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Profi-Basketball
NBA: Wurde deutscher Spieler von Gegner als schwul "beleidigt"?
Andrew Wiggins soll sich nach einem Spiel in der Basketball-Liga NBA homophob über seinen Gegenspieler Dennis Schröder geäußert haben – er bestreitet das.

Hat sich Andrew Wiggins (r.) homopob zu Dennis Schröder geäußert? (Bild: ds17_fg / instagram sowie andrew wiggins / twitter)
- 9. Januar 2019, 16:49h 2 Min.
In den USA – sowie nach einer Meldung der Agentur SID in einigen deutschen Medien – gibt es Aufregung um eine Interview-Äußerung des Basketballspielers Andrew Wiggins. Dieser soll am Donnerstag nach einem Spiel über einen Gegenspieler, den deutschen Dennis Schröder, gesagt haben: "Ich habe keine Ahnung, was mit ihm nicht stimmt. Er hat sich einfach schwul verhalten" (so die Übersetzung vom Sport-Informations-Dienst).
Wiggins hatte mit seinem Team Minnesota Timberwolves das Spiel am Dienstagabend gegen Oklahoma City gewonnen. Anlass für die Interviewäußerung nach dem Spiel waren eine Auseinandersetzung während des Spiels von Schröder mit dem Timberbolves-Spieler Jeff Teague, der danach disqualifiziert wurde, sowie eine spätere Konfrontation, bei der Schröder offenbar glaubte, dass sich Gegenspieler über ihn lustig machten.
Auf Twitter schrieb Wiggins nach einer erstem Empörung, er habe "den größten Respekt für die LGBTQIA-Community" und würde "niemals einen Begriff nutzen", um in irgendeiner Form Respeklosigkeit ihnen gegenüber auszudrücken.
/ 22wigginsI have the utmost love and respect for the LGBTQIA community and I would never use any term to disrespect them in anyway.
andrew wiggins (@22wiggins) January 9, 2019
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Sagte Wiggins überhaupt "gay"?
Was der SID-Bericht und Medien wie "Bild" (unter der Überschrift "Gegenspieler nennt unseren NBA-Star 'schwul'") nicht vermelden: In einem vorherigen Tweet hatte Wiggins zudem abgestritten, überhaupt "schwul" bzw. "gay" gesagt zu haben. Vielmehr habe er (ein verschlucktes) "getting" gesagt, den Gedanken und Satz dann aber anders fortgesetzt.
/ EyeAmTruth | "He was just getting… acting crazy for no reason", will der Sportler gesagt haben. Oder war es "He was just gay, acting crazy for no reason?" Der Satz fällt bei 0:30.Andrew Wiggins talks about the dunk attempt on Nerlens Noel and the altercations with Dennis Schröder #Thunder #Timberwolves pic.twitter.com/f5qpHQNNox
Michael Kinney (@EyeAmTruth) January 9, 2019
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In sozialen Medien wird nun diskutiert, ob das eine Schutzbehauptung sei – das vermuten viele US-Sportseiten und auch die Kollegen von Outsports. Andere verteidigen den Sportler: Der Satzzusammenhang und die entspannte Sprechweise des Spielers ließen seine Version glaubhaft erscheinen. Letztlich wird wohl der Verband entscheiden müssen: Im letzten November hatte die NBA den serbischen Basketball-Nationalspieler Nikola Jokić zu einer Geldstrafe von 25.000 US-Dollar (22.000 Euro) verurteilt, nachdem er in einem Interview nach einem Spiel "No homo" gesagt hatte (queer.de berichtete).
/ 22wigginsId like to clarify what I said tonight during my post game media session. I said: I dont know whats wrong with him he was just getting… acting crazy for no reason.
andrew wiggins (@22wiggins) January 9, 2019
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Wiggins wäre nicht der erste Fall, bei dem Audio-Mitschnitte nur begrenzte Beweiskraft haben. Vor allem in den USA sorgte vor wenigen Wochen ein kurzer Clip aus einer aktuellen Folge der "Sesamstraße" für Empörung und Erheiterung: Fiel darin das Tabu-Wort "fucking", wie viele Nutzer glaubten? Mit dem Gedanken im Hinterkopf glaubt man tatsächlich, von Grover bzw. Grobi "Move the camera! Yes, yes, that's a fucking excellent idea!" zu hören.
Liest man hingegen "That sounds like an excellent idea", die offizielle Version, so scheint auch das plausibel. (cw)















Mir ist natürlich klar, dass wir davon immer noch meilenweit entfernt sind. Jedoch ist es umso wichtiger, dass das wenigstens innerhalb der Community richtig eingeordnet wird: jemanden als "schwul" zu bezeichnen, IST de facto keine Beleidigung, selbst wenn er es nicht ist - denn schwul zu sein, ist nichts Ehrenrühriges, sondern lediglich eine von mehreren möglichen Varianten der sexuellen Orientierung.