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Fußball

Fünf Jahre nach seinem Coming-out sieht Hitzlsperger Fortschritte

Sexuelle Vielfalt sei heute nicht mehr so stark im Sport tabuisiert, meint der frühere Nationalspieler. Dass sich Spieler weiter nicht outeten, liege vor allem an ihren Beratern.


Hitzlsperger im März 2017 auf einer Fifa-Konferenz in Genf, bei der er der niederländischen Fußball-Legende Clarence Seedorf den Sinn von Coming-outs erklärte – das Video dazu ging später viral (queer.de berichtete)

Der frühere Profifußballer Thomas Hitzlsperger empfindet fünf Jahre nach seinem Coming-out den Sport deutlich toleranter. "Es gibt, glaube ich, jetzt ne ganz andere Gesprächsebene, auch wenn wir über sexuelle Vielfalt sprechen. Es ist kein so ein Tabu mehr, wie es vielleicht vor fünf Jahren war", sagte der ehemalige Fußballprofi gegenüber "ARD-Radio-Recherche Sport".

Über das Thema Homosexualität im Fußball werden mehrere Radiowellen der ARD und auch das ARD-"Morgenmagazin" am Dienstag berichten. In einem am 8. Januar 2014 veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Hitzlsperger seine Homsexualität thematisiert und angekündigt: "Ich möchte gern eine öffentliche Diskussion voranbringen – die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern" (queer.de berichtete).

Bislang sei zwar kein Profifußballer seinem Beispiel gefolgt, so Hitzlsperger. Dennoch sei sexuelle Vielfalt heute nicht mehr so stark tabuisiert wie zum Zeitpunkt seines Coming-outs. Der ehemalige Nationalspieler ermutigte aktive Spieler, offen mit ihrem Schwulsein umzugehen. Bedenken aus seinem persönlichen Umfeld hätten sich als falsch erwiesen, sagte der 36-Jährige.

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Fußballer sollten keine Sorge vor Fans haben

Hitzlsperger, der derzeit Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart, ARD-Experte bei Länderspielen und Botschafter für Vielfalt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist, glaubt an eine falsche Beratung der schwulen Fußballer. "Spieler, die mit dem Gedanken spielen sich zu outen, haben von den Fans, glaube ich, nicht soviel zu befürchten. Das sind viele Befürchtungen, die nur in den Köpfen einiger existieren, die aber nicht real sind."

Es sei ein Problem, dass die Sportler Berater um sich herum hätten, die von einem Coming-out abrieten. "Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Die meisten dachten, das geht nicht gut. Man muss da auf seine eigene Stimme hören", so Hitzlsperger. "Auch mich wollten Leute beschützen, aber das war falsch, weil ich gemerkt habe, auch danach ging mein Leben sehr, sehr gut weiter und ich bin sehr, sehr froh, dass ich mich damals so geäußert habe."

Hitzlsperger, der auch mal queere Jugendgruppen besucht, um Mut zu machen (queer.de berichtete), berichtet auf Podien immer wieder von seinen Erfahrungen. Kürzlich musste er allerdings bei einer Konferenz davon erzählen, dass er jüngst bei einem Fußballspiel auf der Tribüne homophob beleidigt worden sei (queer.de berichtete). Allerdings seien andere Zuschauer sofort eingeschritten und habe sich die Polizei von sich aus bei ihm gemeldet mit der Frage, ob er Anzeige erstatten wolle. (cw/dpa/afp)



#1 Patroklos
  • 07.01.2019, 23:05h
  • Das liegt nicht an ihren Beratern, sondern an den betreffenden Profifußballern selbst!
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#2 rgrgrggrgAnonym
  • 07.01.2019, 23:26h
  • Schwule Fußball-Profis würden mit einem Coming-Out auch schwulen Jugendlichen helfen, die suizidgefährdet sind, weil sie in einer homophoben Umgebung aufwachsen.

