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Homophobie kostet Jobs

Wegen Hass-Gesetz: Netflix will nicht in North Carolina drehen

Ein gegen Homo- und Transsexuelle gerichtetes Gesetz in North Carolina veranlasst Netflix dazu, den Staat links liegen zu lassen.


Protestaktion gegen das LGBTI-feindliche Gesetz HB 2 im Jahr 2016 (Bild: anoldent / flickr)

Der amerikanische Streamingdienst Netflix hat laut der Regionalzeitung "Wilmington Star News" die Produktion einer neuen Serie in North Carolina abgelehnt, weil in dem US-Bundesstaat noch immer Teile des homophoben Gesetzes HB 2 gültig sind. Bei der Serie handelt es sich um eine zehnteilige Coming-of-Age-Geschichte mit dem Titel "OBX". Die Abkürzung steht für die Outer Banks, eine 300 Kilometer lange Inselkette vor der Küste des Bundesstaates.

Die Serie wurde von Jonas Pate erdacht, der in North Carolina aufgewachsen ist. Sie soll eine Geschichte von vier Teenagern aus einer fiktionalen Stadt auf der Inselkette erzählen – zu einer Zeit, als ein Hurrikan alle Kommunikationswege nach außen abschneidet.

Laut Pate wurde die Produktion in North Carolina abgelehnt, weil ein Gesetz noch bis Ende 2020 die Diskriminierung von LGBTI ausdrücklich erlaubt. Netflix will aber schon diesen Frühling drehen. Sollte das Parlament dieses diskriminierende Gesetz doch noch bis zum Drehbeginn abschaffen, habe North Carolina noch eine Chance, so Pate. Ansonsten wird voraussichtlich in der Stadt Charleston im Nachbarstaat South Carolina gedreht, in dem es kein derartiges Gesetz gibt.

HB 2 war 2016 vom inzwischen abgewählten Gouverneur Pat McCrory unterzeichnet worden und löste sofort eine nationale Protestwelle aus. Das Gesetz erklärte nicht nur alle lokalen LGBTI-Antidiskriminierungsrichtlinien für ungültig, sondern verbot Transsexuellen ausdrücklich, Toiletten oder andere geschlechtergetrennte Einrichtungen an öffentlichen Gebäuden zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Der neue Gouverneur Roy Cooper wollte sofort nach seinem Amtsantritt 2017 das Gesetz abschaffen, scheiterte aber an der republikanischen Mehrheit im Parlament. Daraufhin einige man sich auf den Kompromiss HB 142, der die meisten diskriminierenden Teile des Gesetzes bis Ende nächsten Jahres beibehält (queer.de berichtete).

North Carolina verliert 60 Millionen Dollar

"Dieses winzige Gesetz kostet der Stadt [Wilmington] 70 gute, sozialversicherungspflichtige Jobs und schickt die Botschaft an Unternehmer, die diese Jobs liefern können, dass North Carolina die Problematik noch immer nicht versteht", sagte Pate. Seinen Angaben zufolge hätte die Produktion 60 Millionen Dollar in die Kassen des Bundesstaats gespült.

Der demokratische Senator Harper Peterson erklärte, er wolle das diskriminierende Gesetz erneut zum Thema im Parlament machen. Noch gilt aber als unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten ihre Meinung ändern, da die Republikaner nach wie vor in beiden Kammern des Parlamentes über eine Mehrheit verfügen. (dk)



#1 Patroklos
  • 10.01.2019, 22:13h
  • Konsequente Entscheidung von Netflix und North Carolina macht sich mit HB2 immer mehr zu einer No-Go-Area für die LGBTI-Community!
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#2 TimonAnonym
  • 11.01.2019, 13:39h
  • Gut, dass Netflix so konsequent ist. Man darf solche Regionen nicht auch noch unterstützen.
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