Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32722

Homophobie und Antisemitismus

"Dritter Weg": Paypal schließt Konto von rechtextremer Kleinpartei

Im letzten Jahr demonstrierten die Rechtsextremisten mehrfach gegen "Homo-Propaganda" in Deutschland. Jetzt dreht ihnen Paypal den Geldhahn zu.


Beim CSD in Erfurt demonstrierte "Der Dritte Weg" gegen "Homo-Propaganda" (Bild: zeckomag / twitter)

Der amerikanische Online-Bezahldienst Paypal hat das Konto der neonazistischen Kleinpartei "Der Dritte Weg" gesperrt. Spenden über die Parteiwebsite sind damit nicht mehr möglich – Nutzer werden weitergeleitet auf eine Paypal-Fehlerseite, auf der in englischer Sprache zu lesen ist: "Dieser Empfänger kann gegenwärtig kein Geld erhalten."


"Der Dritte Weg" hatte letztes Jahr mit einer Demonstration gegen den CSD in Erfurt für Schlagzeilen gesorgt: Die Rechtsextremisten protestierten gegen "Homo-Propaganda" – und sorgten damit dafür, dass sich mehr CSD-Teilnehmer denn je an der Pride-Demonstration in der thüringischen Landeshauptstadt beteiligten (queer.de berichtete). Auch zum CSD im nordrhein-westfälischen Siegen und am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie im thüringischen Kahla gab es 2018 homofeindliche Aktionen des "Dritten Weges", in Siegen war die vom Verfassungsschutz beobachtete Kleinpartei bereits im Vorjahr aktiv gewesen. In seinen Onlineauftritten warnt der "Dritte Weg", ähnlich wie Teile der AfD, vor dem angeblich drohenden "Volkstod", sollten Homosexuelle gleiche Rechte erhalten wie Heterosexuelle.

Antisemitismus war offenbar Auslöser für Konto-Löschung

Die israelische Tageszeitung "Jerusalem Post" deutet in einem Bericht an, dass ihre Berichterstattung über Verbindungen des "Dritten Weges" zur islamistischen Hisbollah und zum Assad-Regime in Syrien offenbar zur Schließung des Kontos geführt haben könnten. Auch die Unterstützung der BDS-Bewegung, die einen Totalboykott des jüdischen Staates und seiner Produkte fordert, war offenbar ein Faktor.

Der "Dritte Weg", der Israel als "zionistisches Gebilde" bezeichnet, unterstützt BDS (Abkürzung für "Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen"), eine nach Ansicht vieler Politikwissenschaftler antisemitische Gruppierung, die nicht nur viele Fans unter Neonazis hat, sondern auch unter Linksextremisten populär ist. Sogar in die LGBTI-Community in Deutschland hinein gibt es immer wieder Aktionen von BDS-Anhängern (queer.de berichtete).

Bereits 2017 hatten deutsche und amerikanische Politiker Paypal aufgefordert, das Konto des "Dritten Weges" wegen Antisemitismus zu kündigen. Die "Jerusalem Post" berichtet, dass sowohl der damalige grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck als auch Sprecher von zwei republikanischen Kongressabgeordneten einen Appell an Paypal starteten. Der Bezahldienst sperrte schließlich 2018 mehrere französische BDS-Konten, ließ aber den "Dritten Weg" zunächst unbehelligt. (dk)



#1 easykeyProfil
#2 Patroklos
#3 jochenProfil
  • 11.01.2019, 21:03hmünchen
  • Wer jetzt applaudiert, sollte sich im Klaren sein, dass sowas auch nach hinten losgehen kann.
    Wenn das Schule macht, - und nach einer gewissen Gewöhnungszeit,- könnte das auf andere Personen, die irgendwie unliebsam sind oder vielleicht sonstwie aus der Reihe tanzen auch angewendet weden? Eine Zucht- und Disziplinierungmethode auch für andere Bürger...oder vielleicht einem selbst?

    Wenn wir in Zukunft bald das meiste fast nur noch bargeldlos zahlen müssen, zeigt das, in meinen Augen, die Macht die Kreditkartenfirmen , Banken und Ähnliches dann über uns bekommen könnten.

    Sicher , - um den sog. "3. Weg" ist es wahrlich nicht schade. Aber auch Julian Assange hat man den bargeldlosen Hahn ruckzuck zugedreht (Master, Visa, Paypal)

    Ich werde in Zukunft jedenfalls nicht darauf verzichten weiterhin mit Bargeld zu zahlen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Ralph
  • 12.01.2019, 11:59h
  • Im Kern, wenn auch meist mit anderen Worten, vertreten die kath. Kirche und Teile der CDU/CSU die gleiche Position. Sie warnen zwar nicht ausdrücklich vor dem "Volkstod", propagieren aber das "christliche Menschenbild", das sie mit dem Inhalt "Seid fruchtbar und mehret euch" und der Ehe als Fortpflanzungsanstalt definieren. Die Folgerung von III. Weg, Kirche und AKK-Union ist die selbe: keine gleichen Rechte für Schwule und Lesben. Insoweit sehe ich nicht, dass der III. Weg gefährlicher für uns wäre als Kirche und AKK-Union. Völkisch und damit rechtsradikal ist diese Position immer, egal ob sie von AKK oder der Kirche oder dem III. Weg vertreten wird. - Im Übrigen graut mir vor einem Deutschland, in dem die Ausgrenzeristis umgeht. Wenn jetzt einzelne Rechtsradikale oder einzelne rechtsradikale Gruppen ausgewählt werden, um ihnen Zahlwege zu versperren oder ihre Kinder nicht mehr in Privatschulen aufzunehmen (wie jüngst geschehen) oder ihnen das Bankkonto zu schließen (hat es auch schon gegeben), nähern wir uns der rechtsradikal-christlichen Sitte an, für Schwule und Lesben keine Hotelzimmer bereit zu halten oder keine Torten zu fertigen, und der Nazi-Sitte, einzelne Minderheiten für "unerwünscht" zu erklären. Das ist nicht mehr politische Auseinandersetzung, das ist Abgleiten auf genau die Ebene, auf der sich Rechtsradikale bewegen. Sie entscheiden, wer als gleichwertiger Mensch gilt und wer nicht. Auf dieses Niveau sollten wir uns nicht hinabbegeben - zumal gleiche Ausgrenzung gegenüber der kath. Kirche oder gegenüber Politikern der sog. demokratischen Parteien CDU und CSU gerade nicht betrieben wird, obwohl sie genau die selben Positionen vertreten. (ich erinnere an Benedikt XVI., für den schon als Großinquisitor Homosexualität "Kultur des Todes" war - was ist das anderes als "Volkstod"?).
  • Antworten » | Direktlink »