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Putin-Fan mit Homophobie-Ausbruch

Bayerische Staatsoper hält an Sergei Polunin fest

Der Ballett-Star sei ein "herausragender Künstler" und dürfe nicht "auf Grundlage widersprüchlicher und unüberlegter Äußerungen" beurteilt werden.


Polunin 2015 in einem Video, das ihn populär, und 2018 mit einem Tattoo und Instagram-Eintrag, der ihn berüchtigt machte (Bild: instagram / sergeipolunin)

Anders als das Ballettensemble der Pariser Oper hät die Bayerische Staatsoper an Auftritten des Tänzers Sergei Polunin fest. Der 29-Jährige soll wie geplant am Wochenende in der Rolle des Graf Jean de Brienne in "Raymonda" auf der Bühne des Nationaltheaters in München zu sehen sein.

"Man muss und kann nicht alle Kommentare diverser Künstler gut und richtig heißen", schrieb die Oper in einer kurzen Stellungnahme auf ihrer Webseite. "Selbstverständlich lehnt die Bayerische Staatsoper jegliche Form der Diskriminierung ab. Jedoch möchte das Haus die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen persönlich, im Dialog und ohne jede Skandalisierung, die Menschen lediglich in eine Ecke drängt, führen."


Es entspreche nicht der Philosophie des Hauses, "Künstler auf Grundlage widersprüchlicher und unüberlegter Äußerungen zu beurteilen und einzig diese Beurteilung darüber entscheiden zu lassen, ob sie auftreten oder nicht." Sergei Polunin sei "ein herausragender Künstler" und als solcher "in dieser Spielzeit Gast am Bayerischen Staatsballett".

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"Männer sollten Männer sein und Frauen sollten Frauen sein"

Polunin war in den letzten Wochen in Kritik geraten, nachdem er sich auf Instagram sowohl auf Englisch als auch auf Russisch abwertend über Balletttänzer empörte, die zu wenig männlich, "schwach" und "peinlich" seien. Männer sollten Wölfe, Kämpfer und Anführer der Familie sein. "Männer sollten Männer sein und Frauen sollten Frauen sein. Maskuline und feminine Energien erzeugen eine Balance", so der gebürtige Ukrainer Ende Dezember.

Auch weil Polunin dem fiktiven Adressaten seines Wutausbruchs vorwarf, keine Frauen zu "ficken", weswegen diese nun Männerrollen übernehmen müssten, wurde der Eintrag vor allem in seiner Heimat als homofeindlich aufgefasst – zumal der Tänzer auch noch meinte, sein Gegenüber brauche einen Schlag, um aufzuwachen. Erst nach einigen Tagen reagierte der Künstler mit einem neuen Instagram-Eintrag, in dem er sich positiv über Schwule, Lesben und Bisexuelle äußerte.

Anfang der Woche hatte die Pariser Oper bekannt gegeben, bei einer anstehenden "Schwanensee"-Produktion auf die Dienste des Star- und Skandal-Tänzers zu verzichten, weil dessen Aussagen nicht mit den Werten des Hauses in Einklang zu bringen seien. Mehrere Mitarbeiter der Oper hatten sich, teils öffentlich, gegen das weitere Engagement ausgesprochen.

Kurze Zeit danach veröffentlichte Polunin einen weiteren Eintrag bei Instagram, in dem er wiederholte: "Wir können weibliche und männliche Energie nicht auf ein niedriges oder gleiches Niveau anpassen, weil dass die Balance der Natur und des Lebens zerstört. Das werde ich nicht zulassen." Später teilte er einen Eintrag eines Sängers, in dem dieser betont, dass man immer zu sich stehen sollte, egal, wie schwierig das Leben dadurch werde. "Korrekte Worte", kommentierte Polunin.

In der Ukraine hatten bereits frühere Einträge für Empörung gesorgt, in denen er – neben US-Präsident Donald Trump – den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "Engel" und "voller Licht und Liebe" lobte und Sanktionen gegen Russland kritisierte. Inzwischen hat der Tänzer eine russische Staatsbürgerschaft und ein großes Putin-Tattoo unter seinem Hals.

Außerhalb der Opernwelt wurde Polunin ironischerweise durch ein virales Video bekannt, in dem er zu "Take Me to Church" von Hozier tanzt – der weltweite Hit des irischen Sängers beklagt die Homophobie der katholischen Kirche. Bereits in dem Video trug Polunin sein Bauchtattoo, ein Kolovrat, das er auch bei oberkörperfreien Tänzen auf Opernbühnen vorzeigt. Es handelt sich um ein altes slawisches Symbol für die Sonne – und ist vor allem bei russischen Neonazis beliebt. Eine russische Rechtsextremen-Miliz trägt es beim Krieg in der Ostukraine auf ihren Uniformen.