    Schwule Fußball-Profis sollten sich bewusst machen, dass sie mit einem Coming-Out auch das Leben von suizidgefährdeten jungen Schwulen retten könnten, weil diese dann plötzlich ein Mut und Hoffnung gebendes Vorbild sehen.
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#3 tegfdgdgdAnonym
  • 08.01.2019, 08:12h
  • Profi-Fußballer, die sich outen, können auch die Minderheit der Menschen, die immer noch homosexuellenfeindlich sind, noch weiter reduzieren, und das gesamtgesellschaftliche Klima noch homosexuellenfreundlicher machen, über den Sport hinaus.

    Eigentlich hat ein Coming Out von Profi-Fußballern nur positive Seiten. Allein irrationale Ängste stehen den schwulen Profi-Fußballern dabei im Weg.

    Die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland würde ein Coming Out von Profi-Fußballern positiv sehen und unterstützen. Die Minderheit der homophoben ewig Gestrigen würde dabei von der überwältigenden Mehrheit einen auf den Deckel bekommen.

    Außerdem wäre es ja auch für schwule Fußball-Profis unglaublich befreiend, wenn sie offen so leben können wie sie sind, ohne sich künstlich verstecken oder verstellen zu müssen. Ich stelle es mir wie eine unnötige psychische Tortur vor, wenn man immer darauf achten würde heterosexuell zu wirken, obwohl man schwul ist.

    Wir leben im Jahr 2019...
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#4 Simon HAnonym
  • 08.01.2019, 10:46h
  • Dass bei Homophobie im Stadion sogar schon andere Zuschauer einschreiten, ist ein Beleg für Wandel. Aber der geschieht sehr langsam.

    Das könnte sicher beschleunigt werden, wenn sich mehr Fußballer outen - vor allem auch Aktive aus der 1. und 2. Bundesliga sowie der Nationalmannschaft.

    Denn wer hetzt schon gegen gegnerische schwule Spieler, wenn in seiner eigenen Mannschaft auch Schwule spielen?!

    Die schwulen Fußballer sollten das nicht nur wegen ihrer Vorbildfunktion machen, sondern alleine schon aus eigenem Interesse tun, weil sie erst dann wissen, was sie sich selbst jahrelang mit dieser Selbstverleugnung und dieser Schmierenkomödie angetan haben.

    99% der Fans ist es egal, mit wem ihre Idole Sex haben oder wen sie lieben. Die wollen nur nicht von ihren Idolen belogen oder verarscht werden.
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#5 TheDadProfil
  • 08.01.2019, 11:53hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""Das liegt nicht an ihren Beratern""..

    ""Es sei ein Problem, dass die Sportler Berater um sich herum hätten, die von einem Coming-out abrieten. "Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Die meisten dachten, das geht nicht gut. Man muss da auf seine eigene Stimme hören", so Hitzlsperger.""..

    Und der Laie weiß es selbstverständlich besser als der Profi, der exakt diese Erfahrung gemacht hat..

    Mit welchem Verve hier erneut Menschen ihre Erfahrungen abgesprochen werden, ist weiterhin unerträglich !
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#6 Fifty-FiftyAnonym
  • 08.01.2019, 12:30h
  • Sich zu outen, finde ich auch wichtig. Alles andere ist ein Versteckspiel, das nur einem selbst schadet.
    Die andere Seite ist: nicht alle Menschen sind gleich - die einen sind stärker, die anderen brauchen viel mehr Zeit, um diesen Schritt zu machen. Denn gerade weil wir im Jahr 2019 leben und eben noch keinen Schutz vor Diskriminierung haben, obwohl es das AGG gibt, kann man davon ausgehen, dass wirklich alle (nicht nur Schwule) sehr gut überlegen, wann und wo sie sich bei wem outen. Das ist daran erkennbar, dass sie sich entlarvt fühlen, wenn irgendjemand sie outet - das möchte niemand.
    Auch ich habe das erlebt und es ist nicht schön. Ich habe etwas privates anvertraut und diese Person muss es in der nächst möglichen Situation in einer großen Runde ausplaudern - auf englisch kann ich das Gefühl besser ausdrücken: man fühlt sich exposed. So als würde jemand näher kommen und einfach einem die Kleider vom Körper reißen und man steht plötzlich nackt im gefüllten Einkaufszentrum kurz vor Weihnachten. Das finden manche auch nur so lange interessant bis es ihnen selbst geschieht.

