Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?32755

Berlin

Keine Herrensauna mehr nach schwulen "Anzüglichkeiten"

Nach Beschwerden über angebliche sexuelle Handlungen hat die öffentliche Schwimmhalle am Berliner Ernst-Thälmann-Park den Männertag am Montag abgeschafft. Ein Gast fühlt sich diskriminiert.


Szene aus einem Doritos-Werbespot: Mitarbeiter der Berliner Schwimmhalle fühlten sich durch laszives Verhalten unter Saunagästen gestört (Bild: Doritos)

Die öffentliche Schwimmhalle am Ernst-Thälmann-Park in Berlin hat ihren montäglichen Saunatag nur für Männer abgeschafft. Grund für die plötzliche Maßnahme sind Beschwerden über sexuelle Kontakte zwischen Saunagästen, berichtete am Dienstag der "Tagesspiegel".

Die Lokalzeitung zitierte dabei einen anonymen Gast, dem das Personal gesagt habe: "Es gibt da nur noch Schwule! Die haben ja auch überall Sex! Auch vor Kindern! Überall – und wir müssen 'das' dann auch noch wegmachen." Die Mitarbeiter der Schwimmhalle bestreiten laut einem Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) diese Äußerung.

Herrentag durch gemischten Tag ersetzt

Die Bäderverwaltung bestätigte jedoch, dass es am Ernst-Thälmann-Park am Herrentag zu "Anzüglichkeiten" gekommen sei. Mitarbeiter hätten mehrfach laszives Verhalten unter Gästen beobachtet. Bis Ende des Monats wurde die reine Männersauna deshalb durch einen gemischten Saunatag ersetzt. Das Personal werde sich in Kürze zusammensetzen, den Sachverhalt erneut besprechen und dann entscheiden, wie es im Februar weitergehe.


Die Schwimmhalle am Ernst-Thälmann-Park (Bild: Fridolin freudenfett / wikipedia)

Ein schwuler Stammgast kritisierte die Entscheidung der Schwimmhalle in einem Brief an die Berliner Bäder-Betriebe, das Bezirksamt Pankow und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Er fühle sich "persönlich diskriminiert, beleidigt und unter Generalverdacht gestellt", zitierte der "Tagesspiegel" aus dem Schreiben. Der Mann könne die Abschaffung des Herrentags nicht nachvollziehen. Er selbst habe in dem Bad "noch nie sexuelle Vorgänge erlebt". (cw)

 Update  13.20 Uhr: Entscheidung zurückgenommen

Die montägliche Herrensauna in der Schwimmhalle am Ernst-Thälmann-Park findet doch weiterhin statt. Wie der "Tagesspiegel" in einer aktualisierten Fassung online berichtet, wurde die Aussetzung am Dienstagabend zurückgezogen. Eine Begründung für die Entscheidung wurde nicht genannt.



#1 bicurseAnonym
  • 16.01.2019, 09:35h
  • Sei wir doch mal ehrlich. Da ist nichts "angeblich", das wird schon alles stimmen. "Herrentag" ist wie eine Einladung unter Männers abzuhängen oder welche auszuspannen. Voyeure und Exhibitionisten gibt es in Berlin nun wirklich nicht zu wenige. Und dank Romeo und Grindr sind auch die letzten Normalos zu Sexschweinen mutiert. Ich kann verstehen wenn Heteros das anstößig finden. Mich würde es auch stören, wenn in einer gemischter Kabine ein M+W Paar plötzlich anfängt sich gegenseitig an den Nippeln zu spielen. Sauna ist eine Hygiene-Einrichtung, und kein Darkroom.

    Aber, der anonyme Beschwerdeführer übertreibt sicherlich auch, und hört sich eher nach einem "besorgen Bürger" an. Und der andere, der sich "persönlich diskriminiert fühlt", mein Gott! Wie hat er nur bis zum heutigen Tage als MANN überlebt? Einerseits betrifft ihn das überhaupt nicht, da passiert ja nichts sexuelles, nach seiner Aussage. Oder er geht da nur zum Spannen hin, und fühlt sich jetzt homophob beleidigt, weil andere das störend finden, was da passiert. "Diskriminierung!!1!" schreit er. Also wegen solcher Leute, die in der Öffentlichkeit sexuelle Spielchen spielen, uneinsichtig, unsensibel, unverschämt und auch noch pampig sind, verspielen sie für die unbeteiligten nicht-heteronormativen Leuten soziale Akzeptanz. Die Sexschweine sollten sich was schämen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TomDarkProfil
  • 16.01.2019, 09:44hHamburg
  • Tja, Berlin ist leider auch nicht mehr, was es früher einmal war. =)

    Das müsste ja so kommen, wenn es in einer 4-Millionen Stadt nur noch eine Gay-Sauna gibt.

