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"Bild"-Bericht

Ein Schwuler soll die Junge Union führen

Der Thüringer Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner könnte neuer Bundesvorsitzender der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU werden.


Stefan Gruhner ist seit 2010 Landesvorsitzender der Jungen Union in Thüringen und seit 2014 Landtagsabgeordneter im Parlament von Erfurt

Der offen schwule Chef der Jungen Union Thüringen und CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner könnte neuer Bundesvorsitzender der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU werden. Wie die "Bild" am Samstag online berichtet, sei der Vorschlag auf Initiative des Vorsitzenden der Jungen Union von Nordrhein-Westfalen, Florian Braun, gemacht worden.

Die Verbände aus Hessen und Baden-Württemberg hätten bereits ihre Unterstützung zugesagt. Der bisherige JU-Bundesvorsitzende Paul Ziemiak war auf dem CDU-Bundesparteitag im Dezember zum Generalsekretär der Partei gewählt worden und lässt daher sein JU-Amt derzeit ruhen.

Öffentliches Coming-out im Sommer 2017

Stefan Gruhner hatte sich im Juli 2017 in einem Interview mit der "Ostthüringer Zeitung" als schwul geoutet (queer.de berichtete). Darin verteidigte er u.a. die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben und sagte, dass er bei Gesprächen bereits seit längerem offen mit seiner sexuellen Orientierung umgehe. "Wer mich fragt, ob ich eine Partnerin habe, dem gebe ich eine ehrliche Antwort: Dass ich einen festen Partner habe. Ich habe das nur nicht an die große Glocke gehängt", so der ehemalige persönliche Referent von Ex-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. "Denn erstens ist das eine Privatangelegenheit. Und zweitens definiere ich das, was ich politisch mache, nicht über meine sexuelle Orientierung." Was er im Landtag zu Themen wie Energiepolitik sage, habe mit seiner Homosexualität schließlich nichts zu tun.

Gruhner erkannte an, dass vorherige Coming-outs freilich hilfreich gewesen seien, dass er heute seine Homosexualität nicht verstecken muss: "Dank [Jens] Spahn, [Ole] von Beust, aber auch dem Sozialdemokraten Klaus Wowereit, sind wir da doch einen entscheidenden Schritt weiter. Diese Politiker haben dafür gesorgt, dass ich hier ganz selbstverständlich auch über meine Partnerschaft reden kann, so wie andere Politiker am Rande von Interviews über ihre Partner oder ihre Familie reden."

In den vergangenen Jahren hatte sich Gruhner wiederholt für mehr Rechte für Schwule und Lesben engagiert. So forderte der damalige JU-Landeschef bereits 2012 die steuerliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern und die Rehabilitierung von Opfern des Paragrafen 175.

Aus Altersgründen nur ein Übergangvorsitzender

Im Fall seiner Wahl zum Vorsitzenden der Jungen Union wäre der 34-jährige Gruhner allerdings nur ein Übergangsvorsitzender. Laut JU-Satzung erlischt die Mitgliedschaft in der Nachwuchsorganisation mit Vollendung des 35. Lebensjahres. Bekleidet ein Mitglied bei Vollendung des 35. Lebensjahres ein Amt in der JU, so erlischt die Mitgliedschaft mit Ablauf der Amtsperiode. Die Mitglieder des Bundesvorstandes werden für zwei Jahre gewählt. (cw/dpa)



#1 DominikAnonym
  • 13.01.2019, 15:11h
  • Der ist doch mit 34 schon zu alt für eine Jugendorganisation. Die sollten eine/n deutlich Jüngere/n nehmen. Die sexuelle Orientierung des/der Kandidat/in ist doch latte, in 2019.
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#2 Taurus82
#3 AlterAlterAnonym
#4 Bonifatius49Anonym
  • 14.01.2019, 16:51h
  • Antwort auf #3 von AlterAlter
  • Tja die Bürgerlichkeit in Persona...

    Auch diese Person zeigt exemplarisch, wie bürgerlich doch die meisten schwulen Männer in Wahrheit sind.

    Zu friedlichen Demonstrationen gehen schwule Menschen durchaus oft und viel und feiern auch gerne.

    Aber ich habe im Laufe der Jahre den Eindruck, dass eine Revolution mit Gewaltbereitschaft mit schwulen Männern eher nicht zu machen ist. Schwule Männer neigen dort eher zu Biedermeier, Bürgerlichkeit, eigenes Haus/Eigentumswohnung, Garten und Pferdeweide. Sie wollen es "schön" in ihrem Umfeld und Alltag haben und sind daher eher in bürgerlichen Parteien wie CDU, FDP und Grüne beheimatet.
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#5 michael008
  • 14.01.2019, 18:24h
  • Antwort auf #4 von Bonifatius49
  • "Sie wollen es "schön" in ihrem Umfeld und Alltag haben und sind daher eher in bürgerlichen Parteien wie CDU, FDP und Grüne beheimatet"

    Und Du willst neben der an sich schon ziemlich kackfrechen Behauptung, dass schwule Männer wohl so seien, auch noch behaupten, dass ausgerechnet CDU und FDP dafür Garant seien?
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#6 Bonifatius49Anonym
  • 14.01.2019, 19:50h
  • Antwort auf #5 von michael008
  • Und Du willst neben der an sich schon ziemlich kackfrechen Behauptung, dass schwule Männer wohl so seien, auch noch behaupten, dass ausgerechnet CDU und FDP dafür Garant seien?

    --> In der Tat sie sind es. Die FDP hat die Ehe für alle mitgetragen und fordert sogar als erste Partei, die Leihmutterschaft zuzulassen.