 Update  17.1., 23.30h: Weitere Stellungnahme des Hauses: Polunin darf zunächst auftreten

Nikolaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper, und Igor Zelensky, Direktor des Bayerischen Staatsballetts, haben am Donnerstagabend eine weitere Stellungnahme veröffentlicht. Darin betonen sie, dass die Angelegenheit "komplex" sei – "und es bringt uns langfristig nicht weiter, sie zu vereinfachen". Die Erklärung reflektiert – allgemein – Fragen, die sich im Umgang mit Künstlern stellen und betont, die Berichterstattung zu Polunin sei "vereinfacht". "Wir sehen die Problematik und zugleich Widersprüchlichkeit seiner Äußerungen, möchten ihn jedoch nicht voreilig stigmatisieren", so Bachler und Zelensky. "Wir distanzieren uns deutlich von allen Inhalten diskriminierenden Charakters. Da wir jedoch bisher nicht die Gelegenheit hatten, vor Ort mit Sergei Polunin persönlich ins Gespräch zu kommen, haben wir uns dazu entschieden, vorerst das zu beurteilen, was wir zu diesem Zeitpunkt beurteilen können: seine Qualitäten als Künstler. Und aufgrund dieser Beurteilung wird er am 19./20. Januar 2019 als Gast an unserem Haus in Raymonda auftreten". Was danach folge, sei ungewiss.



#1 goddamn liberalAnonym
  • 16.01.2019, 19:43h
  • Wie schon gesagt:

    München: Hauptstadt der Bewegung im Land des rosa Winkels.

    Da waren tote Schwuchteln in Dachau damals genauso egal wie heute in 'Mütterchen Russland'.

    Bayerisches Staatsballett
    Platzl 7
    D - 80331 München
    T +49 (0)89 21 85 17 11
    F +49 (0)89 21 85 17 03
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#2 TraumzerstörerinAnonym
  • 16.01.2019, 19:51h
  • Na ja, so rechtfertigt er eben sein unmännliches Hobby. Das passt zwar nicht zu seiner esoterischen Polaritäten-Lehre, weil Balett seine maskuline Energei total kaputt macht, aber egal.

    Ich selbst würde ihn für so einen typischen "Wahre liebe gibt es nur unter Männern" Spinner halten, zumindest sieht er so aus.
    In Wahrheit sucht er Krieger-Schweiß und spitze Klingen, doch der Drang der Swastika und Papa Plattnase-Putin zu huldigen, ist ihm wichtiger, als sich zu vergügen.

    So ein typischer Indoeuropäischer Heroe eben, dem Rad treu ergeben.
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#3 FinnAnonym
  • 16.01.2019, 20:12h
  • Während man in Frankreich Hass und Hetze nicht ausblendet, hat man in Bayern kein Problem damit und meint, dass man das bei Leistungen in anderen Bereichen ausblenden könne.

    Ob man das genau so sehen würde, wenn er dieselben Aussagen über Schwarze, Juden, Frauen oder andere Gruppen gemacht hätte?!
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#4 easykeyProfil
  • 16.01.2019, 20:12hLudwigsburg
  • "Der Ballett-Star sei ein "herausragender Künstler""...mag ja sein, dass er in seinem Fach wirklich so gut, darüber können andere besser urteilen. Einde andere Sache ist, und da spielt es keine Rolle ob Künstler oder wie gut, wer sichtbar tätowierte, rechte und/oder Nazisymbole öffentlich zur Schau sollte in diesem, unserem Land etwas genauer betrachtet werden.
    Aber das zu unterbinden, das trauen sich unsere ach so stolzen und bewussten Bayern nicht (beim Rest der Republik wäre ich mir auch nicht unbedingt sicher). Aber neben den Nazis kuscheln sie ja auf der anderen Seite fleissig mit den Popen und deren Gekröse (wie wir alle wissen, schliesst sich da der Kreis).

    Daumen hoch und meinen Respekt für die Franzosen: DIE haben EIER!
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 LachnummerAnonym
#7 JJ79Anonym
  • 16.01.2019, 20:46h
  • Ich habe ihn aufgrund seines Talents immer sehr bewundert! Verrückt war er immer schon ein wenig, Badboy-Image, Freunde wie Hollywood-Rebel Mickey Rourke, Drogen usw.
    Dann kam das Putin-Tattoo und das hat das Fass bei mir zum Überlaufen gebracht! Wie dumm ist es, sich einen Politiker, noch dazu diesen, auf die Brust zu tätowieren, als wäre er ein Gott? Noch dazu als gebürtiger Ukrainer? Da war es dann aus bei mir....
    Viele bewundern Putin, der ja angeblich viel für sein Volk tut! Propaganda wirkt leider immer noch und keine Frage, Putin weiß sicher, um wenn er sich kümmert.... aber es ist nicht zu leugnen, dass dieser Mann alles andere als harmlos ist! Polunin ist ein orientierungsloser, dummer Junge, der ein Mann sein möchte, aber keiner ist! Es braucht nämlich viel Mut, zu seinen Schwächen und Gefühlen zu stehen! Weder er noch Putin haben diesen Mut, insofern haben sie sogar etwas gemeinsam!
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#8 TomDarkProfil
  • 16.01.2019, 21:29hHamburg
  • " "Wir können weibliche und männliche Energie nicht auf ein niedriges oder gleiches Niveau anpassen, weil dass die Balance der Natur und des Lebens zerstört. Das werde ich nicht zulassen." "

    Ein wahrer Idealist und Vorkämpfer für den Erhalt der Natur!

    Ich wünsche ihm, dass er diese Kraft eines Tages für wirklich Sinnvolles einsetzt und nicht zu sehr gegen sich selbst richtet!
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#9 TheDadProfil
#10 la_passanteAnonym