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Minimalgesetz

Dritte Geschlechtsoption "divers" in Kraft

Im Geburtenregister kann seit 1. Januar neben "männlich" und "weiblich" auch "divers" eingetragen werden – nachträgliche Änderungen sind jedoch nur mit ärztlichem Attest möglich.


Im Rahmen der "Aktion Standesamt 2018" wurde im Oktober vergeblich für eine weitergehende Reform des Personenstandsrechts gekämpft (Bild: AktionStandesamt2018 / twitter)

Neben "männlich" und "weiblich" ist im Geburtenregister seit 1. Januar auch die Option "divers" für intersexuelle Menschen möglich. Der Bundestag hatte die Einführung einer dritten Geschlechtsoption Mitte Dezember beschlossen (queer.de berichtete).

Damit setzte das Parlament eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem November 2017 um. Die bisherige Pflicht, einen Menschen dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen, wurde darin als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot gewertet (queer.de berichtete).

Betroffene forderten Selbstbestimmung

Die Reform der großen Koalition stand von Anfang an in der Kritik von LGBTI-Verbänden sowie FDP, Linken und Grünen, weil eine Änderung im Geburtenregister auf Drängen der Union an die Vorlage eines ärztlichen Attests geknüpft wird (queer.de berichtete). Diese Regelung wurde in den Ausschussberatungen nur leicht abgeschwächt. Danach soll nun in wenigen Ausnahmefällen auch eine eidesstattliche Versicherung der Betroffenen ausreichend sein. (cw/dpa)



#1 TimonAnonym
  • 01.01.2019, 16:46h
  • Union und SPD haben nur das absolute Minimum umgesetzt, wozu sie vom Bundesverfassungsgericht gezwungen wurden.

    Das bedeutet leider u. a.:

    - weiterhin Gutachter-Zwang.

    - das steht nur Menschen mit uneindeutigem biologischen Geschlecht offen. Wer biologisch eindeutiges Geschlecht hat, aber psychologisch anderes empfindet, geht weiterhin leer aus.

    - immer noch kein Verbot von Zwangs-OPs an intersexuellen Kindern, worunter die lebenslänglich leiden, wenn das zugewiesene Geschlecht nicht dem später empfundenen entspricht.

    - etc. etc.

    Pfui Union.
    Pfui SPD.
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#2 DominikAnonym
  • 01.01.2019, 17:04h
  • Das neue Gesetz hat dadurch, dass es nur intersexuellen Menschen offensteht, einen guten Nebeneffekt:

    Es ermöglicht, die Anzahl der Intersexuellen in der Gesellschaft nun sehr viel genauer zu erfassen; insbesondere auch die Geburten von Säuglingen mit entsprechender geschlechtlicher Varianz. Das beendet hoffentlich die Streitigkeiten darüber, wie sehr das Phänomen eigentlich verbreitet ist. Find ich gut.
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#3 RainerWAnonym
  • 01.01.2019, 17:43h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • "- das steht nur Menschen mit uneindeutigem biologischen Geschlecht offen. Wer biologisch eindeutiges Geschlecht hat, aber psychologisch anderes empfindet, geht weiterhin leer aus."

    Es geht ja um das Geburtenregister. Ein Baby oder Kleinkind, kann sich so noch gar nicht mitteilen. Da muss man nach dem Äußerichen gehen. Ob man psychologisch trans ist, findet man erst in der Pubertät heraus.

    Bezüglich dem Gutachten kann man sagen, dass der zuständige Arzt verpflichtet ist (Hippokrates Eid) dem Patienten zu helfen. Wenn ein Patient meint er sei im falschen Geschlecht, der Arzt das aber anders sieht, muss er das bestimmt begründen. Stell ich mir so vor zumindest, vielleicht kann eine Transperson dazu mehr sagen.
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#4 FaktencheckAnonym
  • 01.01.2019, 18:00h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Da voraussichtlich nur ein Bruchteil aller Intersexuellen den Geschlechtseintrag "divers" für sich beantragen werden, basiert dein Gedankengang - wie schon so oft bei diesem Thema - von vornherein auf falschen Grundannahmen.
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#5 fragwürdigAnonym
  • 01.01.2019, 18:11h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Abgesehen davon, dass die juristische Option "divers" KEINE exakten Aufschlüsse über medizinische Sachlagen erlauben wird: Warum findest du es so wichtig, ganz genau zu wissen, wie viele Menschen körperlich intersexuell sind? Welchen Unterschied macht es, ob das jeder zweihundertste oder jeder tausendste Mensch ist? Für welche Diskussionen spielt das überhaupt eine Rolle?

