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Science-Fiction

Schwulenpornos auf der "Orville"

Die Macher der amerikanischen Science-Fiction-Serie haben sich für die neueste Folge Inspiration bei schwulen Pornofilmen geholt.


Bortus geht fremd: Während Klyden zu Hause das Kind hütet, vergnügt er sich auf dem Holodeck (Bild: Fox)

  • 7. Januar 2019, 15:20h, noch kein Kommentar

In der zweiten Staffel dringt die "Orville" weiterhin in Galaxien vor, in denen die Enterprise nie gewesen ist: In der vor wenigen Tagen in den USA ausgestrahlten neuesten Folge der Science-Fiction-Serie spielt die Sexualität des schwulen Besatzungsmitglieds Bortus (Peter Macon) eine entscheidende Rolle: Der schwule Alien von der Rasse der Moklaner, der als Lieutenant Commander die Nummer drei der Schiffshierarchie einnimmt, leidet in der Episode mit dem Titel "Primal Urges" (Urbedürfnisse) an einer "Pornosucht".

In der Folge besucht Bortus den schiffseigenen holografischen Umgebungssimulator (ähnlich dem Holodeck bei "Star Trek") und lässt sich dort mehrere virtuelle Pornoszenarien präsentieren. Er lässt sich auf Fantasien wie dominante Gefängniswärter, Doktorspiele und auch Gruppensex ein – dabei werden typische Dialoge abgespult, die wohl jeder Pornokonsument schon einmal gehört hat. Die Serie von und mit Seth MacFarlane ("Family Guy", "American Dad") bleibt damit ihrer Linie treu und schwankt wie schon in vorherigen Folgen zwischen Comedy und Drama.

Der Handlungsstrang mit Bortus (enthält ein paar kleinere Spoiler): Der Brückenoffizier geht heimlich seinen Pornobedürfnissen nach, woraufhin sich sein Ehemann Klyden (Chad L. Coleman) vernachlässigt fühlt – und zum letzten Mittel greift: der Scheidung. Diese ist in der Maklan-Kultur allerdings ein wenig blutiger als bei den Erdenmenschen. Bortus überlebt nur knapp und muss sich mit seinem Mann einer Eheberatung unterziehen. Dabei kommt heraus, warum Bortus einen Groll gegen seinen Liebsten hat: In einer im September 2017 ausgestrahlten Folge hatte sich Klyden damit durchgesetzt, eine Geschlechtsanpassung an ihrem gemeinsamen Kind durchzuführen (in der Maklan-Kultur sind normalerweise alle Personen männlich, Mädchen werden so gut wie nie geboren).

"Primal Urges" ist die zweite Folge der zweiten Staffel von "The Orville". Bereits in der ersten Folge der im Fox-Network ausgestrahlten Serie spielte Bortus eine entscheidende Rolle: Darin drehte sich alles um eine Zeremonie ums Urinieren; weil Moklaner aber nur ein mal im Jahr aufs Klo gehen, wird dieser Akt entsprechend gefeiert.


Kapitän Ed Mercer (Seth MacFarlane, Mitte) und seine Mannschaft auf dem Unionsraumschiff Orville

Fernsehkritiker sind sich bei der Serie nicht einig, ob die teils deftige Wortwahl und die derben Scherze, die Seth MacFarlane so liebt, mit den moralisierenden und teilweise drögen Dialogen á la "Raumschiff Enterprise" wirklich zusammenpassen. Bereits die Episode "Planet der Männer" in der ersten Staffel, in der Bortus sein Ei ausbrütete und für Nachwuchs sorgte, hatte Kritik hervorgerufen, weil die Behandlung von Trans-Themen etwas rückständig oder altbacken wahrgenommen wurde (queer.de berichtete).

In dieser Folge wurde die Geschlechtsanpassung von Bortus' Kind debattiert, die von den Protagonisten mit dem inzwischen von LGBTI-Aktivisten als nicht mehr akzeptablen Wort "Geschlechtsumwandlung" bezeichnet wurde. Auch in der neuen Episode ist die profane "Pornosucht" vielleicht nicht das Wort und Erklärungsmuster, das man von Menschen im 25. Jahrhundert erwarten würde. Gleichzeitig ist es lustig, wenn in der Folge von Sci-Fi-Sexfantasien wie "Toilet-Cams auf einem Kriegsschiff" gesprochen wird – die zarten Seelen bei "Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert" wären bei solchen Dialogen sicherlich errötet. (dk)

Wo kann ich "The Orville" sehen?

Die erste Staffel von "The Orville" lief in Deutschland auf Pro Sieben und ist jetzt auf DVD erhältlich. Die Folgen der zweiten Staffel können kurz nach der US-Erstausstrahlung bei Amazon Prime Video gestreamt werden (2,99 Euro pro Folge)