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Rapider Anstieg

8,9 Prozent der Japaner identifizieren sich als LGBT

In dem ostasiatischen Land fühlen sich immer größere Teile der Bevölkerung der LGBT-Community zugehörig. Außerdem spricht sich eine Drei-Viertel-Mehrheit der Japaner inzwischen für die Ehe für alle aus.


Ein Hotel in Kyoto bietet bereits seit Jahren traditionelle Hochzeitszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare an (Bild: Hotel Granvia Kyoto)

Einer von elf Japanerinnen und Japanern bezeichnet sich selbst als lesbisch, schwul, bisexuell oder trans. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage der Werbeagentur Dentsu, die online 60.000 Menschen zwischen Sapporo und Fukuoka im Alter zwischen 20 und 59 Jahren befragt hatte und die Ergebnisse am Donnerstag veröffentlichte.

Exakt 8,9 Prozent der Befragten hätten demnach angegeben, LGBT zu sein. Der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe ist damit in diesem Jahrzehnt geradezu explodiert: Bei derselben Umfrage im Jahr 2015 sagten nur 7,6 Prozent, sie identifizierten sich als homo-, bi- oder/und transsexuell – 2012 waren es sogar nur 5,2 Prozent.

Auch in westlichen Ländern steigt der LGBT-Anteil deutlich an: So konnte die britische Statistikbehörde ONS in den letzten Jahren einen "statistisch signifikanten Anstieg" der offen schwulen, lesbischen und bisexuellen Bevölkerung messen, insbesondere unter jüngeren Briten (queer.de berichtete). Aktivisten erklären die steigende Zahl mit den LGBTI-freundlicheren politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Das zeigte sich auch in einer EU-weiten Umfrage aus dem Jahr 2016: Daraus geht hervor, dass relativ queerfreundliche Länder wie Deutschland einen weit höheren LGBT-Anteil haben als Länder mit einer offen homophoben Regierung wie etwa Ungarn (queer.de berichtete).

Zwei Drittel der Japaner wissen, was LGBT bedeutet

Laut der neuen japanischen Umfrage wissen 68,5 Prozent Prozent der Japaner, dass LGBT eine Abkürzung für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten ist. Damit hat sich der Wert seit 2015 fast verdoppelt – damals wussten nur rund 38 Prozent, was das Kürzel bedeutet.

Eine große Mehrheit der Japaner hat außerdem kein Problem mehr mit heiratenden Schwulen und Lesben: Die Ehe für alle wird nach Angaben von Dentsu inzwischen von 78 Prozent der Befragten befürwortet. Frauen sind über die Ehe für alle weit begeisterter als Männer (88 gegenüber 69 Prozent Zustimmung).

Das Unternehmen Dentsu, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat, ist mit einem Jahresumsatz in Höhe von umgerechnet rund 19 Milliarden Euro die fünftgrößte Werbeagentur der Welt. Sie wird auch im Nikkei-Index gelistet.

In Japan herrscht – wie auf dem gesamten asiatischen Kontinent – gegenwärtig ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben. Das traditionsorientierte Land bietet derzeit nicht einmal eingetragene Lebenspartnerschaften an. Doch der Druck auf die Regierung wächst: Erst vor wenigen Tagen kündigten zehn gleichgeschlechtliche Paare an, die Regierung in Tokio wegen des Ehe-Verbots zu verklagen (queer.de berichtete). (dk)



#1 PeerAnonym
  • 12.01.2019, 18:14h
  • 78 Prozent Zustimmung für die Eheöffnung !!!

    Andere politische Vorhaben können von solch hohen Zustimmungswerten in der Bevölkerung nur träumen.

    Jetzt wird es höchste Zeit, dass die Politik auch in Japan endlich kapiert, dass das Volk längst viel weiter ist und dass in einer Demokratie das Volk der Souverän ist.

    Hoffentlich wird auch dort bald die Ehe geöffnet.
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#2 YannickAnonym
  • 13.01.2019, 12:35h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Volle Zustimmung.

    Zwar sollte die Eheöffnung nicht von den Zustimmungswerten abhängig gemacht werden, sondern aus Menschenrechtsgründen erfolgen. Aber wenn mehr als drei Viertel der Bürger auch dafür sind, ist das noch mal ein zusätzlicher Grund, auch in Japan endlich die Ehe zu öffnen. Denn jetzt spricht wirklich gar nichts mehr dagegen.
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#3 SoEinfachNichtAnonym
  • 13.01.2019, 21:56h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • So einfach ist das in Japan nicht. Meine Brieffreundin erzählt mir, dass das Volk dort kaum was zu sagen hat. Da muss es schon einige Aktivisten geben, damit es auch in Japan zur Eheöffnung kommt.
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