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76. Verleihung

"The Assassination of Gianni Versace" gewinnt bei Golden Globes

Die Serie erzählt vom Mord am schwulen Star-Designer – in seiner Dankesrede erinnerte Regisseur Ryan Murphy daran, dass Homophobie bis heute ein Problem sei.


Szene aus "The Assassination of Gianni Versace": Edgar Ramirez spielt den schwulen Designer, Ricky Martin seinen Lebenspartner Antonio D'Amico (Bild: Pari Dukovic / FX)

Die Krimiserie "The Assassination of Gianni Versace" um den Mord am italienischen Modedesigner, die zweite Staffel der Reihe "American Crime Story", zählt zu den großen Gewinnern der diesjährigen Golden Globes. Die Macher holten am Sonntag (Ortszeit) in Beverly Hills die Trophäe in der Kategorie beste Mini-Serie. Außerdem gewann Darren Criss einen Golden Globe, der in der Serie Andrew Cunanan spielt, der Versace 1997 in Miami ermordet hatte. Die Serie lief in Deutschland auf Sky.

Regisseur Ryan Murphy erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass Homophobie – Versace war homosexuell – bis heute ein Problem sei. "Unsere Serie dreht sich um eine bestimmte Zeit, aber diese Kräfte sind nicht historisch. Sie sind hier, sie sind unter uns und wir müssen Widerstand leisten." Künstler im Filmgeschäft müssten diejenigen vertreten, die noch nicht ausreichend vertreten seien.

Darren Criss setzte sich gegen den deutsch-spanischen Schauspieler Daniel Brühl durch, der nach seiner zweiten Nominierung für einen Golden Globe erneut leer ausging. Brühl war für seine Rolle in der Krimiserie "The Alienist" ("Die Einkreisung") im Rennen. 2014 war Brühl schon einmal für seine Rolle im Formel-1-Drama "Rush – Alles für den Sieg" nominiert, dann gewann aber Jared Leto mit "Dallas Buyers Club".

Auszeichnungen auch für "Bohemian Rhapsody" und Lady Gaga

Als bestes Kino-Drama wurde bei der 76. Verleihung "Bohemian Rhapsody" über den Queen-Sänger Freddie Mercury ausgezeichnet. Auch Hauptdarsteller Rami Malek, der den 1991 an den Folgen von Aids gestorbenen Rockstar spielt, wurde geehrt.

Mehrfach erfolgreich war auch die Filmbiografie "Green Book" von Regisseur Peter Farrelly. Als bester Nebendarsteller wurde Oscar-Preisträger Mahershala Ali ("Moonlight") ausgezeichnet, der den heimlich schwulen Jazz-Pianisten Don Shirley spielt.

Zu den Gewinnern bei den Golden Globe Awards 2019 gehört auch der offen homosexuelle Schauspieler Ben Whishaw, der für seine Rolle in der BBC-Miniserie "A Very British Scandal" gewürdigt wurde. Im Mittelpunkt steht ein Politiker, der in den Siebzigerjahren über eine frühere Affäre mit einem männlichen Model stolpert – Whishaw würdigte in seiner Dankesrede den von ihm dargestellten Norman Josiffe als queeren Kämpfer gegen das Establishment.

Für den besten Filmsong erhielt Lady Gaga einen Preis. Die Hollywood Foreign Press Association würdigte ihr Lied "Shallow" aus dem Musikdrama "A Star Is Born". Die britische Schauspielerin Olivia Colman konnte ihren zweiten Golden Globe mit nach Hause nehmen. Die 44-Jährige wurde zur besten Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical gekürt. In der Tragikomödie "The Favourite – Intrigen und Irrsinn" von Yorgos Lanthimos spielt sie die britische Königin Anne im frühen 18. Jahrhundert, um deren Liebe zwei Hofdamen buhlen.

Als beste TV-Serien gewannen der Spionage-Thriller "The Americans" und die Comedy-Serie "The Kominsky Method" über einen in die Jahre gekommenen Schauspieler. Gespielt wird dieser von Michael Douglas, der zugleich einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Musical- oder Comedy-Serie gewann. Als beste Schauspielerin in einer TV-Dramaserie wurde Sandra Oh für "Killing Eve" ausgezeichnet. Die Co-Moderatorin der Globes-Verleihung spielt in der recht queeren Serie eine Ermittlerin mit starkem Interesse an der gesuchten Auftragsmörderin. (cw/dpa)



#1 Patroklos
  • 07.01.2019, 09:45h
  • Ich hätte Ricky Martin ohne Bart kaum erkannt und er sieht dennoch klasse aus! Schade, daß Daniel Brühl wieder ohne Auszeichnung blieb, aber er hat in einem Interview gesagt, daß er sowieso schon zu den Gewinnern gehört, da er nicht davon ausging, daß seine Serie wegen des harten Wettbewerbes übehaupt eine Nominierung erhielt.

    Die Verleihung der Golden Globes ist in diesem Jahr erstaunlich früh und es wäre auch beinahe von den Medien übersehen worden. Hie hätte man mal die Öffentlichkeit rechzeitiger informieren sollen, statt über die Medien vollendete Tatsachen zu schaffen!
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#2 lindener1966Profil
  • 21.07.2019, 12:00hHannover
  • Ich bin leider spät dran. Ich habe die Serie gerade zuende gesehen. Das ist einer der "schwulsten" Serien, die ich kenne. Es steht weniger Gianni Versace im Mittelpunkt, sondern Andrew Cunanan, sein Mörder. Und wenn nicht Versace sein letztes Opfer von fünf gewesen wäre, hätte sich niemand für ihn oder die anderen Opfer interessiert. Zudem wird Homophobie von der ersten bis zur letzten Folge immer wieder thematisiert und nimmt in einer Folge sogar eine dominate Stellung ein. Die Serie ist zudem äußerst beklemmend in ihrer psychischen Dimension. Seine beiden ersten Opfer waren ihm eng verbunden. Die Serie wird antichronologisch erzählt, ausgehend vom letzten Mord zurück zur Kindheit Cunanans. Sehr sehenswert, aber stellenweise auch sehr brutal, nichts für schwache Nerven.
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