    Alle anderen sind ja innerhalb weniger Jahre verschwunden. Kein Wunder also, dass sich die Nachfrage dann auf die gemischten Lokalitäten verteilt.

    Hoffentlich findet endlich mal wieder ein Unternehmer Mut, und es eröffnet dort bald mal wieder eine neue Gay-Sauna.
    Immerhin hat Köln vier und Hamburg drei.

    Weiß jemand, warum sich dort keiner mehr traut, oder hat es etwas mit dem Unglück in der ehemaligen Apollo-Sauna zu tun?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SelvynAnonym
  • 16.01.2019, 09:53h
  • Tja, sowas passiert wenn man unfähig ist, in der Öffentlichkeit seine Triebe im Zaum zu halten.
    Ein gewisses Gesellschaftskonformes Verhalten sollte auch für Homosexuelle schon möglich sein. Sonst passiert sowas, zu Recht!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MariposaAnonym
  • 16.01.2019, 10:21h
  • Antwort auf #2 von TomDark
  • Gut, daß man die Zahlen vergleichen kann. In Frankfurt gibt es drei schwule Saunen.

    Die homophobe Äußerung ist scharf zu rügen, besonders "die machen es auch vor Kindern" geht überhaupt nicht. Leider finde ich nur die Konsequenzen absolut falsch...... Aber ehrlich gesagt, hänge ich persönlich ungerne in einem "Heteroschuppen" herum.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 swimniAnonym
  • 16.01.2019, 10:21h
  • es gibt ja schon unmögliche schamlose und dumme typen, man muss das leider sagen.

    das schadet dem ganzen toleranz und akzeptanzprozess, denn herrensaunieren ist nun mal für die überwiegende mehrheit ein rückzugsort, bei dem mann sich entspannen erholen, abschalten und therapieren will.

    mich würde das auch stören. es gibt so viele angebote in berlin und dann muss es unbedingt dort sein.

    toleranz sollte für bi und homos keine einbahnstrasse sein!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AltoAnonym
  • 16.01.2019, 10:28h
  • Wenn das stimmt, das vor Kindern gevögelt wurde, dann geht das Verhalten absolut gar nicht!

    Da ist es verständlich, dass die Betreiber erst mal einen Monat Zwangspause machen. Geht das danach weiter, sollte man den Ferkeln ein dauerhaftes Hausverbot erteilen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MonkAnonym
  • 16.01.2019, 11:24h
  • Ja ja, als Berliner ist das Rummachen in öffentlichen Räumen ja eigentlich nichts besonderes. Das schließt in diesem Fall sogar die Heten mit ein, wenngleich aus meiner eigenen Erfahrung die Schwulen da schon etwas couragierter sind. Ich habs jedenfalls schon ungezählte Male in öffentlichen Räumen wie Schwimmbädern, Fitness-Studios, Parks, Clubs etc. erlebt. Gehört halt dazu. Solange keine Kinder anwesend sind soll mir das egal sein. Wenn sich aber Anwesende dadurch gestört fühlen, dann sollte man schon ein wenig Rücksicht nehmen. Am besten sollten die sich an Ort und Stelle bei denen, die da rummachen beschweren. Aber vielleicht ist das zuviel verlangt. Manch einem ist das einfach zu unangenehm. Wenn die sich dann beim Personal beschweren ist das auch ok. Und dass man heute als Institution gut beraten ist, solchen Beschwerden nachzugehen, hat die #ME TOO-Debatte gezeigt. Da sind schon diverse Köpfe von Verantwortlichen gerollt, die zwar selbst nix gemacht haben, aber auch nicht genau hingesehen haben, wenn es Beschwerden gab. Das dann Herrensaunatage gestrichen werden ist nur konsequent.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 JadugharProfil
#9 SchlüssigAnonym
  • 16.01.2019, 16:37h
  • Antwort auf #8 von Jadughar
  • Die Schäden für Kinder, sich ständig Ausprägungen körperlicher, seelischer und verbaler Gewalt im virtuellen wie realen Leben anschauen zu müssen dürften weit schlimmer sein, als das Betrachten von Sex jemals verursachen kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 erschreckendAnonym
  • 16.01.2019, 19:14h
  • Hier sieht man mal wieder sehr deutlich wie ausgeprägt manche Homo-oder Bisexuellen Selbthass besitzen und mit teils abartigen Kommentaren hier Cliches, Vorurteile und Generalisierungen bzw. Sexfeindlichkeit abarbeiten, schrecklich! Vieles was auch überhaupt gar keinen Sinn ergibt, unabhängig vom Sachverhalt!
  • Antworten » | Direktlink »