hürden für die Hilfe senken", sagte sie. (cw/dpa)



#1 WadimAnonym
  • 01.01.2019, 10:30h
  • Gute Vorsätze.
    Wie sie die konkret umsetzen will, bleibt für mich unklar.
    Es bleibt wohl beim Alten.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ralph
  • 01.01.2019, 11:31h
  • Und wieder beginnt die Gespensterdiskussion ... Gibt es wirklich keine wichtigeren queer-/homopolitischen Themen, denen wohlmeinende Politiker(innen) sich widmen können? Sollte nicht lieber die Auseinandersetzung gesucht werden mit Annegret Kramp-Karrenbauer und der AfD, die älteste Diffamierungsmuster wieder in die Politik einführen und Grundrechte als Gefahr für Volk und Staat begreifen? Wir sind drauf und dran, eine Rechtsaußenpolitikerin als Kanzlerin zu kriegen - und sollen uns in dieser Situation ausgerechnet mit sportiven Feiglingen beschäftigen, die sich nicht outen wollen. Es ist nicht zu fassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Homonklin44Profil
  • 01.01.2019, 12:08hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Leute deswegen als Feiglinge zu bezeichnen, weil die sich nicht outen (wollen), ist auch nicht höflich. Immerhin liegt das jedem selbst zur Wahl überlassen.

    Warum das beim Sport überhaupt so wichtig sein soll, wer mit wem wie in seiner privaten Welt umgeht, bleibt fragwürdig. Hat das wirklich einen Einfluss auf die sportliche Leistung?
    Nur weil einige Stars mit ihrer Freundin angeben wollen und die als Vorzeigemodell herum führen, muss das ja nicht jeder nachmachen wollen. Manche PartnerIn hat auf sowas keinen Bock. Die Veröffentlichung des Privatlebens reizt sicher die Medien und die Neugierigen, aber Pflicht ist sie nicht.

    Geschlechtlich morphologische Eigenschaften können einen Einfluss haben, dafür gibt es dann Gewichtsklassen, wie beim Boxen. Das System könnte man je nach Kraft/Leistungsniveau so erweitern, dass Trans*-Personen nicht ständig damit beharkt werden "Ach die gewinnt ja wegen ihrer hormonell bedingten Vorteile" und Ähnlichem. Wenn das Kraftniveau innerhalb einer Leistungsebene ähnlich verteilt ist, konkurriert man auf einer Ebene.

    Abgesehen davon halte ich die Diskussion in der politischen Welt auch für wichtiger.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TomDarkProfil
  • 01.01.2019, 12:56hHamburg
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • "Wir sind drauf und dran, eine Rechtsaußenpolitikerin als Kanzlerin zu kriegen - und sollen uns in dieser Situation ausgerechnet mit sportiven Feiglingen beschäftigen, die sich nicht outen wollen. Es ist nicht zu fassen."

    Bitte einmal tief Luft holen und ruhig ausatmen..!

    Hier in einem Rundumschlag alle Profi-Sportler als Feiglinge zu bezeichnen, die sich nicht outen können oder wollen, ist schon ziemlich beschränkt. Du kennst weder deren Situation, noch das Umfeld, in dem sie sich befinden.

    Und was hat das mit AKK zu tun?
    Sollen hier etwa keine anderen Berichte mehr erscheinen, die dieses Thema nicht behandeln?

    Ich halte AKK übrigens als Kanzlerin aufgrund ihrer homophoben Einstellung auch für ungeeignet, aber sie deshalb als eine "Rechtsaußenpolitikerin" zu bezeichnen, ist mMn ebenfalls ziemlich übertrieben.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 01.01.2019, 12:59hHannover
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • ""Leute deswegen als Feiglinge zu bezeichnen, weil die sich nicht outen (wollen), ist auch nicht höflich.""..

    Aber durchaus Ziel gerichtet..

    Denn wir leben nicht mehr im Jahr 1969/1972, kurz nach der "liberalisierung" des § 175, übrigens eine fürchterliche Bezeichnung für eine Strafrechtsreform, die sich anmaßte eine Gruppe von Bürgern ein "kleines bisschen weniger zu diskriminieren" indem man ein Total-Verbot aufhob, aber eine un-gleiche Beurteilung von Hetero- und "Homosexualität" beibehielt..

    Deshalb muß man sich dann auch endlich mal vor Augen führen was in den letzten 50 Jahren in dieser Republik verändert wurde, und was sich dadurch gesellschaftlich verändert hat..

