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Neue Richtlinien

US-Psychologen: "Traditionelle Männlichkeit" ist gefährlich

Erstmals hat der amerikanische Psychologenverband davor gewarnt, dass machohaftes Verhalten von Männern viele Probleme mit sich bringe – beispielsweise Gewalt gegen Homosexuelle. Konservative sind über die Richtlinien empört.


"Toxic Masculinity" ist verantwortlich für den Hass vieler heterosexueller Männer auf Schwule – und führt oft zu einer Gewaltexplosion (Bild: Omaha PD)

  • 10. Januar 2019, 15:39h 28 2 Min.

Die American Psychological Association (APA), der größte Psychologenverband der Welt, hat "Richtlinien für die psychologische Arbeit mit Knaben und Männern" (PDF) erlassen, in denen vor der "Ideologie der traditionellen Männlichkeit" gewarnt wird. Dieses Phänomen, das oft als "toxic masculinity" (schädliche Männlichkeit) bezeichnet wird, basiere laut der APA auf der der Überhöhung der eigenen Stärke und der Abwertung von Frauen und denjenigen Männern, die nicht den Rollenklischees entsprechen.

Wenn dieses traditionell männliche Verhalten Knaben beigebracht werde, führe das zu einer eingeschränkten Entwicklung des Selbstbilds und könne die psychische Gesundheit schädigen, heißt es in dem Bericht. Der Männlichkeitswahn sei für Schüler unter anderem deswegen gefährlich, weil Lerneifer oft als unmännlich gelte und Jungen dadurch an Schulen gegenüber Mädchen zurückfallen würden.

Außerdem sei Gewalt eine Gefahr dieser Ideologie: "Verengte Vorstellungen von Männlichkeit, die Aggressivität, Homophobie und Frauenfeindlichkeit betonen, könnten Knaben dazu veranlassen, viel Energie in störendes Verhalten zu stecken, z.B. in Mobbing, gegen Homosexuelle gerichteten Spott sowie sexuelle Belästigung – und nicht in gesunde schulische und außerschulische Aktivitäten." Dieses Verhalten habe auch schädliche Auswirkungen auf die eigene Psyche – es sei etwa mitverantwortlich dafür, dass die Selbstmordrate unter Männern vier Mal höher ist als unter Frauen.

Männliche Privilegierung hat einen Preis

Zwar würden Männer in der augenblicklichen Gesellschaft noch immer gegenüber Frauen bevorzugt, etwa beim Einkommen – diese Privilegierung ("male privilege") habe aber einen Preis: So müssten Männer "sexuelle Ideologien anerkennen, um ihre Macht zu festigen".

Die Richtlinien sollen Psychologen und anderen Ärzten dabei helfen, ihre Patienten zu behandeln und mögliche Probleme zu erkennen. Man müsse sich vor Augen führen, dass "Männlichkeit auf sozialen, kulturellen und kontextbezogenen Normen" beruhe, heißt es in dem 32-seitigen Schreiben.

Konservative Medien haben die Richtlinien kurz nach ihrer Veröffentlichung als "liberale Propaganda" verteufelt. So wurde im US-Meinungskanal Fox News Channel behauptet, dass Menschen ohne traditionelle Männlichkeit noch in Höhlen leben würden. Das russische Portal RT, das im Westen insbesondere unter Rechtspopulisten populär ist, schrieb in seiner englischen Ausgabe: "Die American Psychological Association behauptet, dass es schlecht ist, ein Mann zu sein". Den Bericht bebilderte die staatliche "Nachrichten"-Seite mit lächelnden Bodybuildern. (dk)


Das Putin-Portal RT, das oft die Diskriminierung Homosexueller herunterspielt, kritisiert die APA-Richtlinien

-w-

#1 dellbronx51069Anonym
  • 10.01.2019, 16:54h
  • Hat man etwa von den RT K***kratzen
    Anderes erwartet?!
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#2 LenorgewissenAnonym
  • 10.01.2019, 17:27h
  • Bravo!

    Ist zwar beileibe nichts Neues, aber für den amerikanische Psychologenverband schon sehr erstaunlich. Die Kämpfe im Vorfeld der Veröffentlichung innerhalb des Verbandes, müssen immens gewesen sein.
    Das weinerliche Gekreische, oder in diesem Fall besser: das Gegrunze, der üblichen Höhlenbewohner (sic!), wie Fox oder RT, unterstreicht die Treffsicherheit der Thesen.
    Eine Überwindung der in vor-zivilisatorischen Zeiten festgelegten "Geschlechterrollen", wäre ein echter Schritt in Richtung einer humanen und friedlichen Gesellschaft.

    (Dass die Selbstmordrate bei Männern 4 x höher liegt als bei Frauen, ist eine atemberaubende Tatsache, die so gut wie nie in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Ein Zusammenhang dieser Ausblendung, mit den angesprochen Punkten in der Kritik des Verbandes, scheint mir offensichtlich.)
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#3 JohannbAnonym
  • 10.01.2019, 17:27h
  • Das kam mir bei Reisen innerhalb Russlands auch so vor; das Matchogejabe dort ist gefährlich! Es produziert Gewalt gegenüber Minderheiten und auch den dortigen Frauen.... Gewalt, die ganz subtil anfängt in Form von phsychischer bis zur Gewalt über den Willen anderer. Die Männer machen das, um nicht als unmännlich oder "gar" schwul zu gelten...
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