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Petition gestartet

Kanadische Firma hilft homophoben Staaten bei Internetzensur

LGBTI-Aktivisten laufen Sturm gegen eine Firma aus Ontario, weil sie homophoben Regierungen bei ihrem Vorgehen gegen sexuelle Minderheiten helfe – sogar in Ländern, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht.


Ausgerechnet eine Firma aus dem liberalen Kanada hilft homophoben Regimen, Homo- und Transsexuelle zu unterdrücken (Bild: All Out)

Die LGBTI-Organisation All Out hat eine Petition gegen die kanadische Firma Netsweeper (Netz-Kehrmaschine) gestartet, die Internet-Filterprogramme anbietet. Der Vorwurf der Aktivisten: Die Firma helfe homophoben Regimen dabei, Inhalte für Homo- und Transsexuelle zu zensieren.

"Ihr Unternehmen liefert homophoben Staaten die Technologie, um LGBT*-Inhalte und lebenswichtige Informationen zu HIV/AIDS-Prävention im Netz zu blockieren", heißt es in der Petition, die an den Geschäftsführer des in Waterloo (Provinz Ontario) angesiedelten Unternehmens gerichtet ist. "Wir fordern Sie auf, die Zensur-Filter für LGBT*-Inhalte abzuschaffen und sicherzustellen, dass Ihre Technologie nicht eingesetzt wird, um Menschenrechte zu verletzen."

30 Staaten nutzen bereits Netsweeper

Queere Menschen bräuchten überall auf der Welt sichere digitale Räume, "in denen sie Zugang zu Informationen haben und sich organisieren und vernetzen können", so All Out. Diese Räume seien vor allem in Ländern wichtig, in denen Homosexualität strafbar sei. Aber die kanadische Firma Netsweeper liefere Technologie auch an diese Staaten – als Beispiel nennt All Out die Vereinigten Arabischen Emirate, in denen auf Homosexualität sogar maximal die Todesstrafe steht. "Netsweeper-Filter verletzen internationale Leitlinien zu Menschenrechten; trotzdem wird das Unternehmen von Kanada finanziell und kommerziell unterstützt", heißt es in der Petition.

Bereits in der Vergangenheit war es zu Kritik an den Praktiken von Netsweeper gekommen. Im vergangenen April stellte das an der Universität Toronto ansässige interdisziplinäre Forschungslabor Citizen Lab in einem Bericht etwa fest, dass Netsweeper aus menschenrechtlicher Sicht problematisch sei.

Dabei ging das Citizen Lab ausdrücklich auf die LGBTI-Problematik ein: Netsweeper biete gezielt die Kategorie "Alternative Lifestyles" an, "deren Hauptzweck zu sein scheint, nicht-pornografische LGBTQ-Inhalte zu blockieren". Diese Zensur betreffe auch Organisationen, die sich der HIV-Prävention verschrieben haben. Die Software werde bereits in 30 Ländern angewandt, die meisten davon verbieten ausdrücklich Homosexualität – neben den Vereinigten Arabischen Emiraten sind mit Afghanistan, Katar und Somalia drei weitere Länder aufgeführt, in denen Homosexuelle laut der Gesetzgebung zum Tode verurteilt werden könnten. (dk)