    Inzwischen "dürfen" Schwule&Lesben sogar Heiraten, und sind damit mitten in der Mitte der Bourgeoisie angekommen..

    Woraus ergibt sich hier dann also noch die "Notwendigkeit" des Versteckens, der Diskretion, der selbstgewählten Position des
    "ich muß andere unbedingt belügen, weil die wahrheit über mich sie verwirren könnte" ?

    Denn darum geht es am Ende..
    Das Lügen, die Fehlinformation, die Fake-News, die angewendet werden um die Umgebung darüber zu täuschen wer man wirklich ist, und hier vor allem immer noch die AKTIVE Haltung und Handlung derjenigen, die anderen vorspielen, sie seien Hetero, weil immer noch gedacht wird, anders könnte man an diesem Leben nicht teilnehmen, und damit auch bezogen auf den Sport, an diesen Futtertrögen nicht teilhaben..

    Doch diesem Irrglauben der Durchschnitts-Gesellschaft begegnet man nicht indem man dieses alte Spiel der "Diskretion" aufrecht erhält, sondern indem man diesem Irrsinn offensiv begegnet..

    Gleichstellung&Gleichberechtigung wird nicht erreicht werden wenn man Zuckerstückchen in die Gesellschaft streut, etwa wenn Nicht-Hetero-Paare heiraten, Familien mit eigenen oder adoptierten Kindern gründen, und sich ansonsten aus allen anderen gesellschaftlichen Vorgängen weiterhin ausblenden, und ausblenden lassen..

    Denn erreicht ist sie erst wenn sich niemand mehr darüber "wundert" daß die Hälfte der Fußball-Nationalmannschaft aus Schwulen Männern besteht, oder die Hälfte der Minister*innen einer Landes- oder Bundesregierung aus LGBTTIQ*-Menschen, die diese Vielfalt der Gesellschaft auch aktiv abbilden..

    Dazu ist es einfach notwendig sich ebenso wie die Heteros zu outen, denn die Heteros tun das IMMER und ÜBERALL..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FelixAnonym
  • 01.01.2019, 14:48h
  • Wollen wir hoffen, dass 2019 sowohl im Sport als auch in anderen Bereichen endlich Fortschritte bringt...

    Wenn man z.B. mal daran denkt, dass "schwule Sau" und "Schwuchtel" sogar schon an Grundschulen zum Mobbing eingesetzt werden und dass die Selbstmordrate von LGBTI-Jugendlichen 5-7x höher ist als bei Hetero-Jugendlichen, wird klar, dass wir dringend mehr Aufklärung und Förderung von Vielfalt an Schulen brauchen.

    Und auch bei rechtlicher Gleichstellung muss es endlich Fortschritte geben:
    - "sexuelle Identität" und "sexuelle Orientierung" in Art. 3 GG.
    - ein AGG ohne Ausnahmen für Kirchen und andere "Tendenz-Betriebe" (in einem Rechtsstaat sollte für alle dasselbe Recht gelten).
    - eine Reform des Transsexuellen- und Intersexuellenrechts.
    - die Reform des Abstammungsrechts, damit lesbische Eltern nicht mehr gegenüber schwulen und heterosexuellen Eltern benachteiligt sind und nicht mehr den Umweg über die Stiefkind-Adoption machen müssen.

    Und nicht zuletzt hoffe ich auf mehr Sichtbarkeit in den Medien (sowohl im fiktionalen als auch nicht-fiktionalen Bereich), die unserem tatsächlichen Anteil an der Bevölkerung entspricht.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Patroklos
#8 TomDarkProfil
#9 TheDadProfil
  • 01.01.2019, 23:41hHannover
  • Antwort auf #4 von TomDark
  • ""Ich halte AKK übrigens als Kanzlerin aufgrund ihrer homophoben Einstellung auch für ungeeignet, aber sie deshalb als eine "Rechtsaußenpolitikerin" zu bezeichnen, ist mMn ebenfalls ziemlich übertrieben.""..

    Als was denn sonst ?

    Mal davon abgesehen das auch Frau Merkel aktiv gegen die Ehe-Öffnung gestimmt, und damit eine "homophobe Grundposition" inne hat..
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TomDarkProfil
  • 02.01.2019, 10:16hHamburg
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • "Mal davon abgesehen das auch Frau Merkel aktiv gegen die Ehe-Öffnung gestimmt, und damit eine "homophobe Grundposition" inne hat.."

    Ja, und ist sie deswegen eine "Rechtsaußenpolitikerin" ?!?
  • Antworten » | Direktlink »