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Saarbrücken

Traumkerl im Sexcam-Chat: Zwei Auszeichnungen für "Nevrland"

Beim Filmfestival Max Ophüls Preis erhielt Gregor Schmidingers schwuler Coming-of-Age-Film den Preis der Jugendjury sowie den Preis für den besten Schauspielnachwuchs.


Als Aushilfs-Schlachter Jakob in einem Sexcam-Chat den Künstler Kristjan kennenlernt, beginnt für ihn eine transpersonale Reise nach Nevrland und zu den Wunden seiner Seele (Bild: Edition Salzgeber)
  • 20. Januar 2019, 15:58h, noch kein Kommentar

Beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken wurde der schwule Coming-of-Age-Film "Nevrland" des österreichischen Regisseurs Gregor gleich zweimal ausgezeichnet. Er erhielt den Preis der Jugendjury sowie den Preis für den besten Schauspielnachwuchs für Hauptdarsteller Simon Frühwirth.

"Nevrland" erzählt die Geschichte des 17-jährigen Jakob, der eines Nachts zufällig auf den vermeintlich perfekten 26-jährigen Christian in einem Sexcam-Chat trifft. Dies ist der Beginn einer Reise zu den Wunden ihrer beider Seelen. In seinem ersten Langfilm zeigt Schmidinger den Prozess des sexuellen Erwachens und der Selbstfindung als existentiellen Trip, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fantasie immer mehr verschwimmen.

"Ein absoluter Brainfuck"

"Der Film nimmt uns mit in ein Labyrinth der Gefühle, in welchem die Hauptfigur gefangen ist", urteilte die Jugendjury. "Er handelt vom Älterwerden, vom Entdecken der eigenen Sexualität und von den Ängsten eines Jugendlichen, die auch uns nicht fern sind." Eine atmosphärische Lichtführung kreiere eine bedrückende Atmosphäre, heißt es weiter in der Begründung. "Dabei scheut er auch nicht vor tabuisierten Themen: Porno, Sex, Psychose. Kurz: Ein absoluter Brainfuck."


Hauptdarsteller Simon Frühwirth auf dem Filmfestival (Bild: Oliver Dietze)

Über Hauptdarsteller Simon Frühwirth urteilte die Filmpreis-Jury: "Dieser Schauspieler macht verstehbar, was zu oft unaussprechlich bleibt." Seine schauspielerische Leistung sei "beängstigend gut". Sehr präzise entfaltee sich "ein Menschenbild, das uns einnimmt, mitzieht, teilhaben lässt am persönlichen Schicksal der Figur". Das Filmfestival Max Ophüls Preis ist das wichtigste Festival für den jungen deutschsprachigen Film. Es steht seit fast 40 Jahren für die Entdeckung junger Talente aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Zur Finanzierung von "Nevrland" hatte Regisseur Gregor Schmidinger vor drei Jahren eine Crowdfunding-Kampagne gestartet (queer.de berichtete). Im Verleih der Edition Salzgeber soll sein Film im Herbst 2019 regulär in die deutschen Kinos kommen. (cw)