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Edith schießt aus allen Rohren

Edith Schröder, Deutschlands berühmteste Hartz-VIII-Empfängerin und angeblich schönste Frau von Neukölln, heißt einmal im Monat zu ihrer "Kiezdisko" um die 1.000 Gäste im Berliner SchwuZ willkommen.


Inspiriert von "Barbarella": Mit ihren Brüsten will Edith Schröder auf Homo- und Transphobe schießen (Bild: SchwuZ)
  • 19. Januar 2019, 06:41h, noch kein Kommentar

Was viele nicht wissen: Edith Schröder ist einer der größten Filmstars Deutschlands. Jedenfalls in Berlin. Was gar nicht verwundern kann, wenn man weiß, dass schon ihr erstes Engagement für einen Spielfilm in einem Klassiker stattfand: "Kondom des Grauens".

Schröder beeindruckte Kritik und Publikum in der simplen, aber lebensnahen Darstellung ihrer ersten Rolle ("Transvestit in Hotel Quickie") so sehr, dass – nur knapp sieben Jahre später – ihr Stern leuchtend hell am Neuköllner Zelluloidhimmel auf- und nie wieder unterging. Denn da hatte "Mutti – Der Film" Premiere, ein Streifen, der so großartig ist, dass er absoluten Kultstatus erreicht hat und Menschen entweder in Wein- oder Lachkrämpfe versetzt. Oft beides. Als hätte John Waters ein Remake von David Lynchs "Lost Highway" gedreht. Das sollte man gesehen haben! Und kann es auch. Bei "Edith Schröders Kiezdisko x Mutti der Film", diesen Samstag im Berliner SchwuZ. Muttilicious!

"Padimir Wutin hat dem Sozialamt verraten, dass ich ein Filmstar bin"

Seit ihrem größten Erfolg versucht Neuköllns Antwort auf Sharon Stone immer mal wieder daran anzuknüpfen. Heutzutage macht man das ja per Video, das man dann an Regisseure und Studios verschickt. Schröders neueste Idee: "Edithrella", ein vier Stunden langes, sozialkritisches Remake des Science-fiction-Klassikers von 1968.

"Ich schieße in der Rolle solange mit meinen Brüsten auf Homo- und Transphobe, bis mir jemand aus Versehen die Batterien rausnimmt, bevor ich die Welt vollständig von solchen Idioten befreien kann. Wir wollten für den Stoff eigentlich russische Geldgeber, aber ein Padimir Wutin, oder jemand der so ähnlich hieß, hat das dann verhindert, weil er dem Sozialamt in Neukölln gesteckt hat, dass ich ein Filmstar bin. Schade."

Direktlink | "Edithrella" wirbt für die Kiezdisco am 19. Januar

Trotzdem gibt Schröder nicht auf: "Was soll ich auch machen. Die Menschen wollen mich. Ganz im Ernst. Sie sollten mal mit mir die Hermannstraße langgehen. Mir wird soviel nachgepfiffen, ich dachte eine Weile, ich hätte einen Freiluft-Tinnitus. So viel Schönheit darf man einfach nicht verstecken." Tut sie auch nicht. Schon gar nicht im SchwuZ.

"Soviel Schönheit kann man nicht verstecken"


Am 19. Januar gibt's Pop auch von Ediths Schwester Anna Klatsche (falls sie nicht wieder auf dem Klo abgelenkt wird)

Denn der Club am Rollberg ist Ediths hedonistisches Wohnzimmer. Hinter mancher starken Frau steht ein nicht ganz so lauter Mann. So auch hier: "Der Ades Zabel hat mir vor mehr als über dreißisch Jahren erfunden", erklärt die Gastgeberin. "Det is so lange her, dass ick mittlerweile real jeworden bin."

Zur Januar-Ausgabe der Kiezdisko am Samstag, den 19. gibt's Pop von der Hausherrin und ihrer Schwester Anna Klatsche sowie Kenny Dee. Außerdem wird Retro und House gespielt. Wie getanzt wird? "Ringelpiez. Mit Anfassen", fasst Edith zusammen. "Mutti-Kulti" nennen es andere. Großherzig wie sie ist, überlässt Schröder an diesem Abend einer anderen die Bühne: Judy La Divina und die "I'm every Whitney"s" gedenken der viel zu früh verstorbenen Ikone auf ihre Weise.

Edith verspricht: "Es wird wahnsinnig heiß, wild, ekstatisch, hemmungslos, zügellos und enthemmt." Nach einem heißen Futschi, zeigt Frau Schröder auch in diesem Monat wieder jede/r/m*, was unter ihrem Kleid zwitschert. Piep, piep, wir ham sie lieb! (cw)