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Nollendorfkiez

Berlin: Protest-Party fordert "Hafen"-Fortbestand

Der beliebten Schwulenbar an der Motzstraße droht weiter die Schließung – nach einigem öffentlichen Druck gibt es aber "hoffnungsvolle Signale" für eine Einigung mit dem Vermieter.


Die Feier begann bereits um 13 Uhr und dürfte zu üblicheren Berliner Zeiten noch für den erwarteten Ansturm sorgen (Bild: Volker Beck / twitter)

Im Berliner Nollendorfkiez hat am Donnerstag eine Solidaritäts-Feier zum Fortbestand der Traditionsbar "Hafen" begonnen. Protest-Veranstaltungen rund um die populäre Szeneeinrichtung an der Motzstraße sollen bis in den frühen Freitagmorgen andauern; sie begannen bereits gegen 13 Uhr in der Bar und auf dem Bürgersteig davor.

Kurz vor Weihnachten hatte der Barbetreiber Ulrich Simontowitz bei Facebook zu der Veranstaltung aufgerufen, zu der sich binnen weniger Tage hunderte Menschen ankündigten. Erst wenige Tage zuvor hatte er erfahren, dass der Vermieter den Mietvertrag nicht verlängern wolle und eine Räumung zum 3. Januar verlange (queer.de berichtete). Simontowitz hatte betont, dass man sich zunächst über eine Verlängerung über zehn Jahre geeinigt hatte – dann habe der Vermieter aber den Vetragsentwurf zurückgezogen und zunächst neun Monate lang auf Bitten um Gespräche nicht reagiert, um schließlich die Räumungsaufforderung zu schicken. Von einem ebenfalls aus der Szene stammenden Nachmieter-Interessenten war die Rede.

Twitter / stadtleben | Ein Bild der Kollegen vom "Tagesspiegel" vom Beginn der Feier kurz nach 13 Uhr

Die Nachricht vom möglichen "Hafen"-Aus nach über 28 Jahren hatte zu einer Welle der Solidarität seitens der Community, von Medien samt Bloggern sowie der Politik geführt. "Die Reaktionen waren bombastisch", so Simontowitz am Donnerstag vor Beginn der Feier zu queer.de; wie auch Gäste und Nachbarn in den letzten Wochen persönlich reagiert hätten, sei "richtig rührend" gewesen.

Bar bleibt zunächst geöffnet

Wie es mit dem "Hafen" weitergeht, ist allerdings noch immer offen, so Simontowitz. Man führe mit allen Beteiligten weiter Gespräche und sei "optimistisch"; nach der großen Solidaritätswelle habe man zuletzt "hoffnungsvolle Signale" erhalten. Am Freitag und in den nächsten Tagen werde man zunächst öffnen wie bisher. Die Räumungsaufforderung ist allerdings weiter der letzte offizielle Stand und eine Zusage über eine Verlängerung oder einen neuen Vertragsentwurf gebe es noch nicht, so Simontowitz. Direkte Gespräche mit dem Vermieter habe es weiter nicht gegeben, was die Sache verkompliziere. So ist der "Hafen" weiter auf den guten Willen einiger Beteiligter angewiesen – und womöglich auf weiteren Druck.

Twitter / Volker_Beck | Eindrücke vom Donnerstagmittag von Volker Beck. Im Schaufenster der Bar waren etliche Solidaritätsadressen angebracht

Die Bar galt seit ihrer Gründung im November 1990 als fester Bestandteil der queeren Szene Berlins und war in dem populären Kiez rund um den Nollendorfplatz der erste Laden mit einem offenen Schaufenster und ohne Klingel. In Zeiten von Szenesterben konnte sich der "Hafen" bislang mit guten Besucherzahlen und Einnahmen behaupten.

Doch die Szene ist auch von Gentrifizierung, also der Verdrängung durch finanzstärkere Betriebe, bedroht. Das Berliner Magazin Siegessäule hatte in den letzten Jahren zunehmend berichten müssen, wie einige queere Locations in Berlin, etwa der "Quälgeist" oder das "Böse Buben", durch Mangel an erschwinglichen Mieträumen und durch Auflagen der Bau- und Ordnungsämter bedroht sind. Zuletzt hatte es auch Empörung über als unverhältnismäßig kritisierte Kontrollen in Szeneclubs gegeben (queer.de berichtete). (nb)



#1 Bellaterra1Anonym
  • 03.01.2019, 16:01h
  • In Zeiten von Facebook finden sich wirklich für alles und jedes irgendwelche "Unterstützer", die weiß Gott wann und weiß Gott wo zu irgendwelchen Solidaritätskundgebungen auftauchen. Manche Leute scheinen ja wirklich ne Menge Zeit zu haben...
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#2 EulenspiegelAnonym
  • 03.01.2019, 16:28h
  • Antwort auf #1 von Bellaterra1
  • Und dann gibt es immer Leute, die ihre Energie stattdessen darauf verwenden, Solidaritätsbekundungen in der Community zu verspotten und lächerlich zu machen.

    Ich weiß, zu welcher Seite ich lieber gehören möchte.
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#3 LotiAnonym
#4 niccinicciAnonym
  • 03.01.2019, 17:17h
  • die ganze aktion wird in der szene nur belächelt. wäre ja auch noch schöner, wenn ein hauseigentümer nicht selber entscheiden kann. mal wieder wird in den medien etwas sehr verschroben dargestellt. interessiert nicht wirklich viele.
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#5 Nollendorfkiez4UAnonym
  • 03.01.2019, 18:15h
  • Antwort auf #4 von niccinicci
  • Selbstverständlich kann immer noch jeder Vermieter selbst entscheidem mit wem er einen Mietvertrag abschließt und mit wem nicht. Wenn ein Vermieter aber zunächst über eine Verlängerung verhandelt und man offenbar zu einem positiven Ergebnis gekommen war, dann aber einem Mieter, der fast 30 Jahre erfolgreich ansässig ist, ein Jahr lang jedes persönliche Gespräch verweigert, dann ist das einfach schäbiges Verhalten. Noch dazu, wenn man zusammen mit einem anderen Szene-Gastronomen versucht, den Hafen, der im Gegensatz zu vielen anderen Kiezkneipen immer überlebt hat, aus dem Nollendorfkiez zu verdrängen. Es gibt nicht den geringsten Zweifel, an der Darstellung des Hafen-Betreibers zu zweifeln. Zum Glück sieht die überwältigende Mehrheit das auch so. Also, weiter Daumen hoch für die Institution Hafen im Nollendorfkiez!!!
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#6 Nollendorfkiez4UAnonym
#7 TheDadProfil
  • 03.01.2019, 23:40hHannover
  • Antwort auf #4 von niccinicci
  • ""die ganze aktion wird in der szene nur belächelt.""..

    Äh ?
    Die "Szene" besteht dann wohl doch aus den Menschen die vor der Tür vom "Hafen" auf der Straße stehen, und ihre Solidarität offen zeigen !
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