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Großbritannien

Studie: Zahl der Heterosexuellen weiter gesunken

Jahr für Jahr zählt die britische Statistikbehörde weniger heterosexuelle Menschen im Königreich.


In Großbritannien hat sich laut der Statistikbehörde die Zahl der Homo- und Bisexuellen binnen fünf Jahren um 150.000 erhöht (Bild: Alex Liivet / flickr)

Die britische Statistikbehörde ONS hat in ihrem am Montag veröffentlichten jährlichen Bericht über die sexuelle Orientierung der Bewohner im Königreich einen weiteren Rückgang des Anteils der Menschen festgestellt, die sich als heterosexuell identifizieren. Demnach bezeichneten sich im Jahr 2017 exakt 93,2 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren als heterosexuell.

Die Zahl ist eine hochgerechnete Schätzung aus einer jährlichen Bevölkerungsumfrage und bedeutet einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als der Wert bei 93,4 Prozent lag (queer.de berichtete). 2014 bezeichneten sich noch 93,7 Prozent als heterosexuell, 2012 waren es sogar 94,4 Prozent.

Der Anteil der Menschen, die sich als lesbisch, schwul oder bisexuell bezeichnen, lag wie im Vorjahr bei 2,0 Prozent. Die Behörde bezifferte damit die Zahl der LGB-Bevölkerung auf 1,1 Millionen Menschen – 2012 lag sie noch bei 950.000 oder 1,5 Prozent.

Außerdem gaben dieses Jahr 0,6 Prozent (+0,1 Prozent im Vergleich zu 2016) der Befragten ihre sexuelle Orientierung mit "other" (anders) an. Weitere 4,1 Prozent konnten oder wollten keine Angaben zu ihrer sexuellen Orientierung machen – dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Männer eher homosexuell, Frauen eher bisexuell

Bei diesen Zahlen fallen große Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Altersklassen und den Regionen auf. So gibt es mehr Männer als Frauen, die sich der LGB-Community zugehörig fühlen (2,3 Prozent zu 1,8 Prozent). Frauen identifizieren sich aber eher als bisexuell (0,9 Prozent zu 0,6 Prozent), während Männer sich eher als homosexuell ansehen (1,7 zu 0,9 Prozent).


Anteil der LGB-Bevölkerung im Vereinigten Königreich (Bild: ONS)

Wie in vorherigen Umfragen gibt es den höchsten LGB-Anteil unter jüngeren Menschen: Bei den 16- bis 24-Jährigen liegt er bei 4,2 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Altersgruppe ist die einzige, in denen es mehr Bisexuelle als Homosexuelle gibt (1,9 Prozent schwul oder lesbisch, 2,3 Prozent bisexuell). Außerdem ist es die einzige Altersgruppe, in der der Anteil der Frauen höher liegt als der der Männer. In der Gruppe der über 65-Jährigen liegt der LGB-Anteil bei nur 0,7 Prozent (unverändert im Vergleich zum Vorjahr).


Anteil der LGB-Bevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht (Bild: ONS)

Den höchsten LGB-Anteil im Königreich gibt es in der Hauptstadt London. Hier sehen sich 2,6 Prozent der Bevölkerung als schwul, lesbisch oder bisexuell an. Den niedrigsten Anteil unter den vier britischen Provinzen hat Nordirland mit 1,2 Prozent.

LGBTI-Aktivisten sehen diese regionalen Unterschiede als Folge unterschiedlicher Rahmenbedingungen – in homophoben Regionen trauten sich weniger Menschen, eine Minderheitenorientierung preiszugeben, oder würden schlicht in andere Teile des Landes umziehen. So ließe sich die niedrige Rate in Nordirland damit erklären, dass diese Provinz als homophobster Landesteil des Königreichs gilt – dort ist bis heute die Eheschließung für Schwule und Lesben verboten (queer.de berichtete).

Insgesamt wird der Anstieg der offen homo- und bisexuellen Bevölkerung auf die LGB-freundlicheren Rahmenbedingungen auf der Insel zurückgeführt. So entwickelte sich das Land seit der extrem homophoben Thatcher-Regierung, die mit Section 28 noch ein Homo-"Propaganda"-Gesetz für Schulen eingeführt hatte, zu einem der fortschrittlichsten Länder in Europa. 2005 führte die damalige Regierung im ganzen Land Lebenspartnerschaften ein, 2014 wurde in den Landesteilen England, Wales und Schottland die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Viele erwarten in den nächsten Jahren noch einen weiteren Anstieg von Menschen, die offen mit ihrer Homo- oder Bisexualität umgehen, sollte die Akzeptanz gegenüber LGBTI weiter steigen.

Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch in anderen Ländern messen: In Japan wurde etwa kürzlich eine Umfrage veröffentlicht, nach der sich 8,9 Prozent der 20- bis 59-Jährigen als lesbisch, schwul, bisexuell oder trans identifizieren – 2012 waren es nur 5,2 Prozent (queer.de berichtete). (dk)



#1 rombusAnonym
  • 22.01.2019, 14:38h
  • Mal ketzerisch gefragt:
    Sollten die homophoben LGBTI-Eheverweigerer etwa Recht behalten, und die Heterosexuelle Gesellschaft stirbt aus, wenn weitere Gleichstellungen von der Homo-Lobby errungen werden? :-))
    Ich habs jetzt nicht durchgerechnet. Aber bei den Steigerungszahlen könnten wir ja wirklich bald die Heteros dahingerafft haben, also so in ein paar Milliarden Jahren. :-)))
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#2 la_passanteAnonym
#3 dellbronx51069Anonym
#4 Klaus LeberhartingerAnonym
#5 UpDateAnonym
  • 23.01.2019, 08:27h
  • Vielleicht sollten sie mal ihre Software updaten, diese Studie ist ja völliger Blödsinn.
    Es kommen nicht mehr LGBT auf die Welt, sondern mehr von ihnen outen sich.
    Das bedeutet, dass nicht alle hetero sind und das war's dann auch schon.
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#6 TheDadProfil
  • 23.01.2019, 10:18hHannover
  • Antwort auf #5 von UpDate
  • ""Vielleicht sollten sie mal ihre Software updaten""..

    Wieso ?
    Wo im Artikel stünde denn das "mehr" zur Welt gekommen seien ?

    Ein Satz wie
    ""Demnach bezeichneten sich im Jahr 2017 exakt 93,2 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren als heterosexuell.""

    ist doch klar in seiner Aussage :
    die Menschen "bezeichnen" sich so, was dann bedeutet, inzwischen Outen sich viel mehr Menschen eben nicht Hetero zu sein..
    Das hat doch nichts mit der Software einer Studie zu tun, die sich auf unterschiedliche zahlen aus unterschiedlichen jährlichen Erhebungen bezieht..
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