Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=32728
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Paragraf 175: Noch immer kaum Anträge auf Entschädigung


#1 Ralph
  • 12.01.2019, 12:16h
  • Ich vermute zwei Gründe. Zum einen ist es ganz einfach zu spät. Wer im letzten Jahr des Hitlerparagraphen als sagen wir mal 20jähriger eingesperrt wurde, ist heute 70. Ein damals 30jähriger ist heute 80. Ich kann verstehen, dass jemand nach 50 Jahren, in denen die Politik konsequent die Verfolgung verteidigt und für menschenrechtskonform erklärt hat, die eigene Verfolgungsgeschichte im Alter nicht noch einmal durchfechten will. Misstrauen gegenüber diesem Staat ist angebracht, und damit sind wir auch beim zweiten Grund: Es ist ausgerechnet der Täter, an den man sich wenden muss und der die Jahrzehnte genutzt hat, Beweise verschwinden zu lassen, und der nach wie vor keinen einzigen Staatsanwalt und keinen einzigen Richter zur Verantwortung zieht, was für die Endzeit des Heinemann-Paragraphen durchaus noch möglich wäre. Zudem haben wir erst jüngst erfahren (auf queer.de berichtet), dass trotz Abschaffung des Heinemann-Paragraphen 1994 noch bis 2004 (!) auf ihn gestützte Unrechtsurteile erbarmungslos vollstreckt wurden. Und dieser Unrechtstaat erfrecht sich, jetzt darüber befinden zu wollen, wem er auf Antrag ein Almosen zahlen will - und steckt die Opfer auch erst mal in die bürokratische Mühle, dem Staat dessen Verbrechen auch noch beweisen zu müssen!
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel