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TV-Talk des Grauens

Ungarischer Staatssender bewirbt Homo-"Heilung"

Aus Anlass einer Konferenz von Homo-"Heilern" in Budapest diskutierten "Experten" in einer TV-Sendung 45 Minuten lang, wie man Menschen trotz des Drucks der "Homo-Lobby" helfen könne, ihr Leben zu ändern.


Auch Christl Vonholdt wurde bei dem Homo-"Heiler"-Kongress in Budapest für die Sendung befragt

Wer dachte, eine Sendung unter dem Titel "Papa, Papa, Kind: Homo-Ehe ohne Grenzen?" ("Hart aber fair", 2012) sei schon unfassbar für einen öffentlich-rechtlichen TV-Sender in Europa, hat die Rechnung ohne das ungarische Staatsfernsehen gemacht: Das widmete am Mittwoch ganze 45 Minuten der Frage, wie man Homosexuelle "heilen" könne.

Anlass der Sendung der Reihe "Das ist die Frage" des Bildungs- und Kultursenders M5 war ein internationaler Kongress von Homo-"Heilern" im letzten Oktober in Budapest, bei dem das Fernsehen mehrere Statements von "Experten" einholte, die während der Sendung eingespielt wurden. Die Kamera des EBU-Mitglieds fing bei der Veranstaltung unter anderem ausgelegte Materialien des christlichen Schulaufklärungsprojekts "TeenStar" ein – das sich in Österreich gegen Berichte wehrt, es befürworte Homo-"Heilung" (queer.de berichtete), und das auch in Deutschland aktiv ist.


Die Veranstaltung wurde offenbar von der "Internationalen Vereinigung für Beratungs- und Therapiefreiheit" organisiert. Vizepräsidentin ist die berüchtigte deutsche Homo-"Heilerin" Christl Ruth Vonholdt vom "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft" (DIJG), die in Budapest einen Vortrag über "Transgender-Fallstudien" hielt. Andere Redner thematisierten unter anderem "Therapien" bei "unerwünschter gleichgeschlechtlicher Anziehung" bei Männern und Frauen.

Sender: Viele Homosexuelle suchen Hilfe

"Status? Kranheit? Störung? Oder handelt es sich schlicht um das oft erwähnte Anderssein?" – Mit diesen Worten leitete die Sendung (Youtube) laut Berichten von 44.hu und von kurier.at das Thema des "sozialen Phänomens" der Homosexualität ein, das nun aus dem Geheimen und den eigenen vier Wänden in die Öffentlichkeit dränge. Diese wisse oft nicht, damit umzugehen, was zum "Stigma" der Homophobie führe. Akzeptiere man Homosexualität, könne man sich hingegen beglückwünschen, als tolerant und gut zu gelten.


Motiv beim Budapest Pride – die Sendungs-Einleitung beschreibt Teilnehmer als "aggressive Selbst-Aktivisten". Bild: Budapest Pride / facebook

Doch am wenigsten werde über die Personen nachgedacht, die damit leben müssten, so der Anfangs-Einspieler. Man ermögliche es ihnen, offen und frei zu leben. Doch es gebe viele, "vielleicht mehr, als man denkt", die diese Situation gerne hinter sich ließen. "Sie wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Denn jede Organisation und Community, die ihre Interessen vertritt, sagt: 'Akzeptiere Dein Anderssein'". Dabei gebe es auf der ganzen Welt Ärzte und Psychologen, die "aufgrund ernsthafter Forschung" helfen könnten, Homosexualität in Heterosexualität zu verwandeln – auch wenn sie dafür angefeindet würden und ihe Arbeit als gefährlich und unwissenschaftlich gebrandmarkt werde.

Die Wissenschaftler seien ängstlich, über ihre Arbeit zu reden. In einer ruhigen Atmosphäre statt im Lärm von CSD-Paraden wolle man daher der Frage nachgehen, was man tun könne, wenn man seine sexuelle Orientierung verändern wolle, so der Sendungseinstieg weiter.

Homo-"Heilung" statt Homo-"Propaganda"

Moderator Kristóf Trombitás hatte dazu einen katholischen Pfarrer, András Hodász, und einen ehemaligen Journalisten der rechtskonservativen Wochenzeitung "Heti Válasz", Szilárd Szönyi, eingeladen. Dieser hat ein Buch zum Thema "Gender" veröffentlicht und ist in etwa die Birgit Kelle des Landes. In der Sendung meinte er, Homosexualität werde im Westen als "zu begrüßende, positive, fast gewünschte Verhaltensweise" dargestellt.


V.l.n.r.: Szönyi, Hodász und Trombitás

Der Priester betonte, dass die Kirche nur das Ausleben der Homosexualität als Problem ansehe, und dass der Glaube an Gott Betroffenen helfen könne. Unterstützung zu suchen, könne bei einem Heilungsprozess helfen – der Moderator betonte, dafür habe man die Sendung gemacht. Trombitás beklagte, aufgrund der "Hexenjagd" habe kein ungarischer Wissenschaftler Stellung nehmen wollen, sprach von der "Propaganda" der Homosexuellen und vermutete, dass "bestimmte Organisationen Interesse daran hätten, dass jene zumeist jungen, in ihrer Sexualität verunsicherten Menschen, die nicht wissen, wie es weitergehen soll, eher auf die Seite der Homosexualität kippen als auf die der Heterosexualität."

In den Einspielern sprachen mehrere Homo-"Heiler" über ihren Verband und ihre Angebote. Die britische homo- und transfeindliche Aktivistin Andrea Williams beklagte, dass Menschen, die ihrem "christlichen Glauben" folgten, vom Staat unter dem Einfluss der Homo-Lobby verfolgt würden: So würden Lehrer entlassen, die betonten, dass die Ehe eine Verbindung aus Mann und Frau sei. Anders als Ungarn sei Großbritannien daher ein unterdrückendes und totalitäres System.


Auch Christl Ruth Vonholdt wurde eingespielt, berichtete von der "plötzlichen" Einführung der Ehe für alle in Deutschland und betonte, dass sie aus 40 Jahren Wissenschaft wisse, dass Kinder am erfolgreichsten und begabtesten werden, wenn sie bei Vater und Mutter aufwachsen. Homosexuelle Gefühle oder Unsicherheiten über das eigene Geschlecht ließen sich oft auf eine unstabile Beziehung zum jeweiligen Elternteil des eigenen Geschlechts zurückführen.

Die Kollegen des ungarischen queeren Magazins "Humen" haben sich die Mühe gemacht, aufzuschreiben, was an der Sendung alles falsch und gefährlich war. Es ist ein sehr langer Artikel geworden, der aufklären soll. Das scheint nicht nur aufgrund der Sendung nötig: Die Orbán-Regierung hat kürzlich Studienfächer rund um "Gender Studies" von der Förderliste gestrichen (queer.de berichtete).



#1 queergayProfil
  • 19.01.2019, 00:39hNürnberg
  • Ungarn muß jetzt aber auch heterosexuell normierten Menschen die Möglichkeit bieten, sich einer Hetero-"Heilung" hingeben zu können, wenn diese das wünschen - mit dem Ziel einer homosexuellen oder bisexuellen Neu-Orientierung.

    Wenn bei diesem Thema die katholischen Prediger auch mal nicht ihren Senf dazugeben würden, so wäre das höchst erfreulich.
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#2 JadugharProfil
  • 19.01.2019, 03:26hHamburg
  • Wann kommen die Hetero-Heiler? Da sollte man alle Versuche durch exerzieren, wie man in den letzten 400 Jahren dieses an Homosexuelle ausprobiert hatte. Homophope Menschen müßten sich dann einer Zwangstherapie unterziehen, und sei es nur, um Einsichten zu gewinnen, damit der Irrglaube aufhört!
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#3 S ZachariasAnonym
  • 19.01.2019, 05:19h
  • So ärgerlich wie solche Produktionen sind, muss man sie doch passend einordnen. Der Vergleich mit "Hart aber fair" ist absurd, weil die ursprüngliche Sendung wahrscheinlich fast keine Zuschauer hatte. Der "populärste" ungarische öffentlich rechtliche Sender, Duna TV, hat nie Einschaltquoten von über 1 %, von den anderen öffentlich rechtlichen Sendern werden keine Einschaltquoten veröffentlicht, aber M5 dürfte der am wenigsten gesehene dieser Sender sein. Wer sich in Ungarn für Bildung interessiert, meidet das Staatsfernsehen. Wer die Regierungspropaganda über sich ergehen lässt, hat mit Bildung nichts am Hut.
    Die Berichte über die Sendung haben auf jeden Fall ein Vielfaches der Menschen erreicht, als die Sendung selbst. Solange es diese Homoheiler gibt, wird man sie bekämpfen müssen.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 19.01.2019, 08:38hBerlin
  • Das die in Orban-Ungarn einen an der Klatsche haben, wenn sie religiös oder stramm rechts sind, dürfte ja bekannt sein. Das man aber im Staatsfernsehen hetzen darf und das als "Aufklärung" oder "neutrale Sendung" bezeichnet, dürfte der EU klar machen, dass diese Regierung auf unsere Werte scheißt. Mal sehen, ob sie das auch tun würden, wenn sie weder Geld aus Brüssel bekommen, noch etwas mitbestimmen könnten! Die EU sollte endlich mal in die Puschen kommen, und Orban einen kräftigen Tritt (ihr wisst schon, wohin) geben.
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#5 alter schwedeAnonym
  • 19.01.2019, 11:45h
  • Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht liebe Ungarn aus Pest, Buda und drum herum. Die beiden Verfechterinnen der Homo-Heilung, Vonholdt und Williams, verheißen gar nichts gutes. (Man muß sich nur die beiden Gesichter ansehen, dann versteht jeder sofort weshalb den Kindern auch heute noch gerne das Märchen von Hänsel und Gretel und der älteren Dame aus dem Lebkuchenhaus erzählt wird).

    Vonholdt und Williams Homo-Heilung Teil 1: Man nehme 3 Teelöffel Krötenschleim, 10 Blätter Bilsenkraut und eine Tasse Tollkirschenextrakt. Mal ehrlich. Geht jemand zu solchen Urscheln im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte wirklich hin? Da bekommt man ja schon vom Hinsehen eine Lebensmittelvergiftung.

    Bei den beiden Putzbesen-Pilotinnen würde ich sogar als Hetero lieber freiwillig schwul werden als nur eine Minute mit denen über Säääx zu reden oder noch schlimmer, dabei mit ihnen allein zu sein.

    Und bei den beiden Herren, Pfarrer, András Hodász, Szilárd Szönyi, würde ich dringend empfehlen nachzuprüfen ob das tatsächlich Namen, Zutaten zum Szegediner Gulasch oder vielleicht von den Damen Vonholdt und Williams vergebene Zaubersprüche sind.

    Scheeeiße - Ich geh nie mehr wieder nach Ungarn.
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#6 Homonklin44Profil
  • 19.01.2019, 12:26hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von alter schwede
  • Da bekommt Pusztasalat eine wirklich widerwärtige, gänzlich neue Bedeutung, wenn man sich das mal an deren Tentakeln vorstellt!

    *schüttl*

    Könnte man noch die andere mit dem Teiggesicht hin schicken. Die von den stygischen Schwestern unserer Breiten.

    Ist es nicht kurios, dass man diesen ZeitgenossInnen das Übel an den Gesichtern ablesen kann? Lieber von Picasso gemalt, als vom Schicksal gezeichnet. ;o)
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#7 Ralph
  • 19.01.2019, 13:14h
  • Ich weiß, es gehört sich nicht, Bemerkungen über Äußerlichkeiten zu machen statt sich zur Sache zu äußern. Aber mir drängt sich dennoch die Frage auf: Ist Frau Williams eine Klingonin oder sieht sie nur so aus?
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#8 panzernashorn
#9 LorenProfil
#10 dellbronx51069Anonym
  • 19.01.2019, 17:10h
  • Gibt es schon Konversionstherapien für Rechtsterroristen um sie zu Demokraten zu machen?
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