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Polizeibericht
Platzwunde nach homophober Attacke in Berliner Kneipe
Am frühen Neujahrsmorgen bewarfen und schlugen zwei junge Männer andere Gäste in einem Lokal am Alexanderplatz mit Bierflaschen. Dabei fielen schwulenfeindliche Beleidigungen.

Die Berliner Polizei macht mögliche homo- und transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt publik (Bild: Sebastian Rittau / flickr)
- 1. Januar 2019, 16:37h 2 Min.
Bereits am ersten Tag des neuen Jahres kam es in Berlin zu einer Straftat mit einem mutmaßlich schwulenfeindlichen Hintergrund.
Wie die Polizei am Dienstagnachmittag meldete, sollen zwei Männer im Alter von 22 und 24 Jahren gegen 6.20 Uhr in einem Lokal auf dem Alexanderplatz Streit mit anderen Gästen gesucht haben. Nach mehreren vergeblichen Schlichtungsversuchen sollen die beiden mehrere Bierflaschen um sich geworfen und mit einer Flasche in Richtung des Kopfes eines 41-jährigen Gastes geschlagen haben. Dieser soll dadurch eine Platzwunde an der Augenbraue erlitten haben.
Ein weiterer Gast im Alter von 51 Jahren soll ebenfalls von den Männern attackiert und verletzt worden sein. Zudem soll das gewalttätige Duo die Gäste homophob beleidigt haben, so die Aussagen der anwesenden Zeugen gegenüber den alarmierten Beamten. Im Polizeibericht wurden keine näheren Angaben zu den mutmaßlichen Tätern und zu den gefallenen Beschimpfungen gemacht.
Der Staatsschutz ermittelt
Beide Tatverdächtigen müssen sich nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung verantworten. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führt die Ermittlungen.
Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Nach kürzlich vorgestellten vorläufigen Zahlen wurden von der Berliner Polizei im Bereich der Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität in den ersten drei Quartalen 2018 insgesamt 105 Fälle statistisch erfasst, darunter 30 Gewaltdelikte. Im Vergleichszeitraum waren 2017 139 Fälle registriert worden. Die Zahl beinhaltet Nachmeldungen und ist daher nur begrenzt vergleichbar, auch wird von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten ausgegangen. (cw/pm)















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