    Warum ist dir diese Frage sogar wichtiger als das Recht ALLER nicht-binären Menschen, einen passenden Geschlechtseintrag bekommen zu können?

    Warum suchst du immer wieder so verzweifelt, und sogar unter permantenter Missachtung der Tatsachen, nach Argumenten, den Eintrag "divers" einigen Menschen vorzuenthalten?

    Was hast du eigentlich für ein Problem mit diesem Thema?
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#6 FaktencheckAnonym
#7 DominikAnonym
  • 01.01.2019, 18:30h
  • Antwort auf #4 von Faktencheck
  • Das glaube ich nicht.

    Intersexualität wird in den allermeisten Fällen kurz nach der Geburt oder im Kleinkindsalter festgestellt. Babys und Kleinkinder stellen aber -logischerweise - keine Anträge, sondern erhalten den Geschlechtseintrag auf Grundlage einer ärztlichen Untersuchung (Attest). Das gilt übrigens für jeden neugeborenen Erdling, die Geschlechtsbestimmung wird immer durch einen "medizinischen Blick" vorgenommen.

    Jetzt besteht aber mit der Angabe "divers" eine weitere positive Eintragungs-Möglichkeit, die es Ärzt*innen erlaubt, sich bei vorliegender Intersexualität von Anfang an eindeutiger festzulegen, statt wie bisher nach verschwurbelten Wegen zu suchen, den Säugling doch noch irgendwie männlich oder weiblich zuzuordnen. Dadurch wird immerhin Klarheit geschaffen, das sollte man anerkennen.
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#8 MitleserinAnonym
  • 01.01.2019, 18:34h
  • Antwort auf #3 von RainerW
  • In einer besseren Welt würden natürlich Ärzt*innen den Menschen, die ärztliche Unterstützung wünschen, kompetent helfen, aber von dieser Welt sind wir leider sehr weit entfernt. Das beginnt schon damit, dass ein Gutachten nicht freiwillig ist, sondern den betreffenden Menschen aufgezwungen wird.

    Der Grundgedanke des Gesetzgebers ist nicht Hilfe, sondern Kontrolle. Und daran richtet sich weiterhin das ganze System aus. Zwang ist ganz grundsätzlich eine schlechte Basis für Hilfe, selbst wenn man auf ansonsten kompetente Menschen treffen sollte - was in Deutschland zusätzlich eher Glückssache zu sein scheint.

    In Deutschland herrscht immer noch der Grundsatz, medizinische Kontrollen über das Menschenrecht auf (auch geschlechtliche) Selbstbestimmung zu stellen. In einem solchen Rahmen ist der Optimismus, dass doch "einfach nur geholfen werden soll", leider sehr blauäugig. Selbst die gutwilligsten Medizinier*innen können diesen Zwangsrahmen höchstens in Details subversiv unterlaufen, ihn aber nicht sprengen. In einem solche Rahmen ist keine geschlechtliche Selbstbestimmung möglich.

    "vielleicht kann eine Transperson dazu mehr sagen."

    Statt zu hoffen, dass sich hier schon wieder betroffene Menschen bereit finden, alles zum hundertsten Mal zu erklären, empfehle ich dir, einfach mal z.B. nach Blogs oder offenen Foren von trans Menschen zu suchen und dort Erfahrungsberichte zu lesen, was solche "Gutachten" angeht. Dir wird der Optimismus vermutlich schnell vergehen.
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#9 RainerWAnonym
#10 MitleserinAnonym
  • 01.01.2019, 19:02h
  • Antwort auf #9 von RainerW
  • "Also ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Gutachter Transhasser sind, die den Transmenschen das Leben schwer machen wollen."

    Ich weiß nicht, wie du das aus meinem Kommentar herauslesen kannst. Bitte verüble es mir nicht, aber offenbar hast du meinen Kommentar komplett missverstanden. Bitte lies ihn noch einmal aufmerksam durch. Ich finde es immer ziemlich anstrengend, Behauptungen widerlegen zu müssen, die ich gar nicht aufgestellt habe.
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