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"Express" besorgt über schwulenfeindlichen "Irren"

Düsseldorf: Senior will mit Machete Cruising im Park verhindern

Ein "irrer Macheten-Mann" macht sich in einem Park der NRW-Landeshauptstadt am Gebüsch zu schaffen, damit Schwule sich dort nicht mehr vergnügen können.


Als Cruising wird im Deutschen die mobile Suche nach von Männern nach einem gleichgeschlechtlichen Sexpartner in der Öffentlichkeit verstanden – im Englischen kann das Wort auch andere Bedeutungen haben, etwa dass gelangweilte Jugendliche ziellos mit dem Auto durch die Gegend fahren (Bild: Clint Budd / wikipedia)

Das Boulevardblatt "Express" war am Freitag in heller Aufregung: "Wut über Homosexuelle? Irrer Macheten-Mann wütet in Düsseldorfer Park", lautete die Überschrift eines Berichts. Der "Express" veröffentlichte dazu Bilder eines älteren Mannes in beigefarbener Jacke, der im Hofgarten Buschwerk stutzt – offenbar damit schwule Männer dort nicht heimlich Sex haben können. Laut einem Cruisingportal ist in dem Park "abends immer was los".

In scharfen Worten beschreibt die Kölner Zeitung den 70- bis 80-jährigen Mann, der bereits "seit Jahren" aus Abneigung gegen schwules Cruising im Park aktiv sein soll – allerdings ist seine Identität den Behörden nach wie vor unbekannt.

Im Artikel heißt es:

Zu einem Zeugen sagte der Senior: Er wolle "verhindern, dass sich Schwule im Gebüsch vergnügen." […]

Der Hofgarten ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt für Homosexuelle, die sich zum so genannten "Cruising" verabreden, also möglichst schnellem und anonymem Sex. Nicht selten auch in der Öffentlichkeit.

Der irre Macheten-Mann will diese Schäferstündchen mit seiner irren Rodungsaktion offenbar unterbinden. Laut Brembach knotet der Rentner auch Angelschnüre ins Buschwerk. Wozu? Als Falle etwa?

Im Bericht wird nicht erwähnt, ob sich jemand an den Angelschnüren verletzt hat. Dennoch ist die Verwaltung besorgt: Ein Sprecher sagte dem "Express", dass der Stadt bekannt sei, dass sich "jemand" über die Sträucher hermache. Man werde nun "mit erhöhter Aufmerksamkeit" im Stadtgarten vorgehen.

Schwuler Cruising-Sex führt immer wieder zu öffentlichen Auseinandersetzungen: In Freiburg versuchte die Polizei etwa 2015 mutmaßliche Cruiser in einem Park mit den Worten "Bist du schwul?" zu identifizieren (queer.de berichtete). Im selben Jahr jagten Neonazis in Dortmund schwule Cruiser (queer.de berichtete).

Letztes Jahr sorgte außerdem die Direktorin des Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg (Sachsen-Anhalt) für Aufregung, als sie ein Kunstwerk über Cruising offenbar aus homophoben Motiven als "abartig" bezeichnete (queer.de berichtete). (dk)



#1 TomDarkProfil
  • 04.01.2019, 15:18hHamburg
  • Wieso ist der den Behörden völlig unbekannt?!?

    Der Typ ist "seit Jahren" in diesem Park gegen Cruising aktiv, und man lässt ihn dort ungehindert Buschwerk stutzen?!?

    Also wenn im Hamburger Stadtpark jemand mit ner Machete rumlaufen und damit am Gebüsch rummurksen würde, hätte die Polizei ihn von dort schon mindestens 10mal abgeholt ....

    Sind ja echt locker drauf die Leute dort.. ! =)
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#2 ArchivAnonym
  • 04.01.2019, 16:00h
  • Und ein weiteres Mal müssen wir konstatieren, dass das Moralisieren und der sex-negative Wahn nicht vor der Schwelle dieses Forums halt macht. Auch der eine oder die andere in unserer ach so toleranten Community haben überhaupt kein Problem, mit übelsten Vokabeln über Cruising und diejenigen, die es gut finden, herzuziehen.

    Ich glaube, es ist noch in Erinnerung, welche Userin sich dabei immer wieder besonders hervortat.

    AfD-Denken ist überall. Auch unter uns.
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#3 Homonklin44Profil
  • 04.01.2019, 17:10hTauroa Point
  • Wundert mich auch etwas, dass die Park-Gärtner das so dulden. Denn das geht ja auch auf die Kosten der Bepflanzung.

    Wenn ihm das Crusing nicht passt, braucht er da nicht hinzugehen. Gibt bestimmt genug Ecken des Parks, wo er nur die Nachtigallen, und Igel hören kann.

    Und man muss Cruising nicht selbst praktizieren, um es okay zu finden wenn es andere tun. Witzige Unterhaltungen oder etwa Kontakte zu Leuten, die auch nicht geouted leben, oder kein Internet butzen, dafür geht das da auch gut. Andere einfach lassen, wie sie mögen.
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#4 dellbronx51069Anonym
  • 04.01.2019, 17:31h
  • Das Tragen einer Machete .Klingenlänge über 20 cm ist ein Verstoss gegen das Waffengesetz.Nur so am Rande
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#5 niccinicciAnonym
  • 04.01.2019, 19:24h
  • passt doch sehr gut, bestimmt jemand vom ordnungsamt im ruhestand. die sind vor paar jahren die gebüsche abgerannt im hofgarten und haben mit taschenlampen reingeleuchtet. da gab es die afd noch gar nicht. als berliner war das für mich die reinste lachnummer. wessiland und provinz eben!
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#6 perissoteronAnonym
  • 06.01.2019, 05:14h
  • In den allermeisten Cruisinggeländen wurde über die Jahre 'aus Sicherheitsgründen' das Buschwerk zusammengestutzt, mit dem Nebeneffekt dass immer weniger zum Cruisen kommen. Der Machetenknilch könnte dort auch nicht mehr kaputtmachen..
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