    Die CDU hat in Teilen die Ehe für alle mitgetragen und hat es doch mittlerweile geschafft, die Ehe für alle anzunehmen. Jedenfalls wird es unter der CDU keine Rücknahme der Ehe für alle mehr geben, wie sowohl Merkel als auch Kramp-Karrenbauer betont haben.

    -----

    Wirkliche Probleme bereitet doch in Wahrheit nur noch die rechte Partei AfD, die gerne wieder aus allen Parlamenten rausfliegen kann. Die AfD schadet unserer Gesellschaft und erst Recht den Belangen homosexueller Menschen.

    ---

    Und ich glaube nicht, wo morgen der Todestag von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ist, das schwule Männer im Spartakusbund und bei den Barrikadenschlachten in Berlin 1919 großartig sich beteiligt hätten. Aber zugegebenermaßen das ist "Glaskugelei" und historisch inkorrekt und eher meine subjektive Wahrnehmung.
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#7 EingehaktAnonym
  • 14.01.2019, 21:51h
  • Antwort auf #6 von Bonifatius49
  • Ähm, da muss ich paar Dinge klarstellen.
    Ganz so rosig wie du es schreibst, war und ist es wirklich nicht.

    FDP: das ist die Partei, die damals beim AGG protestierte und dagegen war. Sie waren, soweit mir bekannt ist, auch bei der Eheöffnung zuerst dagegen.

    CDU: das ist die Partei, die die Rechte von LSBTTIQ am längsten blockierten und die Eheöffnung so lange verzögerten, bis Angela Merkel in einem Interview durch ein Versehen von Gewissensfrage sprach. Sie stimmte übrigens gegen die Eheöffnung als es zur Abstimmung kam. Und die Mehrheit der Abgeordneten in der CDU sind heute noch dagegen. Sie tun bis heute nichts gegen Diskriminierung, weil sie meinen, das AGG sei genug des Guten. Von der Rehabilitation der Opfer des Paragrafen 175 ganz zu schweigen - das war eine erneute Demütigung.
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#8 EingehaktAnonym
  • 14.01.2019, 21:57h
  • Was soll mit ihm besser werden? Solange er in der CDU ist, bleibt alles so wie es gerade ist.
    Ich verstehe nicht, weshalb die meisten immer noch so von der CDU besessen sind, wenn ständig über die CDU Kritik geübt wird und längst klar ist, dass sie für Deutschland nicht gut ist. Das ist jetzt rhetorisch grfragt - ich kenne die Antwort. Es soll zum Nachdenken anregen.
    Irgendwann muss man doch mal aufwachen.
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#9 TheDadProfil
  • 15.01.2019, 12:23hHannover
  • Antwort auf #6 von Bonifatius49
  • ""--> In der Tat sie sind es. Die FDP hat die Ehe für alle mitgetragen und fordert sogar als erste Partei, die Leihmutterschaft zuzulassen.""..

    Beides einfacher Unsinn..

    Denn mitgetragen haben das die Parteien im Bundesrat, die das als Gesetzentwurf eingebracht haben..
    Da war die FDP nicht dabei..
    Auch im Bundestag nicht..

    Was die Leihmutterschaft angeht..
    Bevor ich mich zu einer solch steilen Aussage versteige, würde ich dort erst einmal aufmerksam die Parteiprogramme der anderen Parteien lesen..

    Blöderweise steht dann auch vor der Zulassung der Leihmutterschaft die "Ethik-Kommission", und dort sind die üblichen Verdächtigen versammelt, die sich ihre Gegnerschaft nicht so einfach abkaufen lassen werden..

    Man könnte beinahe darum wetten..
    Wenn die Leihmutterschaft dann eines Tages kommt, dann nur für "gute katholische familien", oder irgend so ein Unsinn..
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#10 AFD-WatchAnonym
  • 15.01.2019, 13:07h
  • Antwort auf #7 von Eingehakt
  • "Von der Rehabilitation der Opfer des Paragrafen 175 ganz zu schweigen - das war eine erneute Demütigung."

    Wenn es um die Anerkennung von Unrecht gilt, dann war die CDU in historischen Abstimmungen oft ganz vorne dabei, dies zu torpedieren.
    Man denke an die Weigerung der CDU/CSU (und FDP, obwohl NICHT an die CDU/CSU gebunden!!!) die 175er aus der NS-Zeit als Opfer anzuerkennen!!
    Eine Schande!

    Derzeit läuft die "Holocaust" Film-Reihe in den 3. Programmen. Dazu gab es auch gestern eine Doku über die Reaktionen zur TV-Ausstrahlung vor 40 Jahren und den anschließenden Umgang mit diesem Thema. Im Bundestag gab es eine Debatte darüber, ob die NS-Massenmorde nicht verjähren müssten. Erschreckend wie knapp die Abstimmung dagegen ausfiel und wie CDUler in Anwesenheit von KZ-Überlebenden für die Verjährung stimmten!!!
    Diese Leute sollten sich schämen!

    www.derstandard.de/story/2000095954840/wie-die-us-serie-holo
    caust-1979-ins-deutsche-fernsehen-kam


    www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr-dok/video-wie-holo
    caust-ins-fernsehen-kam-100.html


    Noch länger als der Holocaust wurde der 175er totgeschwiegen. Ich war als Schüler politisch und historisch sehr interessiert, hatte ein überdurchschnittlich Allgemeinwissen, habe aber im Geschichtsunterricht absolut NICHTS vom 175er, noch von homosexuellen Opfern im KZ erfahren. Das durfte ich einige Jahre später zufällig lesen, als mir die richtige Lektüre in die Hände fiel. Ich war wütend und fühlte mich um dieses Wissen betrogen.
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