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Debatte um homofeindliche Tweets

Kevin Hart denkt nach Oscar-Absage über Rückkehr als Moderator nach

In der Talkshow von Ellen DeGeneres bat der Komiker bei der LGBTI-Community für frühere Tweets erneut um Entschuldigung. Die Moderatorin stärkte ihm den Rücken – auch das führte zu Kritik.


Der US-amerikanische Schauspieler und Komiker Kevin Hart, der Anfang Dezember als Moderator der Oscar-Gala zurückgetreten ist, hat eine mögliche Rückkehr auf die Showbühne in Aussicht gestellt. Er denke darüber nach, sagte der 39-Jährige in der am Freitag ausgestrahlten US-Talkshow von Moderatorin Ellen DeGeneres.

Kurz nach seiner Ernennung als Oscar-Gastgeber war der schwarze US-Comedian im Dezember ins Kreuzfeuer der Kritik geraten (queer.de berichtete). Hintergrund waren als schwulenfeindlich kritisierte Tweets und Witze des Komikers aus den Jahren 2009 bis 2011. So hatte er einem anderem Schauspieler mitgeteilt, sein Profilbild sehe aus wie "ein schwules Plakat für Aids", hatte mehrere Nutzer als "Schwuchteln" bezeichnet und gemeint, dass er, sollte sein Sohn nach Hause kommen und mit dem Puppenhaus seiner zwei Töchter spielen, dieses über seinem Kopf zerbrechen werde mit dem Hinweis: "Stopp, das ist schwul".

Einige der Tweets hatte der Comedian inzwischen gelöscht. Nach der auftauchenden Kritik reagierte er zunächst kleinlaut, er habe sich bereits früher für Tweets entschuldigt und werde dies nicht erneut tun, gab dann aber letztlich seinen Rückzug als Show-Moderator bekannt und entschuldigte sich bei der LGBTI-Gemeinde für "unsensible Worte aus der Vergangenheit". Bei "Ellen" beklagte er nun, "Trolle" hätten gezielt die alten Tweets herausgesucht. In der Zwischenzeit sei er längt gereift und habe "keinen homophoben Knochen" in seinem Körper.

Ellen setzt sich für Hart ein

Die offen lesbische Moderatorin DeGeneres gab Hart in ihrer Sendung nun Rückendeckung. Sie und viele andere wollten ihn als Oscar-Moderator zurückhaben. Hart habe sich mehrfach für frühere schwulenfeindliche Äußerungen entschuldigt, sagte DeGeneres. Sie selbst habe die Oscar-Akademie angerufen, um ein gutes Wort für Hart einzulegen. Die Veranstalter hätten positiv reagiert und ihr versichert, dass sie sich Hart als Moderator wünschten. In ihrem Gespräch sei der Komiker authentisch und aufrichtig gewesen, betonte die 60-Jährige.

/ TheEllenShow
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Die Oscars werden in der Nacht zum 25. Februar in Los Angeles verliehen. Einen Ersatz für Hart hat die Academy bisher nicht benannt. Der Komiker, der aus Filmen wie "Jumanji: Willkommen im Dschungel", "Ride Along" oder "Central Intelligence" bekannt ist, hat die Verleihung der wichtigsten Filmpreise der Welt bislang nicht moderiert. Bei den beiden vergangenen Galas stand Late-Night-Talker Jimmy Kimmel (51) als Gastgeber auf der Bühne.

Die Entscheidung, Hart in ihre Sendung einzuladen und ihm öffentlich zu vergeben, führte am Freitag zugleich zu Kritik an Ellen in sozialen Netzwerken und auch in einigen queeren Medien. Zwar sei die Moderatorin nicht als Sprecherin der Community aufgetreten, kommentierte etwa das Magazin "Out", hier biete sie ihm aber einen PR-Stunt an, um ihn mit einem einzigen Interview den Weg zurück zu ermöglichen, bei dem er sich dennoch vor allem als Opfer darstelle. Seiner Verantwortung gegenüber der queeren und auch der schwarzen Community werde das nicht genügend gerecht. (cw, mit dpa)

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#1 Andy2Anonym
  • 04.01.2019, 23:18h
  • Ellen DeGeneres hat bei vielen Dingen ihre eigenen Maßstäbe. Kevin Hart, der wirklich durch zahlreiche homophobe Bemerkungen aufgefallen ist, lädt sie in ihre Sendung ein.
    Andere Comedians und Moderatoren behandelt sie jedoch von oben herab, z.B. Wendy Williams, weil sie es nicht gut findet, dass die in ihrer Sendung Tratsch verbreitet. Also zwischen Tratsch verbreiten und offenkundig homophoben Äußerungen gibt es meiner Meinung nach einen großen qualitativen Unterschied. Aber DeGeneres misst hier mit eigenem Maß.

    Abgesehen davon, aber das ist jetzt nur meine persönliche Meinung, sind ihre Interviews derart oberflächlich, infantil und langweilig, dass ich nicht verstehen kann, dass diese Sendung immer noch läuft.
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#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 05.01.2019, 05:20h
  • Antwort auf #1 von Andy2
  • Die Sendung läuft so gut, weil Ellen eine gute Comedian und Entertainerin ist, und weiß, dass das Publikum sehen will. Zudem hat sie in ihren Sendungen oft kritische Töne anklingen lassen und setzt sich gegen Homophobie ein. Sie weiß halt als Comedian, dass Homophobie von Comedians oft eingesetzt wird, um Lacher zu produzieren.
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#3 Sabelmann
  • 05.01.2019, 10:51h
  • Jetzt wirds wahrscheinlich wieder rascheln in den Gaygehirnen,aber ich stimme Ellen zu!
    Es ist zwar homophob was Kevin vor 10 Jahren gefasselt hat aber er ist gereift und ich hab seitdem nix Derartiges von ihm gehört! Soll heissen dass ich nicht mal die Posts von damals kenne! Hat halt wer in der Vergangenheit gewühlt bis er fündig wurde. Wahrscheihnlich würde man bei Vielen was finden wo man es gar nicht vermutet hätte!
    Aber wie wir selbst oft über Personen übelst herziehen deren Nase (Meinung, Aussehen, Herkunft, Politik, Religion usw) uns nicht gefällt ist doch auch eine Tatsache! Gewiss sind wir nicht besser nur weil wir schwul sind!Aber sehr schnell beleidigt!
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