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ARD-Mietersoap

Coming-out in der "Lindenstraße"

Ein Jahr vor dem Aus der "Lindenstraße" gibt es ein neues Coming-out: Paul erzählt seinem Vater, dass er auf einen Jungen namens Christian steht.


Paul spricht mit seinem Vater – und erklärt, warum er in den letzten Wochen so abgelenkt war (Bild: WDR)

In der neuesten Folge der "Lindenstraße", die am Sonntag im Ersten ausgestrahlt wurde, gibt es ein Coming-out: Der 16-jährige Paul, der seit 2009 von Schauspieler Ole Dahl dargestellt wird, erzählt seinem Adoptivvater Murat (Erkan Gündüz) am Ende von Episode 1.701, dass er sich in einen Jungen verliebt hat.

In der Folge mit dem Titel "Türkischer Honig" beobachtet Murat besorgt, dass sich Paul immer mehr zurückzieht. Murats Frau Lisa (Sontje Peplow) schiebt die Launen des Sohnes auf sein Teenager-Alter. Sie ist sauer, dass er sich noch immer keinen Praktikumsplatz gesucht hat. Murat bittet Klaus (Moritz A. Sachs), dass sein Sohn ein Praktikum in der Frauenzeitung "Karlotta" machen kann – mit Erfolg.

Doch als Murat Paul davon berichtet, macht dieser seinem Vater ein Geständnis: Er war nur bei der Schülerzeitung aktiv, da er verliebt war. Murat ist enttäuscht: Der ganze Ärger nur wegen eines Mädchens? Murat fragt seinen Sohn, wie ihr Name ist. Paul antwortet: "Er heißt Christian."

Twitter / Lindenstrasse

Die "Lindenstraße" hatte einst mit schwulen Handlungssträngen deutsche Fernsehgeschichte geschrieben: 1987 knutschte Carsten Flöter (Georg Uecker) seinen damaligen Freund Gerd Weinbauer (Günter Barton) – eine völlige Neuheit im bislang biederen deutschen Vorabendprogramm. Carsten sorgte drei Jahre später mit einer heißen Liebesnacht mit seinem damaligen Lover Robert Engel (Martin Armknecht) für Säckeweise Beschwerden beim WDR und sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. Die Szene wurde später zum Museumsobjekt im Bonner "Haus der Geschichte" (queer.de berichtete).

1997 heiratete Carsten – vier Jahre vor Einführung der eingetragenen Partnerschaft – seinen Freund Theo. 2003 dann verpartnerte er sich schließlich mit Käthe und adoptierte den HIV-positiven Felix. Zuletzt tauchten auch mehrere Trans-Rollen in der Lindenstraße auf.

Lange werden die Zuschauer die Abenteuer von Paul nicht mehr mitverfolgen können: Vor wenigen Wochen hatte der WDR bekannt gegeben, dass die Serie zum März 2020 eingestellt wird (queer.de berichtete). Grund sind offenbar die dramatisch gesunkenen Einschaltquoten: Während in den Achtzigerjahren noch 15 Millionen Zuschauer Woche für Woche den Abenteuern von Mutter Beimer und Co. beiwohnten, sind es jetzt gerade mal zwei Millionen. (cw)



#1 Patroklos
#2 Simon HAnonym
  • 08.01.2019, 11:51h
  • Ich war nie ein Fan der Lindenstraße und mag solche Endlos-Serien eh nicht (und Soaps auch nicht). Und ich finde es auch nicht tragisch, die Serie nach so lange Zeit einzustellen, weil sich jede Serie irgendwann totläuft.

    Aber ich finde es dennoch schön, dass die Serie ein Jahr vor Ende noch mal ein Outing um einen schwulen Charakter macht. Das war damals das, was die Lindenstraße zu DEM Medienthema gemacht hat und sicher auch ein Grund dafür, dass die richtig bekannt wurde und einen so langen Erfolg hatte.

    Deshalb doch schön, sowas jetzt nochmal zu machen.

    Und unabhängig davon ist mediale Sichtbarkeit immer wichtig.
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#3 gastAnonym
  • 08.01.2019, 11:57h
  • Jetzt wo diese Sendung endlich eingestellt wird - wegen zu niedriger Einschaltquoten - greift man, womöglich aus Einfallslosigkeit und schierer Verzweiflung, weil es nicht mehr klappen will mit den Zuschauerzahlen wieder in die alte Coming Out Kiste. Welch Drama, was für ein Ringelpietz ...
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#4 TheDadProfil
  • 08.01.2019, 11:57hHannover
  • Der Unterschied zu Damals und Heute :

    Carsten Flöter war längst "erwachsen" und studierter Mediziner..
    Paul ist erst 16..

    Das gemeinsame :
    Das "Dramatikel"..
    Nach dem Satz von Paul lacht der Adoptivvater, ist dann geschockt von der Erkenntnis, und es folgt die "dramatisierende" Abspann-Musik..

    Wie gruselig..
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#5 Simon HAnonym
  • 08.01.2019, 12:13h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Wobei ich es aber gut finde, dass diesmal auch ein schwuler Teenager genutzt wird. Das ist auch noch mal wichtig als Identifikationsfigur und um insbesondere auch noch mal die (immer noch aktuellen) Probleme von LGBTI-Jugendlichen zu thematisieren.

    Da kann man noch so einiges einbauen, was wichtige Themen sind: Konflikte mit den Eltern, Mobbing durch Gleichaltrige, Selbstzweifel, etc. Aber es schon wichtig, dass das dann alles spätestens zum Ende der Serie auch ein gutes Ende nimmt. Damit es positiv endet und nicht wieder der Schwule für ein tragisches Ende herhalten muss.

    Man kann auch mal zeigen, dass nicht jedes schwule Leben tragisch endet.
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#6 kloarAnonym
  • 08.01.2019, 12:46h
  • wasn Glück.das.schwule.sich immer.erst mot 16 outen.. schön und gut das endlich mal n schwuler Jugendlicher eingeschrieben wird, aber wieso erst das outing der figur mit 16 ? klar isses cool das.nun Fortschritte.in der serie gezeigt werden. aber...

    ich hab schon früher gemerkt das ich schwul bin, aus Angst hab ich mich erst mit 16 geoutet... denn ich kenne ja die sprücheklopfer, au h in unseren eigenen reihen "bist ja noch viel zu jung um das zu wissen.."

    und wieso hamse paul eigentlich mal auf tanja stehen lassen mit 13 ?. weil mit 13 hetero sein in Ordnung ist, schwul sein nicht ?
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#7 SchadeAnonym
  • 08.01.2019, 13:00h
  • Ja ein sehr netter junger Mann.
    Dessen Coming Out hätte bestimmt viele schwule Jungs und Männer, noch ein bisschen länger als nur bis nächstes Jahr Lindenstraße schauen lassen.
    Nun ja, zu spät.
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#8 rb-berlinAnonym
  • 08.01.2019, 13:21h
  • Antwort auf #3 von gast
  • Das ist leider mehr oder weniger eine Verschwörungstheorie. Diese Folge war längst abgedreht, als über das Ende der Lindenstraße entschieden worden ist. Der Vorlauf der Dreharbeiten beträgt ungefähr drei Monate, die Drehbücher und die Storylines werden noch viel früher geschrieben. Wahrscheinlich stand schon vor einem Jahr fest, dass es zu diesem Coming Out kommen wird.
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#9 Homonklin44Profil
  • 08.01.2019, 19:09hTauroa Point
  • Für die jungen Leute von heute ist das schon wichtig,vorgestellt zu kriegen, dass es nicht grundsätzlich in einem persönlichen Desaster enden muss, wenn man sich gleichgeschlechtlich verguckt.

    Wenn man so an die 60er zurück denkt, war ja der bloße Gedanke daran tabu, dass es eben auch kein Mädchen sein könnte, und man hätte es vor Angst nicht gewagt, zu laut so zu denken. Von daher haben die das doch recht frei heute, schon in so einem jungen Alter über Liebe nachzudenken.

    Mum hat das gern geschaut, aber auch nur, bis es ihr "zu bunt" wurde.
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#10 kloarAnonym
  • 08.01.2019, 20:12h
  • das ende der folge famd ich passend, wie der vater anfängt zu lachen.. so sind die heten..
    bin gespannt wie Murat später.reagiert..
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