    Und ein weiterer Punkt ist, dass es einem die Karriere oder den Beruf kosten kann, wenn man sich gedankenlos outet. Das müsste Hitzlsperger eigentlich auch selbst wissen. Es gibt leider noch Vereine und Arbeitgeber, die einen regelrecht rausmobben, sobald sie bemerken, dass ein/e Angestellte/r "von der Norm abweicht." So wird es immer formuliert.
    Schimpfwörter und Vorurteile sind dann das nächste, was folgt - sie machen sich über Homosexuelle lustig. Rosa oder pink sind zwei Farben, die bei solchen Dämlichkeiten ausgesprochen werden. "Nicht dass du morgen mit nem rosa Trikot auftauchst - hahahaha." Nö, witzig ist das gar nicht. Das ist Degradierung, Stigmatisierung, und Bloßstellung. Und wehe man spricht es an oder kritisiert es, dann heißt es: "Mensch, bist du empfindlich, du verstehst keinen Spaß."

    Das ist auch im Jahr 2019 noch eine alltägliche Perversion, die alle Homosexuelle erleben - auch Hitzlsperger. Er kann sich die Realität schöner reden als sie ist, aber die Tatsachen sind immer noch dieselben. Immer noch gibt es Schwule, die sich für eine andere Karriere entscheiden oder für einen anderen Beruf, weil sie wissen, dass sie einer erheblichen Diskriminierung ausgesetzt wären, wenn sie Profi-Fußballer werden wollten.

    Zum Glück gibt es einzelne, die diesen Weg gehen und sich dann irgendwann outen. Aber logischerweise kann das nicht jeder. Denn es geht stark an die Substanz. Und was, wenn einem die Karriere verloren geht? Manche haben die Kraft nicht, durch diese Hölle zu gehen und möglicherweise noch Arbeitslosigkeit zu riskieren.

    Deswegen finde ich, sollte Hitzlsperger mit seinem Schönreden vorsichtiger sein. In den letzten 50 Jahren hat es Fortschritte gegeben, so lässt es sich formulieren, aber in den letzten 5 Jahren haben wir ausschließlich den Fortschritt, dass wir heiraten dürfen. Diskriminierung findet aber leider immer noch erfolgreich statt und Homosexuelle müssen sich am Arbeitsplatz immer noch verrenken und sich immer noch ne kalte Dusche mit Vorurteilen anhören. Es werden Homosexuelle immer noch frühzeitig Rentner aufgrund dieser Belastung. Und manche homosexuelle Jugendliche sind immer noch Selbstmord gefährdet.

    Ich gebe Ihnen einen Tipp, Herr Hitzlsperger:
    "Get your mind out of the straight basement and don't adapt the same words as straight people do because it leads you nowhere and helps nobody."
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#7 Fifty-FiftyAnonym
  • 08.01.2019, 12:39h
  • Antwort auf #6 von Fifty-Fifty
  • Möchte noch was hinzufügen: das größere Problem dabei sind die Mannschaftskammeraden und bestimmte Vorgesetzte in Vereinen. Die Fans möglicherweise weniger, aber auch bestimmte Rufe während des Fußballspiels können weh tun.
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#8 KaktusAnonym
  • 08.01.2019, 19:07h
  • Es gibt Profi Fußballer aus der 1. und 2. Bundesliga die eine Scheinehe eingehen weil sie Angst haben das es rauskommt das sie Homosexuell sind. Herr Hitzlsperger Fortschritte sehen anders aus.
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#9 ahmad85Anonym
  • 09.01.2019, 12:47h
  • ich kann ihn sehr gut verstehen, dass er sich erst nach seiner aktiven Karriere geoutet hat

    hatte ich auch getan. Fussballfans sind grösstenteils rassistisch und schwulenfeindlich
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#10 kill_the catAnonym